Die Gefahr aus der Dämmerung

ST. GALLEN. Mit der kalten Jahreszeit steigt auch wieder die Gefahr vor Wildunfällen. Denn die meisten Wildunfälle passieren im Winterhalbjahr, wenn die Tiere wegen des knappen Futters von ihrem Lebensraum, den sie im Sommer besiedeln, in tiefer gelegene, schneeärmere Regionen ziehen.

Urs M. Hemm
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Mit der kalten Jahreszeit steigt auch wieder die Gefahr vor Wildunfällen. Denn die meisten Wildunfälle passieren im Winterhalbjahr, wenn die Tiere wegen des knappen Futters von ihrem Lebensraum, den sie im Sommer besiedeln, in tiefer gelegene, schneeärmere Regionen ziehen. Dabei ist für Tier und Verkehrsteilnehmer die risikoreichste Zeit.

Hirsch, Katze oder Murmeltier

Gemäss der kantonalen Jagdstatistik des Amts für Jagd und Fischerei kamen im Jahr 2013 insgesamt 1337 Tiere im Strassenverkehr ums Leben. Dabei hatte mit 432 Opfern die Fuchspopulation die meisten Verluste zu verzeichnen, gefolgt von den Rehen (391), Dachs (202) und Steinmarder (150). Unfälle mit Rothirschen wurden 18 verzeichnet. Zu den Opfern gehören aber unter anderem auch (verwilderte) Hauskatzen, Feldhasen, Stockenten und ein Murmeltier.

Um Unfälle zu vermeiden, gebe es laut Wildhüter Urs Büchler für Verkehrsteilnehmer nur ein probates Mittel: Geschwindigkeit anpassen. «In der Dämmerung oder gar Dunkelheit tauchen die Tiere wie aus dem Nichts auf der Strasse auf. Ist die Strasse zudem nass, ist rechtzeitiges Bremsen fast unmöglich.» Einen kleinen Vorteil könne man sich jedoch verschaffen, wenn man immer ein wenig den rechten Fahrbahnrand im Auge behält. Denn die Augen der Tiere leuchten im Scheinwerferlicht auf und können so die Gefahr ankündigen.

Immer Polizei alarmieren

Unfälle mit Wildtieren im Strassenverkehr geschehen jedoch nicht nur im Winterhalbjahr und während der Dämmerung. Wildwechsel kommen das ganze Jahr über, zu jeder Tages- und Nachtzeit vor.

Bei einem Wildunfall sollte immer die Polizei alarmiert werden, welche den zuständigen Wildhüter oder Jäger aufbietet. Auf keinen Fall sollte man sich einem verletzten Tier nähern, sondern auf die Fachperson warten. In der Schweiz werden in der Regel Schäden, die durch einen Wildunfall verursacht werden, von den Versicherungen übernommen, vorausgesetzt, der Unfall wurde korrekt der Polizei gemeldet.

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