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Die Braut haut ins Auge

Brosmete
Lars Syring

Olli war begeistert. Rieke hatte ja immer passende T-Shirts. Aber dieses war so passend, passender ging es gar nicht. Sie hatte das eng taillierte himmelblaue T-Shirt beim letzten Konzert im Institut für Lebenstauglichkeit gekauft. Mit grossen roten Buchstaben stand darauf: «Die Braut haut ins Auge».

Was mochten die Umstehenden denken, die nicht wussten, dass das der Name einer Band aus Hamburg war? Die Gefahr war klein an jenem Abend im Casa. Denn die Sängerin der Band, Bernadette Hengst, stammte aus Bad Salzuflen. Die Band war wohl bekannt, hatte erst kürzlich im ZAK in Jöllenbeck gespielt und kurze Zeit später auch im Kamp in Bielefeld, in der Revue der Ungeliebten. Ausserdem war Bernadette Stammgast im Forum Enger.

Das Girlie-Fieber war auf dem Höhepunkt. Jede junge Frau, die etwas auf sich hielt, hatte sich mit einer kleinen Haarspange eine Strähne aus dem Gesicht gezogen. Die T-Shirts waren mindestens so eng wie die Jeans. Mir gefiel das, Olli auch. Rieke hatte die Haarspange nicht nötig. Sie hatte auch so die volle Aufmerksamkeit. Sie sah ihn an. Dann hauchte sie: «In meinem schönsten Kleid steh ich vor dir und sing dir meine Lieblingslieder, als sänge ich sie zum ersten Mal, doch du ahnst schon: Es ist nicht wahr.» Rieke guckte ihn erwartungsvoll an. Und er stieg ein: «Nichts ist für immer kommt aus meinem Mund», führte er den Songtext weiter, «doch meine Augen wollen immer alles.»

«Ich kann dir kein Versprechen geben, doch ich glaube, ich könnte dich lieben.» «Echt? Meinst du das ernst?» «Weiss nicht. Manchmal denke ich schon.» «Wollen wir es...» «Du», abrupt unterbrach sie ihn. «Dieses Lied hat zwar Flügel, aber jetzt sag doch mal: Was hast du mit der Banane vor?» Olli drehte seinen Kopf zur Seite, blickte auf die Banane in seiner Hand. Er atmete tief durch. Dann noch einmal. Ein Traum war geplatzt, ein Keks zerbröselt. «Also gut. Wenn du es so willst.» Er stand auf und ging zum Nebentisch.

Lars Syring

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