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Die Bibliothek Herisau sucht einen Weg in einer digitalen Welt zu bestehen

Der Vorstand des Bibliotheksvereins beschäftigte sich in den vergangenen zwei Jahren mit der Weiterentwicklung der Bibliothek Herisau – unter anderem könnte ein Kulturzentrum entstehen.
Valentina Thurnherr
An der Podiumsdiskussion: Moderator Georg Amstutz, Vorstandsmitglied des Bibliotheksvereins Christian Aegerter, Einwohnerrätin Monika Baumberger und Leiterin der Kantonsbibliothek Heidi Eisenhut. (Bild: Valentina Thurnherr)

An der Podiumsdiskussion: Moderator Georg Amstutz, Vorstandsmitglied des Bibliotheksvereins Christian Aegerter, Einwohnerrätin Monika Baumberger und Leiterin der Kantonsbibliothek Heidi Eisenhut. (Bild: Valentina Thurnherr)

Im Sinne einer Standortbestimmung hat der Vorstand des Bibliotheksvereins Herisau eine Vision für die künftige Ausrichtung der Bibliothek erarbeitet.

«Wieso braucht es Räume, wenn alles digitalisiert ist, wenn man auf dem iPhone oder iPad Bücher lesen kann?», fragt Sandra Kuster, Präsidentin des Vereins im Rahmen der Hauptversammlung, die am vergangenen Montag stattfand. «Die jetzige Form der Bibliothek hat ausgedient. Die Bibliothek als Treffpunkt jedoch, nimmt einen immer wichtigeren Standpunkt ein.» Die Zukunft zeichne ein Bild von einem Ort der Vernetzung und des Austausches. Im Anschluss an diese kurze Einleitung zeigte der Vorstand einen Film von SRF Kulturplatz über verschiedene Bibliotheken die bereits zu solchen «Orten der Begegnung» geworden sind.

Überleben in einer digitalen Welt

Der Bericht «Bibliothek Herisau 2030 – eine Vision» ist auf der Webseite der Bibliothek Herisau aufgeschaltet. Darin beschreibt der Vorstand verschiedene Szenarien, die sich in der Zukunft abspielen könnten. Einige davon wurden in der anschliessenden Podiumsdiskussion mit Heidi Eisenhut, Leiterin der Kantonsbibliothek, Monika Baumberger, Einwohnerrätin Gemeinde Herisau, Michael Häberli, Leiter der Schule Herisau sowie Christian Aegerter, Aktuar und Vorstandsmitglied des Bibliotheksvereins, erörtert.

Der Vorstand schlägt im Bericht eine verstärkte Kooperation mit der Schule vor. «Ich glaube die Schule ist ein wichtiger Partner», sagt Michael Häberli. «Die Zusammenarbeit kann ausgebaut werden.»

Schon im vergangen Jahr hätten sie fünfzehn ihrer sechzehn Klassen jeweils in die Bibliothek geschickt. Auf die Frage, ob eine Bibliothek in Zeiten von Netflix überhaupt noch eine Chance hat, antwortet Häberli optimistisch: «Immer wenn ein neues Medium auf den Markt kam, dachte man das alte würde verschwinden. Aber ich bin überzeugt, dass Bücher nie aussterben werden.» Heidi Eisenhut hingegen ist der Meinung, dass es nicht drauf ankommt, worauf man liest, sondern, dass man überhaupt liest. «Der Mensch gewöhnt sich sehr schnell um. Ich lese Zeitungen mittlerweile nur noch digital.» Nicht das Medium sollte entscheidend sind, sondern die Informationen, die es liefert.

Ein Ort der Begegnung

Ein weiterer Schritt wäre es, die Bibliothek zu einem sogenannten «Dritten Ort» zu machen, also ein Ort an dem man gerne verweilt und eine gute Atmosphäre herrscht. Dazu würden Kooperationen mit Partnern eingegangen wie etwa Pro Senectute oder der Jugendberatung. Auch der Betrieb eines Cafés wäre möglich. «Das wäre ein grosser Schritt», sagt Aktuar Christian Aegerter. «Um diesen zu wagen würde, ein Verein aber nicht ausreichen, dafür braucht es einen starken Partner wie etwa die Gemeinde.» Mit der Bibliothek allein könnte man natürlich kein neues Dorf-Zentrum entwickeln, aber sie könnte ein wichtiger Puzzlestein sein.

Laut Einwohnerrätin Monika Baumberger wäre in diesem Fall der Kanton auch ein potenzieller Ansprechpartner, da die Bibliothek auch über die Gemeindegrenze hinaus viele Kunden habe.

Das bevorzugte Szenario des Vorstandes scheint aber dasjenige zu sein, bei dem eine Art Kulturzentrum in Herisau entstehen würde. Dabei wäre eine Kooperation mit dem Kino «Cinetreff», mit dem TanzRaum oder mit der alten Stuhlfabrik denkbar.

Ein nächster Schritt soll eine Umfrage sein, die ursprünglich nur an Vereinsmitglieder versandt wurde. Nach einem Input aus dem Publikum sagte Christian Aegerter jedoch: «Der Link kann auch untereinander und auf Sozialen Medien geteilt werden.» Somit sei jeder eingeladen, an der Umfrage teilzunehmen. Mit dieser will der Vorstand eruieren, inwieweit potenzielle Besucher oder Partner diese Vision unterstützen würden.

Umfrage zur künftigen Ausrichtung der Bibliothek

Der Vorstand des Bibliotheksvereins hat eine Umfrage ausgearbeitet an der jeder teilnehmen kann: https://findmind.ch/c/chDpKXzwAZ

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