Die Bühler Kinder springen in eine neue Schulwelt

Nach den Sommerferien gehen die 15 Bühler Primarschüler nach Nesslau in die Büelen zur Schule. Während einer Projektwoche lernen sie durch Tanz, Theater und Rap ihre Gefühle auszudrücken. Das Gelernte werden die Schüler am Schulhausfest vom 13. Juni den Eltern und Besuchern vorspielen.

Christiana Sutter
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Legende (Bild: Christiana Sutter)

Legende (Bild: Christiana Sutter)

NESSLAU. «Wir gehen im Sommer ins Dorf. Wir haben einen längeren Schulweg und einen neuen Pausenplatz mit Fussballfeld und einer Hollywood-Schaukel», sagt Laurina. Nach den Sommerferien geht sie in den Büelen in die dritte Klasse.

Abschied soll nicht schwerfallen

Diese Woche ist für die Erst- bis Drittklässler im Schulhaus Bühl Nesslau speziell. Seit gestern lernen sie in einer Projektwoche durch Tanz, Theater und Rap mit Susanne Roth, Tanz- und Theaterpädagogin aus Ebnat-Kappel, ihre Gefühle auszudrücken. «Das können Trauer, Angst, Wut, aber auch Freude sein.» Der Grund dieser Projektwoche ist die Schliessung des Bühler Schulhauses. «Für die Kinder ist es ein Sprung in eine neue Welt», sagt sie. Durch Tanz und Theaterspielen sollen die Schüler den Wechsel von einem zum anderen Schulhaus besser verarbeiten können und der Abschied soll ihnen nicht so schwerfallen. Die Schulkinder haben letzten Herbst erfahren, dass das Schulhaus Bühl geschlossen wird.

Jeweils am Morgen dieser Projektwoche lernen die Schüler unter der Anleitung der Tanz- und Theaterpädagogin, wie man Gefühle mit dem Körper ausdrücken kann. Das Gelernte führen sie am grossen Schulhausfest vom 13. Juni den Besuchern vor. «Für die Kinder ist es sicher auch spannend, etwas Neues auszuprobieren», sagt Klassenlehrer Andi Honegger.

Bereits im März haben die Schüler in einem Brief ausgedrückt, wie es jedem einzelnen zumute ist. Nela aus der ersten Klasse formulierte es so: «Bis zu den Sommerferien dürfen wir im wunderschönen Bühl zur Schule gehen. Heute (es war der 2. März) konnte ich zur Schule fliegen, weil es so gestürmt hat.»

Als Einleitung in die Tanz- und Theaterwoche erzählten die Kinder am Dienstagmorgen, was sie über das Pfingstwochenende erlebt haben. Anschliessend probierten sie in einer Gruppenübung, wie es sich anfühlt, den Augenkontakt mit seinem Gegenüber zu halten. «Diese Übung fordert von den Kindern viel Konzentration und bringt Ruhe in die Gruppe», sagte die Tanz- und Theaterpädagogin. Die Kinder sollen lernen, dass man sich nicht verstecken kann. Denn der Augenkontakt zeigt die Ehrlichkeit eines Jeden. Nach der Pause am Vormittag mussten die Kinder als erstes wieder etwas beruhigt werden. In einer Gruppenübung versuchten sie ihrem Namen eine Bewegung zuzuordnen. Diese Bewegungen wurden anschliessend von allen Schülern – inklusive Susanne Roth – wiederholt, «damit ich die Kinder mit dem Namen kennenlerne». Die Kinder waren gefordert, denn sie sollen die Bewegung ihres Gspänlis nicht kopieren. Es entstanden lustige Bewegungsmuster, die anschliessend mit Musik, «und ohne Sprechen», wiederholt werden mussten, forderte Susanne Roth von den Erst- bis Drittklässlern. Anschliessend probten sie bereits für das Theater. Sprechrollen wurden verteilt.

Sprung in eine neue Welt

Auf einem Sprungbrett, dass eigens für dieses Fest von Andi Honegger gebaut wurde, darf jedes Kind einen Sprung ausüben und mit einem Satz zum Ausdruck bringen, wie es sich fühlt. «Ich stelle es mir so vor», beschrieb es der Drittklässler Daniel in seinem Brief: «Ich stehe auf einem Sprungbrett und vor mir ist eine neue Welt, dann hüpfe ich in die neue Welt.» Am grossen Schulhausfest stehen nebst verschiedenen Nesslauer Chören die Schulkinder im Mittelpunkt. Wie es das Motto der Projektwoche schon ausdrückt, ist es für die Schulkinder ein Sprung in eine neue Welt.

Schulhausfest: Samstag, 13. Juni, im Festzelt beim Schulhaus Bühl. Festwirtschaft ab 18 Uhr. Programm der Bühler Schüler ab 19 Uhr. Offizielle Begrüssung um 20.15 Uhr.

Die Schüler sind nach der Mitteilung, dass die Schule Bühl schliesst, erschrocken. (Bild: Christiana Sutter)

Die Schüler sind nach der Mitteilung, dass die Schule Bühl schliesst, erschrocken. (Bild: Christiana Sutter)