Die Ära Stefan Brändle ist zu Ende

MOSNANG. Nach 27 Jahren hat Stefan Brändle am Samstag den Dirigentenstab dem Präsidenten Stefan Bürge übergeben. Genau eine Viertelstunde später wurde dieser dem neuen Dirigenten Lorenz Halter weitergereicht. Herzlich und mit einer Überraschung wurde Stefan Brändle verabschiedet.

Beatrice Bollhalder
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Sichtlich berührt verfolgen Yolanda und Stefan Brändle das Treiben auf der Bühne. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Sichtlich berührt verfolgen Yolanda und Stefan Brändle das Treiben auf der Bühne. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Am Samstagabend war die Musikgesellschaft Mosnang «on Air». Der Unterhaltungsabend mit der MGM-Hitparade wurde via Radio live in die gute Stube übertragen – in diesem Glauben liess der Präsentator des Abends, Pius Bürge, jedenfalls die Zuhörer in der Oberstufenturnhalle. Die Musikgesellschaft Mosnang hatte nach zehn Jahren wieder einmal zu einem Unterhaltungsabend eingeladen. Gleichzeitig hiess es aber auch, Abschied zu nehmen, Abschied von einem Dirigenten, der der Mosliger Musig während 27 Jahren den Takt vorgegeben hat.

27 Jahre Musikgeschichte

Und dies geschah nicht nur mit einem weinenden Auge. Zum einen, weil Stefan Brändle der Musikgesellschaft als Musikant auch in Zukunft erhalten bleibt, zum anderen, weil mit Lorenz Halter bereits ein neuer Dirigent gefunden werden konnte. Vorerst sollte aber noch viel gute Unterhaltung geboten werden. Die Musikstücke, die von Stefan Brändle für diese Hitparade ausgewählt und allesamt in den letzten 27 Jahren schon einmal gespielt worden sind, wurden mit Interviews gespickt. Der «Galaabend» lag auf Rang neun der Hitparade und wurde deshalb zum Auftakt gespielt. Wie die Musikgesellschaft getönt haben könnte zu jener Zeit, als der blutjunge Stefan Brändle ihr erstmals vorstand, wurde bewusst, als das Korps noch einmal so auf der Bühne sass wie 1988, nämlich als Blechmusik. Alle Musikantinnen und Musikanten mit Holzinstrumenten, also Flöten, Klarinetten und Saxophon mussten die Bühne verlassen. Obwohl beim Stück «San Carlo» also die ersten beiden Reihen leerblieben, tönte die Musik doch kraftvoll. Bei den nächsten Stücken durften aber wieder alle mitspielen.

Erinnerungen an früher

Moderator Pius Bürge, der das machte, was er nach eigenen Angaben am besten kann, nämlich «eifach schnorre», lud den Dirigenten Stefan Brändle zu sich ins «Studio» ein. Er löcherte ihn mit vielen Fragen zu den vergangenen 27 Jahren und gab auch ein paar Fotos aus dieser Zeit preis. Nach weiteren Musikstücken, zu denen einzelne Musikanten lustige Einlagen boten, wurden drei ehemalige Präsidenten zum Interview geladen. Stefan Brändle hat sie alle «überlebt». Übereinstimmend wurde er von allen dreien als nervenstark und ruhig beschrieben. «Ein einziges Mal habe ich ihn kurz sprachlos gesehen», erinnerte sich Christian Widmer an die gemeinsame Zeit. Turbulente Szenen am «Eidgenössischen» in St. Gallen hatte Ruth Schönenberger in bester Erinnerung und auch Bruno Scherrer blickte noch einmal zurück.

Musikantenchor singt

Nach dem gelungenen Konzertteil hiess es, Abschied zu nehmen. Mit einem kurzen Zögern überreichte Stefan Brändle schliesslich den Dirigentenstab. Da ging die Türe auf und ein Wagen, auf dem zwei Sessel positioniert waren, wurde hereingeschoben. Jolanda und Stefan Brändle wurden aufgefordert, darauf Platz zu nehmen. Dann wurden sie in die Mitte der Halle geschoben, damit sie die Überraschung, die nun folgen sollte, genau mitverfolgen konnten. Auf der Bühne versammelten sich jetzt nämlich sämtliche Musikanten, die in den letzten 27 Jahren in der Musikgesellschaft Mosnang mitgespielt haben. Und sie machten nicht etwa Musik, sondern sie sangen. Und zwar ein Lied nach der Melodie von «S'Ramseyers wei go grase», aber mit einem Text, der vom Wirken Stefan Brändles erzählte.

Nahtloser Übergang gesichert

Nach der würdigen Verabschiedung erschien mit Lorenz Halter bereits der nächste «Studiogast». Pius Bürge wollte von ihm wissen, wie er dazu gekommen ist, sich als Dirigent bei der Mosliger Musig zu bewerben und was er von seinen Schützlingen erwarte. Präsident Stefan Bürge war erleichtert, dass er den Dirigentenstab schon nach so kurzer Zeit weitergeben konnte. Lorenz Halter nahm ihn entgegen und liess die Musikanten bereits das erste Mal nach seinem Stab tanzen.

Mit Musik – vom Duo Zillertaler Alpensound – und Tanz klang der Abend aus. Und natürlich ging man erst nach einem Abstecher in Kaffeestube und Musikantenbar nach Hause.

Die Überraschung ist gelungen: Die ehemaligen Musikanten singen für ihren jahrelangen Dirigenten.

Die Überraschung ist gelungen: Die ehemaligen Musikanten singen für ihren jahrelangen Dirigenten.

Stefan Brändle gibt den Dirigentenstab ab...

Stefan Brändle gibt den Dirigentenstab ab...

...und Lorenz Halter nimmt ihn kurz darauf entgegen.

...und Lorenz Halter nimmt ihn kurz darauf entgegen.