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Deutsch ist nicht gleich Deutsch

Brosmete
Steffi Sonderegger

«Wie Velo? Was bedeutet das denn?», fragt meine Freundin entgeistert und starrt verwirrt auf ihren Fahrschein. Diesen hatte sie am Morgen aus dem SBB-Automaten in Herisau gezogen, um im Appenzellerland bequem von A nach B zu kommen. «Du hast das falsche Ticket gelöst. Du warst den ganzen Tag als Fahrrad unterwegs!», kläre ich sie auf und muss darauf laut lachen.

Diese sprachlichen Missverständnisse sind mir aus meiner Zeit in Berlin doch sehr vertraut.

«Hol mal bitte noch Rote Bete!», bat mich einst eine Arbeitskollegin beim Einkaufen für das gemeinsame Abendessen. Ehe ich mich versah, war sie aber auch schon hinter einem der zahlreichen Regale verschwunden. Was blieb, war das Rätsel, vor das sie mich stellte. «Was ist eigentlich Rote Bete?» Ich beschloss, dass es ziemlich stark nach einem leckeren Dessert klang und machte mich auf in Richtung Kühltruhen. Doch egal wo ich suchte – zwischen Pudding und Griessbrei – da war nichts in der Art zu finden. Meine Kollegin erlöste mich nach einigen Minuten mit den Worten: «Was machst du da?» In der Hand hatte sie bereits das dunkelrot-violette Gemüse, das wir hierzulande als Randen betiteln. Wieder was gelernt, dachte ich mir.

Doch es blieb nicht beim einzigen Missverständnis. Auch beim Kaufen von Paprika machte ich den Fehler und griff zu Peperoni. Logisch oder? Nein, nicht in Deutschland. Dort gibt es ebenfalls Peperoni, die sind dann aber scharf. Ich hingegen wurde nicht verstanden, wenn ich kurz darüber informierte, dass ich meine Wohnung noch feucht aufnehmen muss. «Wischen heisst das», wurde ich mehrfach belehrt.

Doch verstanden haben wir uns immer – ich und die Deutschen. So hatte ich auch mit meiner Hamburger Freundin keine weiteren Probleme in der Verständigung. Sie fotografierte zum Schluss sogar einen Velo-Schriftzug und fügte hinzu: «Das nächste Mal fahr ich nicht mehr als, sondern auf dem Velo durch die Schweiz!»

Steffi Sonderegger

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