Die Fahrt endet am Stadtrand von St.Gallen

Die Postautolinie 180 soll künftig nicht mehr bis nach St. Gallen führen. Die Erstellung einer Buswendeschlaufe in der Lustmühle wird geprüft. Dort müssten die Passagiere dann auf den Zug umsteigen.

Astrid Zysset
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Hier bei der Haltestelle Lustmühle soll die Buswendeschlaufe erstellt werden. Möglicherweise befahren diese dann zwei Busse pro Stunde. (Bild: ASZ)

Hier bei der Haltestelle Lustmühle soll die Buswendeschlaufe erstellt werden. Möglicherweise befahren diese dann zwei Busse pro Stunde. (Bild: ASZ)

Die Platzverhältnisse beim Bahnhof in St. Gallen sind knapp. Darum sollen künftig nicht mehr alle Postautolinien bis dorthin verkehren. Die Passagiere müssten am Stadtrand auf den Zug umsteigen. So soll beispielsweise der Kurs aus Muolen in Wittenbach enden und nicht mehr direkt nach St. Gallen führen. Bei einer Linie im Appenzellerland stehen die gleichen Überlegungen zur Diskussion: Die Postautolinie 180, welche von Herisau über Hundwil, Stein nach St. Gallen führt, würde verkürzt und in der Lustmühle enden. Geplant ist die Einführung auf frühstens 2022. «Jetzt wird der Fahrplan 2020/2021 ausgearbeitet. Dort bleibt alles noch beim Alten», erklärt Oliver Engler von der kantonalen Fachstelle für öffentlichen Verkehr. «Die Appenzeller Bahnen arbeiten bis zum Ende des Umbaus des Güterbahnhofs in St. Gallen mit einem Übergangsfahrplan. Erst 2022 folgt das definitive Fahrplankonzept.» Das heisst aber auch: Dauert die Baustelle beim Güterbahnhof länger als geplant, verschiebt sich auch die Einführung des neuen Fahrplans.

Die Umsetzung des verkürzten Kurses ist nicht einfach. Vieles muss aufeinander abgestimmt werden. «Fünf bis zehn Minuten Wartezeit für die Passagiere in der Lustmühle wären bei einer solch kurzen Linie zu viel», sagt Engler. Nur wenige Minuten seien im Pendlerverkehr zumutbar. Der Fahrplan des Postautos muss also genau auf denjenigen der Bahn abgestimmt werden. «Es gilt, viele Bedürfnisse zu berücksichtigen», so Engler. So sind beispielsweise möglichst gute Anschlüsse in St. Gallen oder das Erreichen einer 30-minütigen Reisezeit von Appenzell nach St. Gallen wichtig. Im kommenden Frühjahr soll nach Vorliegen des definitiven Fahrplankonzeptes der Appenzeller Bahnen ein Buskonzept ausgearbeitet werden. Nur wenn das Kreuzen der Busse und Züge in der Lustmühle optimal aufeinander abgestimmt werden kann, gilt die Einführung des verkürzten Kurses als realistisch.

Mögliche Einführung des Halbstundentaktes

Für die Passagiere hätte das Umsteigen in der Lustmühle Vor- und Nachteile. Einerseits können sie zwar nicht mehr bis nach St. Gallen sitzen bleiben, andererseits stünde ihnen dann nicht mehr nur einmal pro Stunde ein Postauto zur Verfügung. Die Überlegung ist, einen Halbstundentakt für das Postauto der Linie 180 einzuführen. Dies ginge ohne grosse zusätzliche finanzielle Aufwendungen, schätzt Engler. Denn durch die Verkürzung der Linie wäre die Einführung möglich, ohne zusätzliche Fahrzeuge beschaffen zu müssen. Die Notwendigkeit, ob alle Haltestellen in Herisau, an welchen bislang die Linie 180 hielt, weiter bedient werden, wird als Teil des Buskonzeptes überprüft. Mit einer Zeiteinsparung soll nämlich sichergestellt werden, dass auch wirklich zwei Fahrten pro Stunde untergebracht werden können. Weiterer Vorteil: Die Teufenerstrasse würde vom Verkehr entlastet. Und mit dem Zug stehen keine Wartezeiten im Stau an.

Buswendeschlaufe wird erstellt

Da der Platz heute für das Wenden eines Postautos in der Lustmühle nicht ausreicht, würde eine Buswendeschlaufe erstellt. Der Teufener Gemeinderat hat gemäss einer Mitteilung vor wenigen Tagen einer solchen Erstellung zugestimmt. Die Realisierung könnte gleichzeitig mit der Korrektur des Feldwaldbaches sowie einem privaten Bauvorhaben oberhalb der heutigen Autogarage erfolgen. «Der Bau der Buswendeschlaufe ist keine grosse Herausforderung», so Urban Keller, Leiter des Tiefbauamtes. «Die Schwierigkeit bei diesem Projekt ist die Feinabstimmung des Fahrplans.» Wann die Planauflage erfolgt, ist noch unklar.