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Die Fünftagestour des Zwölf-Tonnen-Baggers

Neubau Eine Baustelle auf dem Säntis birgt viele Risiken. Der höchste Berg der Ostschweiz ist dem Wetter gnadenlos ausgesetzt. Winde von 200 Stundenkilometern fegen über den Säntis, rund hundert Mal im Jahr schlägt der Blitz ein und wegen der hohen Lufttemperatur gilt die Umgebung als nässester Ort der Schweiz. Diese extremen Witterungsbedingungen machen auch vor der Infrastruktur nicht Halt: Vor sieben Jahren verwandelte sich der «Alte Säntis» zur «höchsten Baustelle der Ostschweiz» und erregte schweizweit Interesse.

Damals wurde der östliche Gebäudeteil durch einen Neubau ersetzt. Eindringende Feuchtigkeit, wie auch Kondenswasser, das beim Heizen im Frühling entsteht, hat zu Schimmelbildung geführt und die Wände morsch gemacht. Das Haus wurde unterkellert, wofür 800 Kubikmeter Fels weggesprengt werden mussten. 200 Kubikmeter Beton für das neue Untergeschoss wurden auf den Säntis geflogen. Rund 1400 Flüge waren notwendig, um den Materialtransport zu bewerkstelligen. Zeitweise waren drei Helikopter gleichzeitig zwischen der Schwägalp und der Baustelle im Einsatz. An schönen Tagen flogen die Piloten bis zu 100-mal.

Schreitbagger erklimmt den Säntisgipfel

Für den Abbruch des Ostflügels setzte Bergwirt Ruedi Manser einen zwölf Tonnen schweren Schreitbagger ein. Weil sich der Transport des Gefährts mit dem Helikopter oder der Säntisbahn schwierig gestaltet hätte, musste die Baumaschine aus eigenen Kräften den Berg hochklettern. Fünf Tage war Baggerführer Andreas Bösch unterwegs. Vom Toggenburg bezwang er den Rotsteinpass und fuhr anschliessend zur Meglisalp hinunter und schliesslich über die Wagenlücke zum Säntisgipfel hoch. Vierradantrieb, Schneeketten und die speziellen Abstützfüsse machten den Aufstieg erst möglich.

In der Folge wurden neun Wochen am Stück gearbeitet. Die Männer haben oben auf dem Berg geschlafen. «Es war teilweise Knochenarbeit, schliesslich ist dort oben nur Fels», sagte Bösch nach Beendigung der Bauarbeiten dem «Toggenburger Tagblatt». Insgesamt zogen sich die Bauarbeiten über 13 Monate hinweg. Die Temperaturen und das Wetter bereiteten den Arbeitern Mühe. Der warme Herbst 2011 ermöglichte die Aufrichte des Ostbaus in nur drei Tagen. «Das Wetter hat bestens mitgespielt», sagte Ruedi Manser damals zu dieser Zeitung.

Im Untergeschoss entstanden ein neues Wasserreservoir, sanitäre Anlagen für den Restaurationsbetrieb sowie viel Kellerraum. Neu wurden auch Duschen für Übernachtungsgäste geschaffen; im Untergeschoss wie auch in einigen der neuen Zimmer, die auf Kosten der Matratzenlager entstanden sind. Diese befinden sich auf zwei Stockwerke verteilt über dem Speisesaal. Dieser bietet – mit neu 90 Sitzplätzen – mehr Personen Platz als vorher. Neu lässt er sich aber mittels Faltwänden nach zwei Seiten unterteilen.

Das Bergrestaurant war während des Umbaus die Saison hindurch geöffnet. Pünktlich zum Saisonstart im Jahr 2012 wurde der «Alte Säntis» fertiggestellt. Sobald der Schnee die richtige Beschaffenheit hatte, konnte auch der Bagger den Weg talwärts wagen.

Simon Roth

simon.roth@appenzellerzeitung.ch

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