Die Art, mehr zu erreichen

Die Elternbildungskommission Mosnang lud am Montag, 17. November, zu einem Referat von Manfred Gehr, Mental- und Motivationstrainer, ein. Etwa vierzig Personen folgten der Einladung ins Pfarreiheim Mosnang.

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MOSNANG. Heidi Widmer, Schulrätin und Leiterin der Elternbildungskommission, begrüsste die Eltern zum zweiten Elternbildungsanlass des laufenden Jahres. Sie wies darauf hin, dass alle Personen und nicht nur eingeladene Eltern an den Elternbildungsanlässen herzlich willkommen seien. Sie begrüsste Manfred Gehr, der seinerseits bereits alle Anwesenden persönlich mit einem warmen Händedruck willkommen geheissen hatte.

Gespeicherte Fehler

Manfred Gehr stellte sich kurz vor, bevor er in die Thematik des Abends einstieg. Er hat selber fünf Kinder und ist ursprünglich ausgebildeter Oberstufenlehrer. Somit kennt er aus erster Hand die Alltagsprobleme und Situationen im Zusammenhang mit dem Lernen der Kinder. Er hat mit jungen Sportlern die ersten Erfahrungen als Mental- und Motivationstrainer gemacht. Deren Fortschritte und nachweislich angestiegenen Erfolge motivierten ihn und animierten ihn, diese Arbeit weiter zu vertiefen und das Wow-Prinzip zu entwickeln. Mit einer dem Publikum gestellten Kopfrechnung zeigte der Referent eindrücklich, wie viel Zeit und Energie die Anwesenden mit Sorgen und der Furcht vor Versagen verlieren, statt effizient zu rechnen. Er wies darauf hin, dass das Gehirn nicht zwischen Erfahrungen mit Misserfolgen und Erfahrungen mit Erfolgen unterscheidet, sondern Fehler gleichsam wie Erfolge abspeichert. Somit sei der Ärger über Misserfolge gleichbedeutend mit Müllsammeln: Das Gehirn sei eine gigantische Kopiermaschine, die Verhaltensmodelle abspeichere, auch schlechte Modelle! Viele Menschen könnten sehr genau erklären, wie Fehler und Misserfolge entstünden. Jedoch fällt es ihnen wesentlich schwerer, das Gelingen zu beschreiben. Manfred Gehr erklärte anhand dem Beispiel einer Person, die sich schlecht fühlt in Mathematik, wie das Gelingen erlernt werden kann. So sei es wichtig, dem eigenen Gehirn nicht ein Modell des Versagens als Erinnerung zuzuführen, sondern das Modell eines Profis. Die Orientierung an guten Beispielen sei zentral für einen guten Lernerfolg. Der Referent forderte eindringlich die anwesenden Eltern dazu auf, mit ihren Kindern über Gelingen zu reden, statt über Fehler und die Gefahren des Misslingens. Oft enden Fehleranalysen in Anspannung, geschlossener Wahrnehmung und Verwirrung. Dieser Zustand braucht extrem viel Energie. Besser sei es, eine offene Haltung anzunehmen und nach dem Prinzip der besten Möglichkeit zu handeln. Das wahrscheinlich anschaulichste Beispiel einer optimalen Haltung war die Comic-Figur des Balou-Bärs, der mit dem Dschungelkind tanzt. Dazu sagte Manfred Gehr ganz im Sinne seines Wow-Prinzips: «Nicht OW, schwierig; sondern einfach WOW!»

Sich mit Lösungen beschäftigen

Geniessen sei die höchste Form der Aufmerksamkeit. Dieses Prinzip solle auch mehr im Schulunterricht gelten. Wer sich mehr mit Lösungen beschäftige und eine Lösung finde, der habe keine Schwierigkeiten mehr. Oft wurde das Publikum mit Praxisbeispielen und Auflockerungen überrascht und die Suche nach dem Gelingen so kurzweilig gestaltet. Heidi Widmer überreichte zum Schluss dem Referent ein Präsent mit Spezialitäten aus Mosnang. Sie wies auf den nächsten Elternbildungsanlass im Frühling mit dem Thema Tabakprävention – Vorbildfunktion und Haltung – hin.

Mit vielen frischen Ideen und einem positiven Gefühl klang der Elternbildungsabend mit Gesprächen in kleinen Grüppchen aus. (pd)

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