Die andere Seite des Michael Bless

Der eidgenössische Kranzschwinger aus Gais ist ein grosser Tierfreund. Nicht nur nennt er eine erkleckliche Anzahl Haustiere sein eigen, er stellt sich auch dem Verein Bullstaff-Hilfe für den Kalender 2016 zur Verfügung, um den Hunden mit dem schlechten Image zu helfen.

Monika Egli
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Shooting für den Kalender 2016 mit Michael Bless, der den Verein Bullstaff-Hilfe «jederzeit wieder» unterstützen würde. (Bild: pd)

Shooting für den Kalender 2016 mit Michael Bless, der den Verein Bullstaff-Hilfe «jederzeit wieder» unterstützen würde. (Bild: pd)

GAIS. Das Wort «Kampfhund» ist für Michael Bless verpönt. «Es geht um Listenhunde, für die je nach Kanton verschiedene Vorgaben für die Haltung existieren.» Für ihn ist klar: «Wenn ein Hund Probleme macht, dann sind die Menschen schuld.» Michael Bless und seine Frau wollen über kurz oder lang einen Staffordshire Bullterrier («extrem schöne Tiere») aufnehmen. Vorderhand aber ist die dreijährige Labrador-Bless-Hündin Mira Trumpf. «Sie ist unser erster Hund, mit ihr wollen wir Erfahrungen sammeln.» Denn blauäugig ist Michael Bless nicht. Er weiss, dass Bullterrier-Rassen genauso wie andere, beispielsweise Schäferhunde, eine konsequente Erziehung brauchen. Er weiss aber auch, dass sich sozialisierte, gut aufgezogene Listenhunde problemlos in Familiengemeinschaften mit Kindern und anderen Haustieren einfügen. Denn Michael Bless hat sich nicht nur zum Plausch für den Kalender von Bullstaff-Hilfe zur Verfügung gestellt. Er interessiert sich schon lange für die Listenhunde, hat sich informiert und hat auch mit Haltern sowie «Pflegeeltern» gesprochen.

Schildkröten und Schlangen

Ein Herz für Tiere hat Michael Bless schon seit je. Er liebte es deshalb als Kind, sich auf dem Landwirtschaftsbetrieb seines Onkels aufzuhalten und mitzuhelfen. Seine Frau, die mit Pferden aufwuchs, ist genauso darum bemüht, Tieren ein artgerechtes Plätzli zu bieten. Grossen Raum im Haushalt Bless nehmen beispielsweise Schildkröten ein. Sie leben in einem ausbruchsicheren Gehege mit allem Drum und Dran, was ein Schildkrötenherz erfreut. 50 Eier wurden dieses Jahr gelegt; Michael Bless hat sie alle zum Brüten bereitgemacht, und die ersten Schildkrötchen sind schon auf der Welt oder eben am Schlüpfen. Die älteste Schildkrötendame, die er übernommen hat, ist 85jährig. Da gibt es aber auch ein Terrarium mit einem Dutzend Schlangen. Jede hat einen Namen, genauso wie die Schildkröten.

Einen guten Platz vermitteln

«Für den Verein Bullstaff-Hilfe würde ich jederzeit wieder zur Verfügung stehen», sagt der «Eidgenosse», der momentan wegen einer Rückenoperation nicht ins Sägemehl steigen kann. Ihm gefällt, dass sich die Personen hinter dem Verein bemühen, «den Hunden mit dem leider schlechten Ruf einen guten Platz zu vermitteln». Es handelt sich meistens um Tiere, die wegen Verletzungen der kantonalen Vorgaben von den Veterinärämtern beschlagnahmt worden sind. Bullstaff-Hilfe nimmt sie in Obhut, hat aber nur beschränkt Platz. Es werden deshalb auch immer wieder Pflegefamilien gesucht, welche einen Hund vorübergehend aufnehmen können. «Der Verein übernimmt in diesem Fall die Kosten für Futter und Tierarzt, und der Hund muss nicht ins Tierheim.» Mit dem Verkauf des Kalenders – auf dem nebst Michael Bless weitere interessante Personen zu sehen sein werden – holt der Verein einen Teil der nötigen Finanzen herein.

Ausser- und Innerrhoden

In Appenzell Ausserrhoden gibt es weder im momentan gültigen noch im revidierten Hundegesetz, das voraussichtlich 2016 in Kraft tritt, eine Regelung zu Listenhunden oder eine Rassenliste. Auch in Appenzell Innerrhoden wird auf eine Regelung oder Rassenliste verzichtet.