Die Goldenen Zwanziger: Die Maturafeier der Kantonsschule Trogen fand coronabedingt in der Tonhalle St. Gallen statt

74 Maturandinnen und Maturanden erhielten am Mittwoch ihr wohlverdientes Abschlusszeugnis. Zudem wurden die besten Abschlüsse und Aufsätze geehrt.

Stephanie Häberli
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Wegen des Coronavirus fand die diesjährige Maturafeier in der Tonhalle St.Gallen und nicht wie gewöhnlich in der Kirche Trogen statt.

Wegen des Coronavirus fand die diesjährige Maturafeier in der Tonhalle St.Gallen und nicht wie gewöhnlich in der Kirche Trogen statt.

Bild: Stepahnie Häberli

In der Tonhalle in St.Gallen herrschte am Mittwochabend Festlaune. Dies obwohl die Maturafeier des Gymnasiums der Kantonsschule Trogen wegen des Coronavirus nicht wie gewöhnlich in der Kirche Trogen stattfinden konnte.

Um den nötigen Abstand einzuhalten, durften nicht alle Sitzplätze besetzt werden. Zwischen den Sitzreihen wurde jeweils eine Reihe freigelassen. Die Anwesenden liessen sich durch diese Sicherheitsvorkehrungen jedoch nicht beirren: Die Stimmung war gut. Es wurde gelacht und geplaudert.

Die diesjährige Maturafeier stand ganz unter dem Motto «Die Goldenen Zwanziger». «Ich muss schon zugeben, dass ihr mir mit diesem Thema eine echte Knacknuss aufgegeben habt», sagte der Rektor ad interim Lukas Geiger in seiner Ansprache. «Denn schliesslich waren die Goldenen Zwanziger des 20. Jahrhunderts eine höchst ambivalente Zeit, die beileibe nicht nur golden war.»

Nichtsdestotrotz seien die 1920er-Jahre eine Phase der kulturellen Blüte gewesen. «In dieser Zeit wurde gefestet und gefeiert und das sollt ihr nun auch tun.» Er gratulierte den Maturandinnen und Maturanden für ihre Leistung, die sie in den vergangenen vier Jahren erbracht haben.

Blick zurück ist wichtig

Geiger tönte aber an, dass die Zwanzigerjahre auch von grosser Unsicherheit und Armut geprägt waren. In diesem Zusammenhang forderte er die Schüler auf, auch zurückzublicken.

«Wer basierend auf der Reflexion von Vergangenem das Gegenwärtige zu ergründen versucht, landet sehr schnell bei Gedanken an die Zukunft.»

Auch wenn auf die Goldenen Zwanziger düstere Jahre folgten, möchte er die Maturandinnen und Maturanden ermutigen: All diese Tatsachen seien zwar so gewesen, mussten aber nicht so kommen. Er fuhr fort, dass Menschen gestalten und Entscheide treffen; sie legen Systeme fest, können diese aber auch verändern.

Lukas Geiger, Rektor ad interim der Kantonsschule Trogen

Lukas Geiger, Rektor ad interim der Kantonsschule Trogen

Bild:PD
«Schaut nach vorne und respektiert dabei das Vergangene. Und übernehmt Verantwortung für euch, eure Mitmenschen und eure Welt.»

Auch der Bildungsdirektor Alfred Stricker richtete in einer Grussbotschaft einige Worte an die Maturanden: «Corona hin, Corona her, eine Maturafeier die muss her», so der Einstieg seiner Rede. Er bedankte sich bei allen Beteiligten für die gute Lösung, die Feier in der Tonhalle zu veranstalten und gratulierte den Maturanden zu ihrer Leistung.

Musikstücke sorgten für Auflockerung

Der Abend wurde durch musikalische Beiträge des Schwerpunktfaches Musik und bildnerisches Gestalten sowie durch jene von einzelnen Maturanden aufgelockert. Dann kam der grosse Moment: Die 74 Maturandinnen und Maturanden durften stolz ihre Zeugnisse entgegennehmen.

Darauf folgte die Rede «aus dem Kreise der Gefeierten». In dieser blickten die Gymnasiumsabgänger Simone Lo Bartolo und Mirna Paurevic auf die vergangenen vier Jahre zurück. Auch die eine oder andere lustige Situation wurde erwähnt.

Traditionsgemäss wurden auch an der diesjährigen Feier herausragende Leistungen speziell geehrt: Den besten Abschluss in der Abteilung sprachen erzielte Lea Hiltbrunner mit der Note 5.81. In der Abteilung Mathematik erreichte Noah Stieger mit der Note 5.85 die Höchstleistung. Auch die besten Aufsätze wurden prämiert. Preisträger sind: Lea Sager, Valeria Schantong, Timothée Gaspoz und Viviana Troccoli.