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Die Appenzeller Bahnen bitten zum ersten Walzer-Tanz

Seit gestern verkehren die ersten Walzer-Kompositionen auf der Strecke Gossau-Appenzell-Wasserauen. Es handelt sich um einen Testbetrieb, bei dem die Züge geprüft werden. Sie verfügen über interessante gestalterische Details.
Karin Erni

Sanft setzt sich die Zugkomposition im Bahnhof Herisau in Bewegung. Nur ein leiser Summton verrät, dass der Zug bereits fährt. «Die neuen Züge beschleunigen kontinuierlich, das ist für die Fahrgäste sehr angenehm», sagt Thomas Baumgartner. Der Direktor der Appenzeller Bahnen (AB) hat am Donnerstag zahlreiche Medienvertreter zu einem besonderen Event geladen. Erstmals befährt eine Walzer-Komposition mit Fahrgästen die Strecke Herisau-Appenzell. Entsprechend genau wird die Fahrt beobachtet. Zwei Mitarbeiter der Herstellerfirma Stadler Rail haben sich im hinteren Teil der knapp 60 Meter langen Komposition positioniert und sind in das elektronische System des Zuges eingeloggt. Sie überprüfen auf ihren Laptops, ob alles korrekt funktioniert. Immer wieder werden dem Lokführer über Funk Fragen gestellt oder Anweisungen erteilt. Im Testbetrieb werden die letzten Feinabstimmungen vorgenommen und allfällige Fehler korrigiert. Der Zug fährt dabei unter Last. Als «Fahrgäste» dienen Sandsäcke. Teppiche und Polster sind mit Plastik abgedeckt, damit die Handwerker, die letzte Arbeiten ausführen, nichts schmutzig machen.

Grosszügiges Raumgefühl

Die Walzer-Komposition verfügt über 138 Sitzplätze in der zweiten und 15 in der ersten Klasse sowie 209 Stehplätze. An besonders gut frequentierten Tagen wie Bettag oder Landsgemeinde können zwei Kompositionen zusammengehängt oder mit zusätzlichen Wagen ergänzt werden. In der neuen Walzer-Komposition fühlt man sich nicht wie in einer Schmalspur-Bahn. Die hohen Waggons mit den vielen Fenstern vermitteln ein grosszügiges Raumgefühl. 40 Millionen Franken haben sich die Appenzeller Bahnen die fünf neuen Kompositionen kosten lassen.

«Die Züge sind den Appenzeller Volksbräuchen gewidmet», sagt Mediensprecherin Sabrina Huber. Die erste Komposition heisst Silvesterchlausen. Die weiteren tragen die Namen Alpfahrt, Stobete, Betruf und Bloch. Bei der Farbgebung habe man sich an Trachten orientiert. Ein kleines, aber feines Detail: An jedem Sitz ist eine kleine Etikette mit Begriffen aus dem jeweiligen Brauch angebracht. Die Sitze der ersten Klasse sind mit Echtleder, diejenigen der zweiten Klasse mit einem robusten Material der Appenzeller Firma Tisca Tiara gepolstert. Die Züge sind voll klimatisiert und mit einem elektronischen Fahrgastinformationssystem ausgestattet. Niederflurzugänge garantieren barrierefreien Zugang für Rollstühle. Im Gegensatz zu den auf der Linie Appenzell-Speicher eingesetzten Tango-Kompositionen verfügen die «Walzer» über eine behindertengerechte Toilette. Durch die grössere Wagenbreite biete sich mehr Platz, sagt Baumgartner. «Ausserdem sind auf dieser Linie viele Touristen unterwegs, da braucht es eine Toilette.» Praktisch sind die sogenannten Funktionsabteile mit 20 Klappsitzen, in denen Fahrräder, Kinderwagen oder grosse Gepäckstücke Platz finden. Bis spätestens Ende August sollen alle fünf Kompositionen im regulären Einsatz stehen.

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