Tiefstwert bei den Drogendelikten: Weniger Straftaten in Appenzell Innerrhoden

2019 wurden in Appenzell Innerrhoden rund 17 Prozent weniger Straftaten erfasst als im Vorjahr.

David Scarano
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Die Innerrhoder Kantonspolizei erfasste 2019 total 331 Straftaten .

Die Innerrhoder Kantonspolizei erfasste 2019 total 331 Straftaten .

Daniel Ammann

So wenige Straftaten erfasste die Innerrhoder Kantonspolizei in den vergangenen zehn Jahren noch nie. Die Gesamtzahl betrug 2019 331. Im Vergleich zum Vorjahr stellt dies ein Rückgang von 16,8 Prozent dar. Das geht aus der am Mittwoch veröffentlichten Kriminalstatistik hervor.

Seit 2009 erfolgt die Erhebung der Zahlen nach den einheitlichen Vorgaben des Bundesamts für Statistik. Den Höchststand meldete Innerrhoden 2010 mit 684 Straftaten und 2016 mit 599. In den vergangenen drei Jahren war die Gesamtzahl jeweils rückläufig.

Tiefstwert bei den Drogendelikten

Der Grossteil (über 80 Prozent) der 2019 erfassten Fälle betrafen Straftaten nach dem Strafgesetzbuch. 157 davon waren Vermögensdelikte, vor allem Diebstähle. Bei den Gewaltstraftaten zeigte sich mit 30 erfassten Fällen gegenüber dem Vorjahr (56 Straftaten) ein markanter Rückgang. Vollendete oder versuchte Tötungsdelikte waren keine zu verzeichnen. Die Anzahl schwerer Körperverletzungen ging von 10 auf 1 zurück.

Ebenfalls einen Tiefstwert erreichten die Drogendelikte. 10 Fälle waren zu verzeichnen. 2018 waren es 15, 2017 noch 45 gewesen.

Die Aufklärungsquote sank hingegen – von 57,3 auf 52,9 Prozent. Bei den Straftaten nach Strafgesetzbuch beträgt die Quote 47,1 Prozent (Vorjahr 52.8 Prozent), bei den Vermögensdelikten 19,7 Prozent (Vorjahr 27,3 Prozent).

85 Prozent der Täter sind männlich

Bei den aufgeklärten Delikten ist die Täterschaft vorwiegend männlich (rund 85 Prozent). Die Statistik macht auch Aussagen zum Alter und zur Nationalität. Rund 12 Prozent sind minderjährig. Der Ausländeranteil  beträgt 41 Prozent im Bereich der Delikte nach Strafgesetzbuch sowie 29 Prozent bei den Drogendelikten.

Unter anderem aufgrund der Einwohnerzahl und der Zentrumsfunktion des Kantonshauptortes ist laut der Mitteilung der Kantonspolizei der Bezirk Appenzell am meisten von Straftaten betroffen. Konkret entfallen knapp zwei Drittel auf diesen. 

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