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Monica Sittaro blickt auf die ersten Monate als Leiterin der Reha Lutzenberg zurück

Als Leiterin des RehaZentrums Lutzenberg fühlt sich Monica Sittaro wohl, weil es um Menschen geht, die gestrandet sind und denen zu helfen sich lohne. Auf der politischen Bühne wird sie künftig kürzertreten.
Monika Egli, Jesko Calderara
Monika Sittaro: «Die Szene ist gross wie eh und je.» (Bild: Jesko Calderara)

Monika Sittaro: «Die Szene ist gross wie eh und je.» (Bild: Jesko Calderara)

Das Einleben vollzog sich im Schnelldurchlauf: Monica Sittaro hatte zehn Tage Zeit, vom Vorgänger das Wesentliche über die Leitung des RehaZentrums zu erfahren, dann stand sie bereits als Chefin von rund 30 Mitarbeitenden und ebenso vielen Klienten alleine da. «Die Einarbeitung mit Peter Gut war sehr wertvoll, länger war aber auch nicht nötig», sagt sie im Rückblick auf den letzten März. «Als Chefin muss man von Beginn an auf dem Posten sein, das ist die Erwartung aller.»

Vom Gross- zum Kleinbetrieb

Zuvor war Monica Sittaro während neun Jahren Prorektorin am Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum in St. Gallen. Dabei stand sie 300 Mitarbeitenden und 1500 Schülern vor. Der Wechsel ins RehaZentrum war deshalb nicht nur ein Schritt weg vom Bildungs- hin zum Sozialbereich, sondern auch von einem Gross- zu einem Kleinbetrieb. «Ich fühle mich hier sehr wohl. Den Geist der Institution konnte ich von Anfang an mittragen, weil er sich mit meiner Art des Umgangs mit Menschen deckt.» Die Arbeit sei zwar anders als in einem Schulbetrieb, trotzdem sieht sie viele Parallelen. Auch hier gelte es – wie es jede Lehrkraft kenne – die Balance zwischen Empathie und Distanz zu finden. Sie beschäftigt sich zwar nicht direkt auf der operativen Ebene, ist dieser aber sehr nahe. Da sie über Aufnahmen und zuweilen auch Ausschlüsse von Klienten entscheidet, müsse sie über deren Geschichten Bescheid wissen. Darunter seien sehr komplexe Fälle. Sie ist mit dem Team und der Geschäftsleitung bei der Themenentwicklung dabei, übt eine Triagefunktion aus und behält dabei stets die strategischen Vorgaben im Auge. Dass sie als knapp 50-Jährige noch einmal durchstarten und all das Neue lernen dürfe, gebe ihr enorm Energie. Monica Sittaro betrachtet die Institution und damit auch sich selbst als Chancengeberin für Menschen, die es nötig haben, dass man ihnen Chancen gibt: «Und das ist ein Privileg.»

Auch eine gesellschaftliche Komponente

Ein grosses Augenmerk legt sie auf die Vernetzung. Es ist Monica Sittaro ein Anliegen, den Entscheidungsträgern, in der Regel sind das politische Gremien und Einweiser, sowie der Öffentlichkeit den gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Wert ihres Zentrums aufzuzeigen. «Wir stehen im schweizweiten Vergleich sehr gut da. Überdurchschnittlich viele Personen sind nicht mehr von der Sozialhilfe abhängig, wenn sie uns verlassen», wie sie anhand von Erhebungen belegt. Den Zahlenden, also den Gemeinden, aber auch den Kantonen des Konkordats, will sie vermehrt bewusst machen, dass es Drogenabhängige ohne Entzug und Rehabilitation unter Umständen nie mehr in ein gesellschaftlich anerkanntes Umfeld schaffen und dass sie von der öffentlichen Hand abhängig bleiben. «Das wird für die Gemeinden bedeutend teurer als ein zum Beispiel einjähriger Aufenthalt bei uns.» Die Drogenszene habe sich von öffentlichen in private Räume verlagert. Deshalb entstünde der Eindruck, dass ein grösseres Drogenproblem gar nicht mehr existiere. Dem sei aber nicht so: «Die Szene ist gross wie eh und je.»

Kommissionspräsidium stellt sie zur Verfügung

Angesichts all der Aufgaben und Tätigkeitsfelder hat Monica Sittaro beschlossen, auf der politischen Bühne kürzerzutreten. Die heutige Präsidentin der Staatswirtschaftlichen Kommission (StwK) wird sich nicht mehr in die neue Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Kantons wählen lassen. «Das Amt der StwK-Präsidentin lässt sich mit der Leitung dieser Institution nicht vereinbaren. Der zeitliche Aufwand im Zusammenhang mit meiner 100-Prozent-Anstellung ist grenzwertig hoch.»

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