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Wegen der Sommerhitze kams zum Defizit: Besucher blieben dem Appenzeller Heilbad fern

Die Mineral- und Heilbad Unterrechstein AG in Grub hat aufgrund des schönen Sommers 2018 eine halbe Million Franken Verlust verbuchen müssen. Ein wetterunabhängiges Angebot wird nun lanciert.
Astrid Zysset
Die Mineral- und Heilbad Unterrechstein AG hat im vergangenen Jahr einen erheblichen Verlust verbuchen müssen. Bild: PD

Die Mineral- und Heilbad Unterrechstein AG hat im vergangenen Jahr einen erheblichen Verlust verbuchen müssen. Bild: PD

Der vergangene Sommer hat der Mineral- und Heilbad Unterrechstein AG zu schaffen gemacht. Während der sechs Monate zwischen April und September war durchgehend schönes Wetter. Die Besucherzahlen im Appenzeller Heilbad in Grub sind dadurch massiv eingebrochen. Umsatzeinbussen zwischen 30 und 40 Prozent wurden monatlich verzeichnet, so viel wie noch nie seit der Eröffnung der Anlage 1982. Sandro Agosti, Vizepräsident des Verwaltungsrats, umschrieb den Rückgang der Besucherfrequenzen an der Generalversammlung vergangenen Donnerstagabend mit dem folgenden Vergleich: «Es ist ähnlich wie beim Fondue im Hochsommer: Niemand hat Lust darauf, obwohl es eigentlich fein wäre.» Sämtliche Thermal- und Heilbäder in der Schweiz und dem benachbarten Ausland hätten im vergangenen Hitzejahr auf der Verliererseite gestanden, so Agosti weiter.

Um die ausbleibenden Einnahmen abzuwenden, hätte man im Appenzeller Heilbad schon früh reagiert. Einzelne kostensenkende Massnahmen in den Betriebsabläufen und im Personalbereich wurden ergriffen wie auch verstärkte Marketingmassnahmen lanciert. Doch nichts half. «Wir müssen nun das Defizit ausbaden», sagte Verwaltungsratspräsident Heinrich Eggenberger vor den 115 Aktionären. Das Jahresergebnis 2018 weist einen Ertrag von rund 1,7 Millionen Franken aus. Eine Million käme von den Bad- und Saunaeintritten, 100000 Franken sind Einnahmen aus dem Bistro. «Beides liegt deutlich unter unseren Erwartungen», so Eggenberger. Der betriebliche Gesamtaufwand beträgt rund 1,5 Millionen Franken. Vom Ergebnis von fast 200000 Franken werden noch Zinsen und Steuern abgezogen wie auch Abschreibungen von 412000 Franken, sodass schlussendlich rund eine halbe Million Franken Verlust resultiert. Ein Minus, das mit den Reserven ausgeglichen wird. In das Jahr 2019 startete die Mineral- und Heilbad Unterrechstein AG mit einer schwarzen Null.

Zusammenarbeit mit der Orthopädie St. Gallen

Eggenberger zeigte sich aber zuversichtlich, dass es nun aufwärtsgeht. Die Zeichen für 2019 stünden zumindest aufgrund der Resultate der ersten Monate gut. Dennoch möchte man langfristig auch auf wetterunabhängige Angebote setzen. Der Verwaltungsratspräsident verkündete an der Generalversammlung, dass eine Zusammenarbeit mit der Orthopädie St. Gallen beschlossen wurde. Diese soll künftig im Appenzeller Heilbad eine ärztlich geleitete Physiotherapie inklusive Fitnessbereich führen. Agosti sprach von einem grossen Potenzial, das in der Kollaboration liegt. «In die Physiotherapie geht man, wenn es wehtut – unabhängig davon, ob draussen schönes Wetter ist.» Da die bestehenden Räumlichkeiten im Heilbad nicht ausreichen, um das Angebot unterzubringen, ist im Frühjahr 2020 ein Anbau vorgesehen. Dieser soll im Bereich der Sonnenterrasse entstehen. Im Herbst 2020 könnte bereits die Eröffnung stattfinden. Wie Eggenberger betonte, soll der Fitnessbereich aber nicht nur den Patientinnen und Patienten der Physiotherapie offen stehen, sondern öffentlich sein. «Wir sprechen eine jüngere und ältere Kundschaft an.» Vorerst ist aber lediglich die Zusammenarbeit beschlossen. Ein fertiges Projekt gibt es noch nicht.

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