Die erste Million ist verbaut: Das Hotel Linde in Heiden eröffnet nach einer Umbauetappe mit renovierten Zimmern und neuen Möbeln  

Mit dem Umbau hat sich in der «Linde» Heiden einiges verändert. Der Biedermeiersaal wird momentan als Restaurant genutzt.

Jesko Calderara
Drucken
Teilen
Die Gastgeber Kasia Balinska Thurnheer und Edi Thurnheer sowie  der neue Küchenchef Markus Steger freuen sich über die erste Umbauetappe im Hotel Linde Heiden.

Die Gastgeber Kasia Balinska Thurnheer und Edi Thurnheer sowie  der neue Küchenchef Markus Steger freuen sich über die erste Umbauetappe im Hotel Linde Heiden. 

Bild: Ralph Ribi

 
Wer zurzeit den Biedermeiersaal des Hotels Linde in Heiden betritt, erlebt mehrere Neuerungen. Zum einen dienen die Räumlichkeiten seit der Wiederöffnung am vergangenen Montag vorübergehend als Restaurant. Dadurch können die Coronavorschriften eingehalten werden. Zum anderen wurde der Saal seit Januar im Rahmen der ersten Etappe renoviert.

Neu Möbel, neu Technik

Bauherrin des Umbaus ist die Stiftung Hotel Linde als Eigentümerin der Liegenschaft. Zum Teilprojekt gehört unter anderem die Erneuerung der Möblierung und jene der Technik. So gibt es neuerdings zwei fix installierte Leinwände, was für Sitzungen und Seminare vorteilhaft ist.

Welche Anforderung die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes an Architekt Ueli Sonderegger stellte, zeigt sich bei den Zimmern im ersten und zweiten Obergeschoss. Sechs von ihnen sind komplett renoviert und individuell gestaltet worden. Sie erfüllen nun alle Anforderungen an moderne Hotelzimmer und sind im Vergleich zum alten Teil kaum wiederzuerkennen.

Die im Laufe der Zeit gemachten Einbauten wurden entfernt, sodass die historische Substanz wieder sichtbar ist. Ein Beispiel dafür sind die Tapeten, die in jedem ­Zimmer farblich anders daherkommen. Demgegenüber sind die neuen Nasszellen auch als Erneuerung lesbar, wie der Architekt in seinem Bericht schreibt.

Hotel umfasst neu zwei Themenzimmer

Das Beherbergungsangebot des Hotels umfasst künftig ein rollstuhlgängiges Zimmer und zwei sogenannte Themenzimmer. Deren Sponsoren (ortsansässige Firmen) durften die Wand zwischen der Nasszelle und dem übrigen Zimmerraum gestalten. Sie präsentieren sich zudem in einer Gästebroschüre

Sechs Hotelzimmer wurden saniert und mit einer neuer Nasszelle versehen.

Sechs Hotelzimmer wurden saniert und mit einer neuer Nasszelle versehen. 

Bild: Ralph Ribi

 Abge­sehen von diesen baulichen ­Veränderungen führte die «Linde» ein neues digitales Kassen- und Buchungssystem ein. Eine ­grosse Herausforderung beim Umbau war gemäss Sonderegger die Einhaltung der Brandschutzvorschriften. «Diese verschlingen viel Geld, ohne dass davon etwas sichtbar ist.» Noch sind die Arbeiten nicht abgeschlossen. So wird zurzeit das Untergeschoss ausgebaut. Dort entstehen ein rollstuhlgerechtes WC sowie Umkleideräume für die Mitarbeitenden.

Es fehlen noch 3,6 Millionen Franken

In den vergangenen Wochen sind rund 1,1 Millionen Franken verbaut worden. Mit dem Aufwand für die Planung des Gesamtprojekts hat die Stiftung bereits zwei Millionen Franken ausgegeben. Darin ist der Kaufpreis für die Liegenschaft in Höhe von 1,2 Millionen Franken nicht eingerechnet.

Aufgrund der Coronakrise und des hohen Kapitalbedarfs gibt es im weiteren Fahrplan eine Änderung. Ursprünglich war vorgesehen, die zweite Sanierungsetappe im Frühjahr 2021 in Angriff zu nehmen. Dieses Vorhaben wird nun um ein Jahr verschoben. Urs-Peter Frey, Präsident der Stiftung Hotel Linde Heiden begründet:

«Zuerst müssen wir eine gesunde finanzielle Basis schaffen.»

Abgesehen davon liessen sich die Auswirkungen der Pandemie auf den Betrieb der «Linde» und die Stiftungen als mögliche Geldgeber noch nicht abschätzen. Der angepasste Umbauplan sieht nun vor, 2022 die übrigen Zimmer, die Küche, das Restaurant, den Empfang, die Terrasse und die Fassade zu erneuern. Zu einem späteren Zeitpunkt folgt die Sanierung der obersten Etage sowie des Dachs. Um diese Massnahmen wie geplant umzusetzen, fehlen insgesamt noch rund 3,6 Millionen Franken. Für die zweite Umbauetappe sind es 2,5 Millionen Franken.

Daher wird die Sammelaktion zur Sicherung der Finanzierung fortgeführt. Als mögliche Geldgeber kommen nationale Stiftungen und Privatpersonen in Frage. Zur Unterstützung des Fundraisings soll ein Patronatskomitee mit regionalen Persönlichkeiten aus Kultur und Wirtschaft gegründet werden. Aufgrund von Covid-19 musste der Tag der offenen Tür verschoben werden. Dieser war Anfang April geplant und wird nachgeholt.

Wechsel steht an

Gastgeber verlassen die «Linde»

Im Betrieb des Hotels Linde kommt es zu personellen Wechseln. Mit der Wiedereröffnung hat der neue Küchenchef Markus Steger seine Stelle angetreten. Er war bis anhin im Gasthof Krone in Wolfhalden tätig. An seiner neuen Wirkungsstätte wird er künftig unter einer neuen Geschäftsführung kochen. Wie kürzlich bekannt wurde, haben die bisherigen Gastgeber gekündigt. Sie werden die «Linde» per Ende Jahr verlassen. Kasia Balinska Thurnherr ist seit fast 17 Jahren für das traditionsreiche Hotel und Restaurant tätig, 15 Jahre davon in der Geschäftsleitung. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Stiftung und der Genossenschaft wird nun eine Nachfolgelösung suchen. (cal)