Die «Aachmühle» gilt als Krimibeiz – die ehemalige Wirtin wurde ermordet

Im abseitigen Tobel der Goldach befindet sich mit der «Aachmühle» eine der romantischsten Beizen im Appenzellerland. In der jetzt geschlossenen Wirtschaft wirtete in den 1940er-Jahren Paula Roth, die 1988 ermordet wurde.

Peter Eggenberger
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Die Zufahrt zur romantisch gelegenen Krimibeiz «Aachmühle» erfolgt über die gut 300 Jahre alte gedeckte Holzbrücke.

Die Zufahrt zur romantisch gelegenen Krimibeiz «Aachmühle» erfolgt über die gut 300 Jahre alte gedeckte Holzbrücke.

Bild: Peter Eggenberger

«Die ‹Aachmühle› ist eine Beiz für Krimiautoren», schwärmt der von der Schweizerischen Schillerstiftung ausgezeichnete Schriftsteller Werner Bucher in seinem Ostschweizer Beizenführer. Sein Lob trifft zu, und allein die über eine uralte gedeckte Holzbrücke führende Zufahrt zur Wirtschaft ist voller Romantik.

Speziell ist auch die Lage beim Zusammenfluss der wilden Bäche Goldach und Landgraben. Und das über verschiedene Wanderrouten erreichbare Wirtschaftsgebäude steckt ebenfalls voller Geschichten.

Mühle, Bäckerei, Wirtschaft und Mosterei

«Der Bau einer gedeckten Brugg in der unteren Aach wurde 1671 vom Ausserrhoder Grossen Rat angeordnet. Sie dürfte dann in den folgenden Jahren erstellt worden sein. Ein Hochwasser im Jahre 1700 riss Brücke, Wuhr und Mühle mit sich fort. Die neue heutige Brücke dürfte ein Werk der Brückenbauer Grubenmann sein…», schreibt Karl Kern im Buch «Geschichte der Gemeinde Rehetobel».

1898 wurden die Gebäude von einer Feuersbrunst heimgesucht. 1899 erfolgte der Wiederaufbau. Dabei blieben die Bereiche Gastwirtschaft, Bäckerei und Mosterei erhalten.

Frontansicht der «Aachmühle».

Frontansicht der «Aachmühle».

Bild: Peter Eggenberger

Wiedereröffnung ist ungewiss

Das auf Rehetobler Gemeindegebiet gelegene Restaurant wurde ab 1941 vom 1918 geborenen Wirtinnenoriginal Paula Roth geführt. Später war sie in anderen Restaurants tätig, und ihre letzte Station war die «Bella Luna» zwischen Filisur und Bergün im Albulatal. Von Einbrechern, die bei ihr Geld und Wertsachen vermuteten, wurde sie am 18. April 1988 ermordet. In der Gaststube der «Aachmühle» erinnert ein Bild an Päuli Roth, deren abenteuerliches Leben zu einem Film und Büchern geführt hat.

Derzeit ist die «Aachmühle» geschlossen, nachdem Tina und Richard Damm Casutt aus Altersgründen weggezogen sind. Ob sie als letzte Wirtsleute in die Geschichte des Hauses eingehen werden, ist offen. Die am Beginn der Zufahrt ins Goldachtobel und beim Haus platzierten Tafeln, auf denen «bis auf weiteres geschlossen» zu lesen ist, lassen Wanderer, Natur- und Romantikfreunde aber auf eine Wiederbelebung der einzigartigen Wirtschaft hoffen.