Der Zirkus kommt nach Ennetbühl

ENNETBÜHL. Während einer Sonderwoche «Circus» lernen die Erst- bis Sechstklässler der Schule Ennetbühl, wie man als Clown geht oder was es braucht, bis man Feuerschlucken kann. Heute führen sie ihre Zirkusnummern in zwei Vorstellungen vor.

Christiana Sutter
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In der Akrobatikgruppe wird mit Hilfe von Alexander Ott (links) und Lehrer Andi Weber (rechts) eine «Zweimannhoch»-Pyramide geübt. (Bild: Christiana Sutter)

In der Akrobatikgruppe wird mit Hilfe von Alexander Ott (links) und Lehrer Andi Weber (rechts) eine «Zweimannhoch»-Pyramide geübt. (Bild: Christiana Sutter)

Es ist die grösste Zirkusnummer mit dem kleinsten Artisten, vorgeführt von einigen Schülern der Schule Ennetbühl. «Der Floh Balthasar zeigt seine Salto-Nummer.» So lautet die Ansage des Ennetbühler Zirkusdirektors.

Lehrerin Gudrun Rutz ist für die Gruppe Slapstick und Clownerie verantwortlich während der Zirkus-Projektwoche. «Für die Schüler soll diese Zirkuswoche ein glanzvoller Abschluss des letzten Schuljahres in Ennetbühl sein», sagt die Lehrerin. In der Gruppe üben fünf Schüler, vom Erst- bis zum Sechstklässler.

Nebst Clownerie zeigen die Schüler auch Slapstick-Nummern. «Das ist eine Mischung aus Clownerie und Akrobatik. Sie erinnert an die Stummfilmzeiten», sagt Alexander Ott, diplomierter Schauspieler in Clownerie und Comedy des Circus Balloni. Er begleitet die Lehrer und Schüler während der Projektwoche. Bevor es aber so weit ist, übt die Lehrerin mit den Schülern das Clown-Laufen oder wie man stolpert: es soll ja alles echt aussehen.

«Zweimannhoch»-Pyramide

Diese Zirkuswoche soll den Schülern den Unterricht einmal von einer anderen Seite zeigen. «Mit Körper, Emotionen und anderen Talenten als die schulischen, können die Schüler auf der Bühne zeigen, was sonst noch in ihnen steckt», sagt Gudrun Rutz.

Vor den Frühlingsferien konnten die Kinder aus den Themen Akrobatik, Zauberei, Clownerie und Slapstick sowie der Fakir-Gruppe auswählen. In jeder Gruppe hat es fünf Schüler, ausser in der Akrobatik-Gruppe, dort sind es sieben Kinder. Diese Gruppe zeigt menschliche Pyramiden, «sie zeigt auch eine <Zwei-Mann-hoch>-Pyramide», sagt Ott. Das sei erst das dritte Mal, seit er dabei ist, dass eine Gruppe diese Nummer vorführt, «und ich bin doch schon seit 2009 beim Circus Balloni». Auch in dieser Gruppe ist es wichtig, dass die Gruppe gemischt ist. Denn ein grösserer Junge muss einen Kleineren tragen können. «Diese Woche ist auch wertvoll für die Sozialkompetenz der Schüler. Sie lernen etwas miteinander aufzubauen und die Grossen können so den Kleinen helfen», sagt die Lehrerin.

Nebst den Zaubertricks, welche die Schüler in der Zaubergruppe üben, darf man auf die Illusionsnummer gespannt sein. (Bild: Christiana Sutter)

Nebst den Zaubertricks, welche die Schüler in der Zaubergruppe üben, darf man auf die Illusionsnummer gespannt sein. (Bild: Christiana Sutter)

Rote Punkte auf dem Bauch

Auch das passende Kostüm ist wichtig für die Aufführungen der verschiedenen Nummern. «Das gibt Atmosphäre und gehört einfach dazu», sagt Alexander Ott. Beispielsweise die Kinder, die sich als Fakire präsentieren, kommen mit nacktem Oberkörper und Pluderhosen in die Manege, ausser das einzige Mädchen in der Gruppe: sie trägt einen Turban.

Bevor die Fakire zu üben beginnen, stimmen sie sich mit ihrer Lehrerin Hilde Brunner ein. Es werden Duftkerzen angezündet. «Das Mentale spielt in dieser Gruppe eine wichtige Rolle», sagt Ott. Denn die Nummern mit dem Nagelbrett oder den Scherben könnte Schmerzen auslösen, «das ist ein weiteres Hindernis, das es für die Kinder zu überwinden gibt». Mutig legen sich die Knaben auf das Nagelbrett, «man muss einfach einen dicken Bauch machen», sagte Nigl, der sich das Nagelbrett auf den Bauch legt. «Es tut überhaupt nicht weh und gibt nur ein paar rote Punkte.» Darauf setzt sich Gian, ein weiterer Fakir-Schüler.

Zauberei und Illusionen

Sich nicht in die Karten schauen lassen sich die Schüler der Zauber-Gruppe. Diese vier Knaben und das eine Mädchen üben mit verschiedensten Zauberutensilien. Sie werden von Betty Bösch und Ruth Wickli betreut. Hinter verschlossener Tür üben sie an ihren Zauber-Kunststücken und Illusions-Nummern. «Wir verraten nicht, was wir machen», sagt einer der Schüler. Man darf auf die Vorstellung gespannt sein.

Für Alexander Ott sind diese Wochen mit Schülern immer sehr bereichernd. «Auch wenn es zu Beginn ab und zu noch nicht so gut klappt, am Schluss hat jedes Kind etwas, das zu ihm passt.»

Hauptprobe heute abend um 14.30 Uhr – alle Schulklassen sind eingeladen. Abendvorstellung um 20.15 Uhr. Die Vorstellung dauert rund 45 Minuten.

Die Clowngruppe übt mit Gudrun Rutz «Müdes Gehen». (Bilder: Christiana Sutter)

Die Clowngruppe übt mit Gudrun Rutz «Müdes Gehen». (Bilder: Christiana Sutter)

Gian sitzt auf dem Nagelbrett, das Nigl auf seinem Bauch hat.

Gian sitzt auf dem Nagelbrett, das Nigl auf seinem Bauch hat.

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