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Biodiversität ist für die Appenzeller Bahnen ein Fremdwort

Das Problem ist ein schweizerisches: Die Bahnböschungen verarmen an Flora und Fauna. Die Flächen werden rationell, aber nicht ökologisch unterhalten. Ein Leserbrief an die Appenzeller Bahnen gibt Anlass, das Thema aus lokaler Perspektive aufzugreifen.
Monika Egli
... sind unansehnliche Flächen geworden (zwischen Gais und Appenzell). (Bild: EG)
Aus den einst blühenden Magerwiesen auch an Bahnböschungen... (Bild: Reto Martin)
2 Bilder

Die Artenvielfalt wegrationalisiert

«Wer aufmerksam mit der Bahn durchs Appenzellerland fährt, sieht ehemals blumenreiche Bahnborde nun mit frisch aufgelegtem Mist. Mist? Natürlich nicht, es ist faulendes Schnittgut, das man einfach liegen gelassen hat.» Hermann Neff aus Gais schreibt dies in einem «Offenen Brief an die Appenzeller Bahnen» und fährt fort, dies sei das Dümmste, was man machen könne, denn so werde die Pflanzenvielfalt vernichtet. «Alle klagen über den Verlust der Biodiversität. Dabei», sagt Hermann Neff am Telefon, «wären die Bahnböschungen prädestiniert für artenreiche Wiesen. Damit wäre schon ein grosser Schritt getan». Lasse man das abgemähte Schnittgut aber einfach liegen, entstehe ein geschlossener Kreislauf. Dieser lasse Pflanzen, die eine Magerwiese benötigen, keine Chance. Mitbetroffen seien natürlich auch alle Kleintiere, die ihren Lebensraum verlören.

Verpflichtung und Service public

Hermann Neff stört sich sehr daran, dass auf der einen Seite der Kanton, mitinitiiert durch den Bauernverband und verschiedene Naturschutzorganisationen, eine «Wiesenmeisterschaft» ausgeschrieben hat. Gesucht und prämiert werden die artenreichsten Wiesen 2018. «Da wirkt die heutige Bewirtschaftung der Bahnborde durch die Appenzeller Bahnen wie eine Beleidigung all jener, die Verantwortung für die Natur übernehmen.» Hermann Neff weist darauf hin, dass die Appenzeller Bahnen für ihren Betrieb viel Geld von Bund und Kanton erhalten. «Das verpflichtet meiner Ansicht nach aber auch zu einer ökologischen Pflege ihrer Bahnborde wie früher.» Die heutige Vorgehensweise passe nicht zur Förderung des Tourismus, zu dem sich die Appenzeller Bahnen klar bekennen. Neff gibt zu bedenken, dass alleine die Durchmesserlinie und neues Rollmaterial weit mehr als 200 Millionen Franken kosten werden, und sagt, dass es angesichts dieser Summe geradezu lachhaft sei, wenn man die Mehrkosten für eine naturgerechte Pflege der Bahnböschungen ins Felde führe. «Man rationalisiert einfach alle Blumen weg - so geht das aber nicht.» Hermann Neff und seine mitunterzeichnende Ehefrau Rosmarie fordern von den Appenzeller Bahnen «eine naturgerechte Bewirtschaftung der Bahnborde, das gehört für uns zum Service public».

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