Die Gefahrenkarte der Gemeinde Wattwil ist online

Im Kanton St. Gallen wurden bis Ende 2012 die von Überschwemmungen, Rutschungen, Steinschlag und Lawinen ausgehenden Gefahren für Bevölkerung und Infrastruktur abgeklärt.

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WATTWIL. Nachdem schon früher andere Regionen im Kanton abgeschlossen wurden, liegt die Gefahrenkarte nun auch für das Obertoggenburg inklusive Wattwil vor und ist im Internet unter www.geoportal.ch für die Bevölkerung einsehbar.

Gefahr richtig einschätzen

Immer wieder rufen uns Unwetterereignisse in Erinnerung, wie wichtig ein gut organisierter Schutz vor Naturgefahren ist. Die Erkenntnisse aus der Naturgefahrenabklärung liefern die geeigneten Grundlagen dazu. Es lassen sich sowohl raumplanerische Massnahmen als auch Objektschutz, technische Massnahmen und Notfallkonzepte ableiten. Die Gefahrenkarten alleine werden künftige Gefahrenprozesse nicht vermeiden oder aufhalten können. Sie machen es hingegen möglich, die Gefahr richtig einzuschätzen und mit ihr verantwortungsvoll umzugehen.

Der Gefahrenkartenperimeter beinhaltet im Wesentlichen das Siedlungsgebiet des Haupttales und der unteren Hangpartien der beiden Talflanken sowie das Dorfgebiet Ricken. Für den Gemeindeteil Krinau liegen noch keine Ergebnisse vor. Die Gefährdung im Talboden stammen praktisch alle von den Hochwassergefahren. Insgesamt dominiert die Thur die Gefahrensituation. Neben der Thur, deren Verlauf mit einer erheblichen Gefahrenstufe belegt ist, kommen aufgrund der Seitenbäche an verschiedenen Stellen grössere Flächen erheblicher Gefährdung vor. Die Rutschungen (Hangmuren und Spontanrutschungen) beschränken sich auf Flächen an den unteren Hangpartien der beiden Talflanken.

Grundlage für Bewilligungen

Die Gefahrenkarte ist eine Entscheidungsgrundlage für Erlasse, Richtpläne und im Baubewilligungsverfahren. Im Rahmen eines konkreten Baubewilligungsverfahrens ist aber nicht einfach auf die Eintragung in der Gefahrenkarte abzustützen (roter, blauer, gelber Bereich), sondern die Gefahr ist punktuell abzuklären, was im Hinblick auf den Objektschutz ohnehin erforderlich ist.

Die Gemeinde ist aufgefordert, innert zwei Jahren ein konkretes «Massnahmenkonzept Naturgefahren» zu erarbeiten. Darin ist für alle gefährdeten Gebiete aufzuzeigen, welche Massnahmen zur Beseitigung der Naturgefahren vorgesehen sind. Dazu wird die Gemeinde ein externes Fachbüro beauftragen. (gem)