Die «117» ist umgezogen

TROGEN/HERISAU. In der Nacht auf heute zog die letzte in Trogen verbliebene Abteilung der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden nach Herisau: Die Kantonale Notrufzentrale. Anrufe auf 112, 117 oder 118 werden nun im Zeughaus entgegengenommen.

Timo Züst
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Blick in die neue Kantonale Notrufzentrale in Herisau. (Bild: Timo Züst)

Blick in die neue Kantonale Notrufzentrale in Herisau. (Bild: Timo Züst)

TROGEN/HERISAU. Verlief in der Nacht alles nach Plan, bleiben heute abend alle Fenster des Trogner Rathauses dunkel, zum erstenmal seit fast 41 Jahren. So lange befand sich die Kantonale Notrufzentrale (KNZ) der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden dort. Seit heute ist die komplett neue Notrufzentrale im Zeughaus Herisau in Betrieb. Mit ihrem Bezug ist der Umzug der Kantonspolizei abgeschlossen. «Eine grosse Erleichterung», so Polizeikommandant Reto Cavelti. Die KNZ hat erst zwei Monate nach den ersten Polizisten nach Herisau gewechselt. Grund dafür ist die Komplexität des «Unterprojekts KNZ», das rund 2,7 Millionen kostete. Das «Herz» der Kantonspolizei – so nennt Ueli Frischknecht, Chef der KNZ, seine Abteilung – wurde für diesen Betrag nicht nur mit neuster Technik ausgerüstet, auch ihre ständige Erreichbarkeit während des Umzugs konnte garantiert werden.

Software soll Arbeit erleichtern

Den Disponenten der Notrufzentrale steht ab heute ein neues Werkzeug zur Verfügung: das Einsatzleitsystem. Damit werden sämtliche Arbeitsschritte des Diensthabenden automatisch protokolliert, und auf vier Computerbildschirmen wird eingeblendet, welche Schritte einzuleiten sind. Ruft beispielsweise eine Privatperson an und meldet einen Brand, so muss der Polizist dies nur eintippen und sieht sofort, wer zu alarmieren ist. Die Software kaufte die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden von den St. Galler Kollegen ein. In Herisau befinden sich drei damit ausgerüstete Arbeitsplätze.

Doppelt abgesichert

Wie massiv sich die Situation der KNZ mit dem Umzug verändert, wird im Serverraum sichtbar. In Trogen befanden sich die Server in einem kleinen Raum im ersten Untergeschoss, zusammen mit Wasserleitungen und einem Öltank. «Das war ein klares Sicherheitsrisiko», so Adrian Gabathuler, Chef der Kommandodienste und damit Ueli Frischknechts Vorgesetzter. In Herisau stellt sich die Situation anders dar: Die Server sind in einem Raum direkt gegenüber der KNZ untergebracht. Von jedem Server existiert ein «Zwilling», der im Notfall nahtlos übernehmen kann. Auch die Telefonleitungen sind nun doppelt vorhanden, so dass die Zentrale bei einem Ausfall auf dem normalen Weg erreichbar bleibt. «Mehr Qualität, Sicherheit und Geschwindigkeit. Das wollen wir mit dem Umzug erreichen», so Gabathuler.

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