Die Andromeda-Galaxie ist mit einem Fernrohr zu sehen

Sonne Aufgang: 1. Oktober, 7.27 Uhr MOSZ 31. Oktober, 7.09 Uhr MOZ Untergang: 1. Oktober, 18.56 Uhr MOSZ 31. Oktober, 17.02 Uhr MOZ Am Sonntag, dem 30. Oktober, werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt.

Hanspeter Steidle
Merken
Drucken
Teilen

Sonne Aufgang: 1. Oktober, 7.27 Uhr MOSZ 31. Oktober, 7.09 Uhr MOZ Untergang: 1. Oktober, 18.56 Uhr MOSZ 31. Oktober, 17.02 Uhr MOZ

Am Sonntag, dem 30. Oktober, werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt.

Mond Neumond: Samstag, 1. Oktober, im Sternbild Jungfrau Vollmond: Sonntag, 16. Oktober, im Sternbild Fische Neumond: Sonntag, 30. Oktober, im Sternbild Jungfrau

Planeten Merkur: Er kann in den ersten Tagen des Monats am frühen Morgen im Osten vor Sonnenaufgang beobachtet werden. Am 11. Oktober zieht er an Jupiter vorbei. Dieses Schauspiel ist mit einem Feldstecher zu beobachten.

Venus: Sie ist zwar Abendstern, aber nicht auffällig. Sie geht schon früh unter um ca. 19.45 h und wird während des Monats noch früher untergehen.

Mars: Der Rote Planet ist abends noch am Himmel, doch nimmt seine Helligkeit im Laufe des Monats ab. Um ca. 22.15 h geht er unter.

Jupiter: Er hält sich bis Mitte Monat ganz in der Nähe der Sonne auf (optisch). Erst ab ca. 16. Oktober hat er sich so weit von der Sonne entfernt, dass er sich am frühen Morgen vor Sonnenaufgang sehen lässt.

Saturn: Er hält sich immer noch zwischen den Sternbildern Schlangenträger und Skorpion auf. Am 6. Oktober zieht der Mond am Planeten vorbei, und am 26. Oktober wird die Venus zwischen dem Skorpion-Stern Antares und Saturn vorbeiziehen.

Sterne und Milchstrasse Am Herbsthimmel zieht sich die Milchstrasse von Nordosten quer über den Himmel über den Zenit bis zum Südwesten. Der grösste Himmelsausschnitt ist deshalb dunkel. Im dunklen Teil finden wir die Herbst-Sternbilder Walfisch, Widder, Dreieck, Fische, Andromeda, Pegasus, Wassermann und Steinbock. Die genannten Sternbilder sind nicht so leicht zu sehen wie die Sommer-Sternbilder, weil mit Ausnahme der Sternbilder Pegasus und Andromeda die genannten Sternbilder nur aus schwach leuchtenden Sternen bestehen.

An einem klaren Abend lohnt es sich, den Herbsthimmel zu bestaunen. Das geflügelte Pferd Pegasus stammt aus der griechischen Mythologie. Die vier relativ hellen Sterne sind im Meridian gut zu sehen. An das Viereck knüpft eine Sternenkette in Richtung Osten an. Das ist das Sternbild Andromeda. Wenn man die Andromeda-Galaxie im Feldstecher oder im Fernrohr sehen möchte, dann muss man vom zweiten Stern östlich des Vierecks rechtwinklig abbiegen. Nach einer von uns aus betrachtet kurzen Strecke werden wir ein elliptisch geformtes Wölkchen erkennen. Das ist die berühmte Andromeda-Galaxie, die der Erde am nächsten gelegene Galaxie. Sie ist «nur» ca. 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt. In frühen Zeiten, als es noch keine Lichtverschmutzung gab, konnte man diese Galaxie noch von blossem Auge sehen. Heute muss man schon auf Berge steigen oder in einer Gegend sein, in der das Streulicht von Dörfern und Städten nicht mehr stört, um die Galaxie ohne Fernrohr zu sehen.

Die Sternbilder Wassermann und Steinbock überlagern sich astronomisch betrachtet. Über dem Steinbock, in Richtung Polarstern, gibt es kleinere Sternbilder, die gut zu entdecken sind. Das Sternbild Delphin ist klar erkennbar. Die Pegasusmähne, die vom Körper (dem Sternviereck) nach unten weggeht, hat beim Kopf des Pferdes einen prächtigen Kugelsternhaufen. Auf der Sternkarte ist er mit M15 bezeichnet. M15 wurde vom italienischen Astronomen Maraldi im Jahr 1746 entdeckt. Er nannte ihn einen nebligen Stern, weil die Fernrohre damals noch keine hohe Auflösung hatten. Wenn wir ihn heute sehen wollen, dann wird er in einem lichtstarken Feldstecher auch als «nebliger» Stern erscheinen. Im Fernrohr aber entpuppt er sich als prächtiger Kugelsternhaufen, bei dem man sogar Randsterne sehen kann. Er ist 30 000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält ca. 500 000 Sterne. Man fand in diesem Haufen unter anderem neun Pulsare. Das sind Neutronensterne, die nach Supernova-Explosionen entstehen.

Sternschnuppen Die Erde kreuzt im Oktober die Bahn des Kometen Giacobini-Zinner. Er ist ein kurzperiodischer Komet, der seinen sonnenfernsten Punkt etwas ausserhalb der Jupiterbahn erreicht. Auf dieser Bahn hat der Komet schon viele Staubteilchen hinterlassen, die nun teilweise als Sternschnuppen auftauchen. Dann erreichen uns auch Staubteilchen vom Halley'schen Kometen. Diese Sternschnuppen werden Orioniden genannt, weil sie aus dem Sternbild Orion zu kommen scheinen. Der Oktober ist kein sternschnuppenreicher Monat. Am besten sind Sternschnuppen zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens zu beobachten.

Besonderes Die Sonde Osiris Rex: Das Licht, das die Astronomen von den Sternen, Galaxien und planetarischen Nebeln empfangen, wird mit den besten High-Tech-Apparaturen analysiert. Es erlaubt den Astronomen, hinter viele Geheimnisse des Universums zu kommen. Weil die Erdatmosphäre eine natürliche Blockade für viele Strahlungen ist, werden Teleskope und Sonden für die «verborgenen» Wellenbereiche ins All gesetzt.

Das Hubble-Teleskop umrundet die Erde schon seit 26 Jahren und funktioniert immer noch einwandfrei. Es hat den Astronomen schon sehr viele Erkenntnisse über unser Universum gebracht. Dann wurden auch Sonden ins All geschickt, um an bestimmten Objekten vorbeizufliegen oder, wie im November 2014, sogar auf einem Kometen zu landen. Am 6. September dieses Jahres wurde wieder eine Sonde ins Weltall abgefeuert, die im Jahr 2018 auf dem Asteroiden Bennu nicht nur landen, sondern mit Oberflächengestein des Asteroiden beladen wieder zur Erde zurückfliegen soll. Man plant eine Rückkehr der Sonde im Jahr 2023. Der Asteroid Bennu ist ungefähr 500 m dick und stammt aus der Urzeit vor der Entstehung des Sonnensystems. Deshalb enthält er Materie in Urform. Aus diesen Gesteinsarten und –zusammensetzungen entwickelten sich die Planeten, also auch die Erde. Der Sonde wurde bereits ein Spektrometer mitgegeben, welches Informationen über das Urgestein erfassen wird. Noch besser wäre es, so sagen die Astronomen, wenn Proben des Regoliths (Urgestein) auf der Erde untersucht werden könnten. Regolith findet man auf allen felsigen Planeten und Monden. Auch unser Mond enthält Regolith. Ein ähnliches Gestein fand man im Nördlinger Ries. Vor 15 Millionen Jahren schlug im heutigen Nördlingen (Deutschland) ein Meteorit ein, dessen Gestein mehrheitlich aus Regolith besteht. Das Mineral enthält, je nach Fundort im Weltall oder auf der Erde, verschiedene Gesteinsarten. Gerade die Zusammensetzung ist es, die den Astronomen wertvollste Hinweise auf die Urmaterie geben kann. Es ist das erste Mal, dass eine Sonde ausgerüstet wurde, um zu einem Himmelsobjekt zu gelangen und mit Proben zurück zur Erde zu fliegen. Die Entwickler dieser Sonde veranlassten zusätzlich, dass die Proben, wenn sie zur Erde zurückgebracht werden können, kontaminationsfrei sind. Man will schliesslich keine irdischen Keime auf dem eingesammelten Material finden. Der Asteroid Bennu liegt, wie die meisten Asteroiden, zwischen Mars und Jupiter. Er wurde 1999 entdeckt. Bis 2011 wurde er laufend beobachtet. Nun wurde er auserkoren, Besuch von der Erde zu erhalten. Warum ausgerechnet der Asteroid Bennu? Alle circa sechs Jahre fliegt der Asteroid Bennu nahe an der Erde vorbei. Im Jahr 2135 könnte er auf die Erde stürzen, weil er dann zwischen dem Mond und der Erde vorbeifliegen wird. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar klein, aber doch vorhanden. Bis dann hofft man, die Asteroidenbahn von der Erde weglenken zu können.

Sternenbeobachtung Vom 1. bis zum 11. Oktober und vom 21. bis 31. Oktober können auch schwach leuchtende Objekte beobachtet werden. Bei schönem Wetter wird am Freitag, dem 7. Oktober, ab 20 Uhr in der Sternwarte Heiterswil ein öffentlicher Beobachtungsabend durchgeführt (kostenlos). Auf www.avt.astronomie.ch wird am 2. Oktober um ca. 18 Uhr über die Durchführung orientiert.