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Die Appenzeller im Leistungscheck

Zwölf Schwinger aus dem Appenzellerland treten zum Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Estavayer-le-Lac an. Der Technische Leiter des Kantonal-Schwingerverbandes äussert sich zum Formstand der einzelnen Athleten.
Thomas Mock
Mannschaftsfoto: Urs Giger, Martin Roth, Andreas Fässler, Marcel Kuster (obere Reihe, v. l.); Thomas Rechsteiner (Präsident Appenzeller Kantonal-Schwingerverband und Kampfrichter), Kuno Sutter, Michael Bless, Matthias Schläpfer (mittlere Reihe, v. l.); Thomas Kuster, Raphael Zwyssig, Naim Fejzaj, Thomas Koch (sitzend, v. l.). Es fehlen Martin Hersche und Markus Schläpfer. (Bild: Lorenz Reifler)

Mannschaftsfoto: Urs Giger, Martin Roth, Andreas Fässler, Marcel Kuster (obere Reihe, v. l.); Thomas Rechsteiner (Präsident Appenzeller Kantonal-Schwingerverband und Kampfrichter), Kuno Sutter, Michael Bless, Matthias Schläpfer (mittlere Reihe, v. l.); Thomas Kuster, Raphael Zwyssig, Naim Fejzaj, Thomas Koch (sitzend, v. l.). Es fehlen Martin Hersche und Markus Schläpfer. (Bild: Lorenz Reifler)

SCHWINGEN. Mit der 44. Ausführung des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes in Estavayer-Le-Lac werden die Schwinger ihren neuen König krönen. In der eigens gebauten Arène de la Broye werden sich ab Samstag 275 Schwinger um die Aufnahme in die Gilde der «Bösen» duellieren. Mit Thomas Rechsteiner sind die Appenzeller auch mit einem versierten Kampfrichter an diesem Grossanlass vertreten.

Bless in guter Verfassung

Die Appenzeller treten mit einem zwölfköpfigen Team an. Für Kuno Sutter, Technischer Leiter des Appenzeller Kantonal-Schwingerverbandes, wären 15 Selektionen wünschenswert gewesen. Für das gesetzte Appenzeller Team erhofft er sich mindestens zwei Kränze. Die gesteckten Ziele für solch einen Grossanlass seien jedoch individuell und den Athleten selber überlassen, wie er betont. Trotzdem gibt er eine Einschätzung über den jeweiligen Formzustand der Schwinger ab.

Demnach präsentiert sich Michael Bless in einer ausgezeichneten physischen Verfassung. Mit seinen Resultaten konnte er sich auch ausserhalb des eigenen Verbandes gut verkaufen. Äussere Umstände dürfen ihn jedoch nicht davon ablenken, sein volles Potenzial abzurufen. Der dritte eidgenössische Kranz sowie ein langes Mitwirken um die Entscheidung wären wünschenswert. Für Raphael Zwyssig spricht eine gewisse Routine an Grossanlässen und das bereits gesicherte Eichenlaub vor drei Jahren. In der Favoritenrolle gilt es jedoch auch gegen unbequeme Gegner ein Rezept zu finden. Sofern er das Optimum aus zwei Wettkampftagen herausziehen kann, ist der zweite Kranzgewinn nicht ausgeschlossen.

Ausgezeichnete Technik

Eine ausgezeichnete Technik und seine Coolness brachten Marcel Kuster bereits in Burgdorf nahe an den Kranzgewinn. Mit seinen körperlichen Voraussetzungen ist er jedoch manchen Schwingern etwas unterlegen. Kann er die Hürden bis am Sonntagnachmittag überstehen, sind ihm der Kranzausstich und der mögliche Kranzgewinn zuzutrauen. Eine für viele Gegner unbequeme und unkonventionelle Schwingart sind die grossen Stärken von Thomas Kuster. Es ist jedoch auch wichtig, nicht durch mangelndes Selbstvertrauen in eine einseitige Schwingweise zu fallen. Wenn er dieses Vertrauen in den ersten Gängen aufbauen kann, sollten sechs Gänge möglich sein.

Hersches Ehrfurcht

Martin Hersches physische Verfassung ist als eine der stärksten im ganzen Verband anzusehen. Mit seiner ausgezeichneten Technik gilt es jedoch auch die Ehrfurcht vor grossen Namen abzulegen. Wenn er die Sicherheit trotz seiner Bänderverletzung wieder findet, sollten der Kranzausstich und bestenfalls der Kranzgewinn in Reichweite sein. Mit dem fünften Eidgenössischen bringt Andreas Fässler eine enorme Routine mit sich. Jedoch gelingt es ihm nicht immer, körperlich mit seinen Gegner mitzuhalten. Kann er seine Flanken- und Bodenschwünge konsequent durchziehen, ist ihm mindestens der Kranzausstich zuzutrauen. Als Youngster hat Thomas Koch nichts zu verlieren. Seine Coolness kombiniert mit dem Feingefühl fürs Schwingen sowie seiner enormen Kraft, kann trotz eher kleinerer Statur Gegner täuschen lassen. Auch für ihn müsste es das Ziel sein, am Sonntag nochmals antreten zu dürfen.

Acht Gänge als Ziel

Je stärker die Gegner sind, umso geringer die Furcht von Martin Roth und besser seine Taktik. Zudem scheint er physisch bereit zu sein. Es gilt dieses taktische Gefühl jedoch auch gegen gleich starke und schwächere Gegner umzusetzen. Gelingt ihm dies, sollten acht Gänge das Ziel sein.

Urs Giger ist ein Kämpfer und kann bis zum Ende eines Ganges immer wieder gefährlich werden. Er scheint physisch bereit zu sein, auch wenn sich seine eher kleinere Statur manchmal nachteilig auswirkt. Zumindest sechs, bestenfalls acht Gänge müssten in Reichweite liegen.

Markus Schläpfers grosses Leid sind die immer wiederkehrenden Verletzungen. Mit seiner Routine und seiner äusserst guten Technik kann ihm jedoch ein optimaler Festverlauf gelingen. Wenn er seine Gegner aus den Reserven locken kann, müsste der Kranzausstich wie bereits vor drei Jahren möglich sein.

Fejzaj als Aufsteiger des Jahres

Matthias Schläpfers Stärke liegt in der Flanke. Zudem kann ihm seine Coolness in den Gängen von wichtigem Nutzen sein. Es ist jedoch seine erste Teilnahme an einem Grossanlass und deshalb müsste sein Ziel ebenfalls sein, auch am Sonntag nochmals anzutreten. Naim Fejzaj ist der Appenzeller Aufsteiger des Jahres. Mit seiner explosiven Schwingweise und seiner Beweglichkeit ist ihm einiges zuzutrauen. Aufgrund seiner eher geringen Erfahrung fehlt im leider manchmal noch das taktische Gespür. Mit den bisherigen Saisonresultaten müssten jedoch acht Gänge und bestenfalls der Kranzgewinn im Bereich des Möglichen liegen.

Kuno Sutter Technischer Leiter des Kantonal-Schwingerverbandes (Bild: Lorenz Reifler)

Kuno Sutter Technischer Leiter des Kantonal-Schwingerverbandes (Bild: Lorenz Reifler)

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