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Herisau ist für den Wassernotstand gerüstet

Wasserknappheit ist derzeit ein brisantes Thema. Und trotzdem müssen sich die Herisauer Einwohner keine Sorgen machen, dass irgendwann kein Wasser mehr aus ihren Leitungen kommen könnte. Die Wasserversorgung der Gemeinde hat einen Plan.
Miranda Diggelmann
So wie dieser Bach sehen derzeit unglücklicherweise die meisten aus: Ausgetrocknet und kaum noch Wasser. (Bild: Andrea Stalder)

So wie dieser Bach sehen derzeit unglücklicherweise die meisten aus: Ausgetrocknet und kaum noch Wasser. (Bild: Andrea Stalder)

Aus dem Dorfbrunnen fliesst kein Wasser mehr, Bäche müssen abgefischt werden, Flüsse trocknen aus, die Wasserpegel der Seen sinken dramatisch tief, Feuerverbote werden ausgerufen und die Blätter mancher Bäume verfärben sich bereits rot-gelb und fallen viel zu früh ab. In der Schweiz herrscht Wasserknappheit. Das trockene Wetter, die hohen Temperaturen und die fehlenden Niederschläge in den letzten Wochen haben dazu geführt. Und trotzdem werden wir nicht verdursten müssen, versichert Thomas Scherrer, der technische Leiter der Wasserversorgung Herisau.

Bodenseewasser hilft im Notfall aus

«Herisau muss sich trotz Wasserknappheit keine Sorgen um fehlendes Wasser machen, da wir neben Grund- und Quellwasser auch Trinkwasser aus dem Bodensee beziehen können», so Scherrer. Die Ausserrhoder Gemeinde bezieht das Wasser vom Neckertal und kann die Herisauer Haushalte trotz der Trockenheit noch immer mit Grund- und Quellwasser versorgen. «Wenn die Trockenheit aber noch länger anhält, werden auch diese Ressourcen langsam knapp», sagt Thomas Scherrer. Aber auch dann kann Herisau weiterhin mit Trinkwasser versorgt werden. Die Wasserversorgung Herisau kann im Notfall nämlich Wasser vom Bodensee beziehen, und zwar bis zu 100 Prozent. Sie ist Mitglied der RWSG (Regionale Wasserversorgung St. Gallen) und hat somit Anspruch auf einen gewissen Anteil Bodenseewasser. Wann es so weit ist, Bodenseewasser beziehen zu müssen, sei schwierig abzuschätzen, so Scherrer. «Wir behalten die Situation aber gut im Auge, führen täglich Controllings durch.» Um Wasser müssen die Hinterländer nicht bangen, auch wenn die Niederschläge weiter ausbleiben. «Der einzige Nachteil am Wasserbezug aus dem Bodensee ist, dass Seewasser deutlich weicher ist und deshalb die installierten Enthärtungsanlagen in Herisauer Haushalten überprüft werden müssten», sagt Scherrer. Diese sind auf relativ hartes Wasser eingestellt und würden das weiche Seewasser zu stark enthärten, sodass es in den Leitungen zu Rostablösungen und zu Verfärbungen führen könnte.

Thomas Scherrer ist Technischer Leiter der Wasserversorgung Herisau.

Thomas Scherrer ist Technischer Leiter der Wasserversorgung Herisau.

Auch wenn den Herisauern das Wasser nicht ausgehen wird, sollen sie sparsam damit umgehen. «Es ist sicher sinnvoll mit unserem Trinkwasser bewusst umzugehen und sich auch solidarisch zu zeigen mit Gemeinden, die Trinkwasser sparen müssen», so Scherrer.

Duschen anstatt zu baden

Tipps zum Wassersparen gibt es von Karlheinz Diethelm, dem Leiter des Ausserrhoder Amts für Umwelt. Er empfiehlt, das Wasser grundsätzlich als wertvolles Gut zu betrachten.

«Wo Wasser gespart wird, kann auch Energie für die Bereitstellung gespart werden», sagt Karlheinz Diethelm. Deshalb legt er den Herisauern ans Herz etwa zu duschen, anstatt zu baden, die Abwaschmaschine und die Waschmaschine erst laufen zu lassen, wenn diese gut gefüllt sind, momentan keine Plätze mit Wasser abzuspritzen, den Garten nur am Morgen früh oder am Abend zu bewässern und das Auto nur zu waschen, wenn es dringend nötig ist. «Allerdings hat das Wassersparen keinen Einfluss auf den – aktuell sehr tiefen – Pegel unserer Gewässer», so Diethelm.

Karlheinz Diethelm ist Leiter des Ausserrhoder Amts für Umwelt.

Karlheinz Diethelm ist Leiter des Ausserrhoder Amts für Umwelt.

Ausserdem könne man auch zu viel Wasser sparen. «Wenn wir massiv weniger Wasser verbrauchen, hat dies einen negativen Einfluss auf die Ökonomie der Wasserversorgung: Wegen der hohen Fixkosten steigt der Wasserpreis an»

Ein umweltbewusster Umgang mit Wasser sei jedoch generell wichtig – nicht nur, wenn es heiss und trocken ist.

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