Die digitale Welt im Kinderzimmer

Auf der Suche nach einem Geburtstagsgeschenk für meinen sechsjährigen Neffen begab ich mich kürzlich in ein bekanntes Spielwarengeschäft in St. Gallen. Eine konkrete Idee hatte ich beim Betreten des Ladens noch nicht.

Jesko Calderara
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St. Gallen - Jesko Calderara Redaktion Appenzell (Bild: Jesko Calderara)

St. Gallen - Jesko Calderara Redaktion Appenzell (Bild: Jesko Calderara)

Auf der Suche nach einem Geburtstagsgeschenk für meinen sechsjährigen Neffen begab ich mich kürzlich in ein bekanntes Spielwarengeschäft in St. Gallen. Eine konkrete Idee hatte ich beim Betreten des Ladens noch nicht. Ich suchte für den Buben etwas zum Spielen, das altersgerecht ist, ihm Spass macht und er noch nicht hat. «Spielkonsolen liegen total im Trend und bereiten Kindern jeglichen Alters Freude», erklärt mir eine nette Verkäuferin. Auf mein Zögern hin betont sie zudem noch deren pädagogischen Wert.

Beim Rundgang durch das Geschäft wird mir einmal mehr bewusst, wie stark die digitale Welt bereits im Kinderzimmer Einzug gehalten hat. Anscheinend reisst ein gewöhnliches Spielauto heute kein Kind mehr vom Hocker. Inzwischen muss es blinken, leuchten und am besten noch Geräusche von sich geben. Dabei werden die elektronischen Komponenten immer ausgeklügelter. So sind Spielzeug-Roboter erhältlich, die sich mit einer Fernbedienung oder durch Sprachbefehle steuern lassen. Längst kein Geheimtip mehr ist das Tiptoi-Lernsystem, mit dem Kinder die Welt spielerisch entdecken können. Tippen sie mit dem Stift auf ein Bild oder einen Text, erklingen die entsprechende Ausdrücke, Geräusche oder Musik. Auch in klassischen Spielsachen wie Plüschtieren sind teilweise Ton-, Licht- und Bewegungseffekte eingebaut. Selbst die Barbiepuppe im rosa Kleidchen ist im digitalen Zeitalter angekommen. Die «sprechende Blondine» kostet um die 60 Franken.

Fündig bei der Suche nach einem Geschenk für meinen Neffen wurde ich andernorts: in der Abteilung mit Lego und Playmobil. Es gibt sie also noch, die Klassiker unter den Spielwaren. Sachen, mit denen bereits meine Generation in ihrer Kindheit spielte und die offensichtlich auch in der heutigen digitalen Welt noch gefragt sind.

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