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Die erste Ausserrhoder Gemeinderätin

Zum Gedenken
Herta Vitzthum-Nüssly, Heiden/Walzenhausen, 2. Dezember 1919 – 23. Februar 2018. (Bild: PD)

Herta Vitzthum-Nüssly, Heiden/Walzenhausen, 2. Dezember 1919 – 23. Februar 2018. (Bild: PD)

Im Frühling 1972 wurde Herta Vitzthum-Nüssly in den Gemeinderat von Walzenhausen gewählt. Dieses Amt bekleidete sie als erste Frau Ausserrhodens. Am 6. März musste von ihr Abschied genommen werden.

In der eidgenössischen Volksabstimmung vom 7. Februar 1971 wurde das Frauenstimm- und -wahlrecht deutlich gutgeheissen. Bereits ein Jahr später wurde Herta Vitzthum zur Gemeinderätin erkoren. In der Walzenhauser Exekutivbehörde wirkte sie unter anderem als Schulkassierin und Mitglied der Handarbeitskommission.

Solide kaufmännische Ausbildung

Geboren am 2. Dezember 1919, wuchs Herta in der Pflegefamilie Nüssly in St. Gallen-Bruggen auf. Der harmonischen Kinder- und Primarschulzeit folgten fünf kaufmännische Ausbildungsjahre in der St. Galler Töchterschule Talhof. 1938 absolvierte sie einen Aupair-Aufenthalt in England, der aber wegen des Kriegsausbruchs vorzeitig abgebrochen werden musste. Von 1939 bis 1945 arbeitete sie anschliessend als versierte Sekretärin in der St. Galler Textilhandelsfirma Sailer & Schönsleben, wo sie mit dem Walzenhauser Ernst Vitzthum ihren künftigen Gatten kennenlernte. 1945 wurde geheiratet und das Eigenheim im Weiler Kuss bezogen. Dem Ehepaar wurden fünf Kinder geboren. Gleichzeitig gründete das Ehepaar einen Textilbetrieb, der sich dank des exklusiven Einsatzes von Stepp-Stickerei-Maschinen und spezieller Verfahren eines raschen Aufschwungs erfreute. Dem Haus wurde ein Anbau angegliedert, und im Schichtbetrieb konnten rund zwanzig Mitarbeiterinnen aus der Gemeinde, der Umgebung, aus Vorarlberg und Italien beschäftigt werden.

1966 wurde Ernst Vitzthum in den Ausserrhoder Regierungsrat gewählt, dem er bis 1976 angehörte. Als Unternehmerin und Familienfrau war Herta Vitzthum jetzt in besonderem Masse gefordert, doch meisterte sie all ihre Aufgaben bravourös. 1976 wurde die Stepp-Stickerei aufgegeben, und die neugewonnene Freizeit nutzte das Ehepaar Vitzthum unter anderem für Reisen mit Tochter Ruth, die bei der Swissair arbeitete. Nach dem Tod von Gatte Ernst im Jahre 1991 verblieb Herta im geliebten Haus im Kuss. Zunehmende Altersbeschwerden liessen sie im Jahre 2008 den Wohnsitz ins Altersheim Quisisana in Heiden verlegen. Fürsorglich betreut, durfte sie im Haus ihre letzten Lebensjahre verbringen, und eine besondere Freude bereiteten ihr immer wieder die Besuche ihrer Kinder, Gross- und Urgrosskinder. Am 23. Februar schloss sich der Lebenskreis von Herta Vitzthum, die als vielseitig engagierte Persönlichkeit in bester Erinnerung bleibt. (pe)

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