Die Gesundheitskosten senken

Als das Publikum in die Diskussion mit einbezogen wurde, war dessen Meinung rasch klar. Handlungsbedarf bestehe nicht in erster Linie bei der Entlastung durch Prämienverbilligungen, sondern in den steigenden Gesundheitskosten.

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Als das Publikum in die Diskussion mit einbezogen wurde, war dessen Meinung rasch klar. Handlungsbedarf bestehe nicht in erster Linie bei der Entlastung durch Prämienverbilligungen, sondern in den steigenden Gesundheitskosten.

Nicht immer gleich zum Arzt

Die Haltung einiger Votanten war eindeutig: Man sollte nicht wegen jedem Wehwehchen gleich zum Arzt rennen. Die wirklich kostentreibenden Faktoren seien aber, so Pius Bürge, Gesundheitsbehandlungen über längere Zeiträume (beispielsweise bei Krebspatienten) oder teure Operationen.

So hielt auch ein weiterer Zuhörer fest, die Operation bei grauem Star dauere heute vielleicht 15 Minuten, früher mehrere Stunden. Die Kosten für diesen Eingriff seien aber fast gleich geblieben. Auf der anderen Seite könne es auch nicht sein, dass man wichtige Therapien wegen Angst vor den Kosten hinauszögere, was die Krankheit noch schlimmer machen könnte. Pius Bürge führte aus, dies sei auch von der Gesellschaft abhängig. Von Seiten der Gesetzgebung sei es aber praktisch unmöglich, die Häufigkeit der Arztbesuche zu beeinflussen. «Man kann ja niemandem verbieten, zum Arzt zu gehen.»

Weitere Voten gab es in Richtung der Löhne von Chefärzten. Diese Gehälter seien unverhältnismässig hoch. Da könnte man ebenfalls ansetzen. Die SP, so Thurnherr, habe bereits in diese Richtung gearbeitet, solche Initiativen seien aber leider immer wieder von bürgerlicher Seite gekippt worden. Wie es denn weitergehe, wenn diese Initiative ebenfalls abgelehnt würde, wollte eine Votantin von Pius Bürge wissen. Schliesslich habe die CVP den Gegenvorschlag im Kantonsrat unterstützt. «Ich glaube, dass bis in die SVP hinein erkannt wurde, dass die Problematik besteht.» Es stelle sich nun die Frage, wie man eine sinnvolle, verantwortbare und massvolle Lösung finden könne. Es bleibe aber ganz sicher ein Thema, da man sich sonst fragen müsse, ob die IPV überhaupt noch einen Nutzen habe.

Eine Frage der Solidarität

Ein letzter Diskussionsteilnehmer merkte an, es sei schlicht eine Frage der Solidarität. Und zwar, ob man mit einer Ja-Stimme die Steuererhöhung in Kauf nehme, um den wirtschaftlich schlechter Dastehenden, die es offensichtlich nötig hätten, wieder Prämienverbilligungen zu ermöglichen. (masi)