Die Freude eines Jodelliedes kommt von innen

Gesang und Humor – beides wurde durch den gastgebenden Jodlerklub Bergfründ Ennetbühl, den Jungjodlern Ennetbühl, dem Jodlerklub Bergfinkli Grabs und der Jodlerfamilie Herger aus Buochs am Samstag bei der Jodler-Unterhaltung perfekt umgesetzt.

Franz Steiner
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Die Gastgeber: Der Jodlerklub Bergfründ aus Ennetbühl lässt die Tradition aufleben.

Die Gastgeber: Der Jodlerklub Bergfründ aus Ennetbühl lässt die Tradition aufleben.

NESSLAU. Die Lieder berührten am Samstagabend das Herz der 380 Besucher im fast ausverkauften Büelensaal, die in den Genuss eines unvergesslichen Abends kamen. Musikalisch wurde der Jodlerabend durch die Kapelle Echo vom Rütiberg eröffnet, die nach dem Programm auch zum Tanz aufspielte. Zu Beginn konnte Präsident Hansruedi Egli die vielen Delegationen, Gastformationen, ehemalige Jodlerkollegen und Ehrenmitglieder begrüssen.

De Stockberg und de Säntisspitz

Der mit jungen Stimmen nur so bespickte Jodlerklub Bergfründ Ennetbühl startete den Liederstrauss mit «Im Ennetbühl» vom ehemaligen Dirigenten Josef Zgraggen, der, inzwischen 80jährig geworden, den Abend sichtlich genoss. «De Stockberg und de Säntisspitz bewachet s Dörfli guet. De Herrgott meints halt guet, das git üs frohe Muet, los d Musig aa, de Jodelchor ischt immer schö, s klingt wohl im Ohr, mer werds so gspässig warm derby, ha Freud en Ennetbühler z sy.» Wie schön klingen doch Jodellieder, die die Heimat aufs Schönste besingen. Seit Februar letzten Jahres steht dem Klub mit Katja Zimmermann aus Nesslau eine junge Dirigentin mit Jahrgang 1989 vor, die auch die Jungjodler unter ihren Fittichen hat. Als Musikpädagogin in Ausbildung absolviert sie zurzeit den Master in Luzern. Wenn sie schon nicht mit den 20 strammen Männern in ihren Toggenburger Trachten mitjodeln darf – was übrigens in den Statuten so festgeschrieben ist – so hat sie den Abend wenigstens mit grosser Souveränität moderiert. Nach dem Naturjodel «De Schwägalp zue», machten die Gastgeber der Jodlerfamilie Herger aus dem Nidwaldner Dorf Buochs Platz. Seit sieben Jahren singt das Sextett Walter, Pius, Lydia, Martin, Tobias und Sepp, der gleichzeitig mit dem Akkordeon begleitet, öffentlich. Stimmlich auf höchstem Niveau, trugen sie als erstes «Hei is Dorf» und «De Pfarrer und de Hansli» vor. Sepp hat die meisten Lieder des Familien-Repertoires selber komponiert.

Mit den Jungjodlern aus Ennetbühl, sieben Buben und fünf Mädchen im Schulalter, kam der Nachwuchs zum Zug. Der neunjährige Bruno Scherrer singt mit Begeisterung, und auf die Frage, welches Lied er am liebsten singe, meinte er verschmitzt: «Min Schatz isch kei Zocker». Mit ihren erfrischenden Kinderstimmen eroberten sie im Nu das Publikum. Mucksmäuschenstill wurde es jeweils vom ersten Ton an, wenn die Formationen sich im Halbrund auf der Bühne aufstellten.

Gäste aus dem Rheintal

Der Jodlerklub Bergfinkli Grabs unter der Leitung von Timo Allemann machte die erste Runde komplett mit «Ich bi e Puurebueb» und einem Naturjodel. Die 18 Jodler sind zwischen 20 und 71 Jahre alt. Der Älteste, Walter Vetsch, singt 1. Tenor und ist seit 1977 im «Bergfinkli» aktiv.

Nach einer weiteren Musikeinlage kamen die Formationen in anderer Reihenfolge erneut auf die Bühne. Mal melancholisch, mal erfrischend und mal zum Schmunzeln wurde das Liedgut in all seinen Facetten aufgetischt. Und von jeder Gruppe wurde frenetisch eine Zugabe verlangt. Den Abschluss machten die Gastgeber mit «Im schöne Toggeburg» von Jakob Düsel und einem Naturjodel.

Das dankbare Publikum hatte seine helle Freude an den Jungjodlern aus Ennetbühl. Rechts Dirigentin Katja Zimmermann. (Bilder: Franz Steiner)

Das dankbare Publikum hatte seine helle Freude an den Jungjodlern aus Ennetbühl. Rechts Dirigentin Katja Zimmermann. (Bilder: Franz Steiner)

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