Die CVP ging in den Untergrund

Die Besichtigung des Tagbautunnels Engi der Umfahrung Bütschwil stiess auf grosses Interesse. Die Tunneldecke sollte noch vor Weihnachten geschlossen werden. Der Bau des Tunnels kommt billiger zu stehen als budgetiert.

Martin Knoepfel
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Das Südportal des Tunnels Engi mit der Spitze der Besuchergruppe. (Bild: Martin Knoepfel)

Das Südportal des Tunnels Engi mit der Spitze der Besuchergruppe. (Bild: Martin Knoepfel)

BÜTSCHWIL. Rund 80 Personen kamen am Donnerstagnachmittag zur Besichtigung der Baustelle der Umfahrung Bütschwil. Das waren weit mehr, als die organisierende CVP Toggenburg erwartet hatte. Der Projektleiter der Umfahrung, Ruedi Vögeli, und sein Stellvertreter, Rolf Stadelmann, führten die Besucher durch den Tagbautunnel Engi, dessen Dimension viele ins Staunen versetzte. Im Tunnel war ein Abschnitt mit Plastikvorhängen abgetrennt und geheizt. Das sei nötig, da vor kurzem betoniert worden sei und der Beton beim Aushärten nicht gefrieren dürfe, sagte Stadelmann. Im Tunnel fehlen noch 20 Meter Decke. Das werde man bis Weihnachten schaffen.

Tiefpunkt in der Tunnelmitte

Der Tunnel fällt von Engi und von Hofacker her, weshalb in der Mitte ein Schacht erstellt wird. Er sammelt das Wasser, das dann durch ein Rohr mit einem Meter Durchmesser in ein Absetzbecken und von dort in die Thur fliesst. Wegen der rund 50 Quellen im Trassee der Umfahrung wurden zahlreiche Düker – grosse Siphons – erstellt, die das Wasser unter dem Tunnel hindurchleiten. Da der Fels im Trassee des Tunnels Engi fast bis zur Oberfläche reicht, musste man ihn durch Sprengungen abbauen. Bis zu acht Sprengungen am Tag wurden gezündet und total 20 Tonnen Sprengstoff benötigt.

Im Januar beginnen laut Stadelmann die Arbeiten am Tunnel Bahnhof. Den trockenen Sommer 2015 habe man genutzt, um an verschiedenen Orten die Erde abzutragen und zu deponieren.

Der Anschluss Engi wird T-förmig gebaut und mit einem Lichtsignal ausgestattet. Der Regierungsrat habe gegen kreuzungsfreie Anschlüsse entschieden, da es sich um eine Ortsumfahrung und nicht um eine Schnellstrasse handle, sagte Rolf Stadelmann. Der Anschluss Neu-Dietfurt sei kreuzungsfrei, weil er vor diesem Entscheid projektiert wurde.

Wenn die Decke des Tunnels Engi geschlossen ist, wird der Raum oberhalb der Decke mit Aushubmaterial aufgefüllt, da die Kantonsstrasse wieder am alten Ort verlaufen wird. Für den Ausbau der Hilfsbrücken in Engi muss die Strasse ab Februar bis voraussichtlich September 2016 einspurig geführt werden. In Neu-Dietfurt werde es dagegen für den Bau des Tagbautunnels keinen Einspurverkehr geben, da eine provisorische Umfahrungsstrasse erstellt werde, sagte Rolf Stadelmann. Der Tagbautunnel Neu-Dietfurt liegt ebenfalls teilweise unter der Kantonsstrasse.

Günstiger als erwartet

Für die Umfahrung Bütschwil sind Kosten von 200,4 Millionen Franken budgetiert (Stand 2008). Die teuersten Einzelobjekte sind die Tunnel Engi, Bahnhof, Michelau und Neu-Dietfurt. Für den Tunnel Engi habe man jedoch einen Werkvertrag über 23 statt der budgetierten 34 Millionen Franken unterzeichnet, sagte Rolf Stadelmann.

In Neu-Dietfurt gebe es zwei Deponien aus dem letzten Jahrhundert. Die eine enthalte nur Bauschutt. Das Material der anderen Deponie im Bereich der Spinnerei sei heikler. Die Entsorgung müsse der Kanton bezahlen, sagte Rolf Stadelmann.