Der WWF will die Biker bremsen

Die im Waldentwicklungsplan Regelstein eingezeichnete neue Bike-Route Krinau–Kapf–Kreuzegg stösst beim WWF auf Opposition. Eine Verlängerung des Thurwegs in Lichtensteig, die ebenfalls im Waldentwicklungsplan zu finden ist, dürfte nicht so bald realisiert werden.

Martin Knoepfel
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Die geplante neue Bike-Route führt von Krinau via Chapf und Unteres Älpli auf die Chrüzegg. (Bild: Kantonsforstamt / Graphik: mis)

Die geplante neue Bike-Route führt von Krinau via Chapf und Unteres Älpli auf die Chrüzegg. (Bild: Kantonsforstamt / Graphik: mis)

TOGGENBURG. Im Waldentwicklungsplan (WEP) Regelstein ist eine neue Mountainbike-Route Kreuzegg–Schwämmli–Oberes Älpli und weiter via Chapf nach Krinau eingezeichnet. Sie hat die Signatur E7. Der WEP Regelstein umfasst das Gebiet der Gemeinden Ebnat-Kappel, Wattwil und Lichtensteig.

Gegen Eintrag

Gegen diese Route opponiert der WWF St. Gallen. In seiner Stellungnahme zum WEP Regelstein beantragt er, sie nicht ins Netz der regionalen Bike-Routen einzutragen, das sie im Gebiet Unteres Älpli ein Lebensraum-Kerngebiete durchquert.

In diesen Gebieten sei die Unberührtheit zu bewahren. Freizeitaktivitäten seien nur zulässig, wenn nachgewiesen sei, dass sie keine Schäden verursachten, sagt der WWF. Es handle sich um ein Wandergebiet, das zudem aus Naturschutzgründen wertvoll sei, ergänzt Martin Zimmermann, Geschäftsführer des WWF St. Gallen. Eine zusätzliche Nutzung sei nicht erwünscht.

Schon im Internet

Ein Abschnitt der Bikeroute ist allerdings schon im Internet auf Routenvorschlägen für Mountainbiker zu finden. Der erwähnte Abschnitt ist Teil einer Rundstrecke von Wattwil via Lichtensteig, Krinau, Chapf und Libingen auf die Kreuzegg und zurück via Rumpf nach Wattwil. Die neue Route erlaubt es, die Abfahrt vom Älpli nach Libingen zu vermeiden, was den Aufstieg auf die Kreuzegg verkürzt.

Das Argument, die im WEP Regelstein neu beantragte Bike-Route werde schon heute befahren werde, lässt Martin Zimmermann nicht gelten. Dass Biker Routen selber in Internetportale eingeben könnten, sei ein grosses Problem, sagt er und fordert, Bike-Routen zu kanalisieren.

In einer Gesamtbetrachtung sei der WEP Regelstein aber ein sehr gutes Werk, findet der WWF-Geschäftsführer. Das gehe aus der Stellungnahme der Organisation hervor. Gegen eine Bi- ke-Route Kreuzegg–Schwämmli–Chapf–Krinau spricht sich auch der Wattwiler Franz Rudmann, Präsident der Interkantonalen Arbeitsgemeinschaft Raufusshühner, aus. Er stösst sich daran, dass Planungen erarbeitet, Bike-Routen ausgeschieden und dann die Planungen über den Haufen gestossen und weitere Bike-Routen definiert wurden. Er spricht in diesem Zusammenhang von Salamitaktik. Der Kanton habe entschieden, die Strasse Rumpf–Kreuzegg zu öffnen, während auf den anderen Strassen ein allgemeines Fahrverbot gelte. Dennoch beführen die Biker die Strasse auf der linken Talseite via Geisschopf und Stämiseg, sagt Franz Rudmanng. Die Bike-Route E7 sei erst am Schluss der Arbeiten am WEP Regelstein in diesen aufgenommen worden. Vorher habe es immer geheissen, sie sei ein Thema für den WEP Alttoggenburg, kritisiert er.

Projektleiter gesucht

Toggenburg Tourismus habe sich nie speziell um diese Route gekümmert, sagte der Präsident der Organisation, Max Nadig. Bikerouten seien von grosser Bedeutung, da die Biker eine wichtige Zielgruppe seien. Der Naturschutz sei aber auch wichtig. In Bezug auf das Bike-Konzept Toggenburg seien noch keine Entscheide gefallen. Ein Bike-Konzept sei weiterhin ein Ziel, sagt Max Nadig. Offenbar sucht Toggenburg Tourismus einen Projektleiter, der das Konzept vorantreibt. Zu seinen Aufgaben wird gehören, mit den Landbesitzern zu sprechen, über deren Land die Bike-Routen führen sollen.