Der weite Weg an die Spitze

Der Wiler Skirennfahrer Cédric Noger, der für den SC Speer startet, ist zuversichtlich, dass er nach Beendigung dieser Saison ins nationale B-Kader aufgenommen wird. Bereits vor zwei Jahren stand er nahe an diesem Ziel.

Urs Nobel
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Cédric Noger versucht unbeirrt, seinen Weg zu gehen. (Bild: pd)

Cédric Noger versucht unbeirrt, seinen Weg zu gehen. (Bild: pd)

SKI ALPIN. Am letzten Wochenende war in Brigels ein Riesenslalom vorgesehen. Der Schneemangel machte jedoch eine Verschiebung nach Fondo Grande Folgaria (I) notwendig. Dort erreichte Cédric Noger den 29. Rang. Sein hauptsächliches Ziel ist, seine bisherigen Trainingsleistungen in entsprechende Resultate umzumünzen. Bisher hat er sechs Rennen in dieser Saison bestritten und ist noch nicht so zufrieden mit sich und seinen Leistungen. An zwei FIS-Rennen auf dem Corvatsch in St. Moritz wurde er einmal 7. und einmal 17. Einen Sieg setzte es im Slalom anlässlich eines Universitäts-Rennen, ebenfalls in St. Moritz, ab. Im Riesenslalom schied er aus. Der Saisonstart erfolgte für Noger in Davos, wo er 13. wurde. «In FIS-Rennen sollte ich regelmässig in die Podestplätze kommen, wenn ich weiterkommen will», sagt das Mitglied des SC Speer Ebnat-Kappel, das mit dem Liechtensteinischen Skiverband und somit meistens mit Dietmar Thöny trainiert.

FIS-Rennen und Europacup

Weiterkommen bedeutet für den Skirennfahrer aus dem Unterland, dass er noch diese Saison Europacup-Rennen bestreiten will. Den Leistungsausweis dafür muss er sich in den FIS-Rennen abholen. Eigentlich hat er die entsprechenden Resultate bereits einmal vor zwei Jahren erbracht, als er neunmal hintereinander an FIS-Rennen auf dem Podest stand. Die Aufnahme ins B-Kader hat er trotzdem nicht geschafft, und auch die Beibehaltung des C-Kader-Status ist ihm über ein Trainerurteil verweigert worden. Keine Frage, dass dies für die Moral des jungen, bald 23jährigen Sportlers nicht gerade förderlich war. Cédric Noger blickt jedoch nicht im Zorn zurück. Die Enttäuschung darüber ist ihm aber noch heute anzumerken. «Vergangenes Jahr war tatsächlich ein schwieriges Jahr, ein veritabler Lustkiller. Aber ich war überzeugt, dass ich es kann, und weil ich <meine> Leute um mich hatte, motivierte ich mich, es nochmals zu versuchen und dieses Jahr alles auf eine Karte zu setzen.» Druck wird ihm nicht etwa von seinen Trainern oder Eltern auferlegt. Den setzt er sich selber auf. «Ich habe im Herbst einen grossen Sprung gemacht. Die Fortschritte in diesem Winter aber noch nicht aufgezeigt. Meine bisherigen Resultate sind noch zu wenig gut, um mich für Europacup-Rennen aufzudrängen.» Einen Grund für die bisherigen, für ihn ungenügenden, Leistungen findet Noger im Moment nicht. «Ich habe auch mit dem Trainer darüber gesprochen. Es gebe kaum etwas zu verbessern, sagt er, zumal es immer wieder Lichtblicke während meiner Fahrten zu verzeichnen gebe.»

Ein Perfektionist

Doch mit dieser Aussage will sich Noger nicht zufriedengeben. Zwischen Weihnachten und Neujahr, als er eigentlich frei gehabt hätte und zu Hause in Wil weilte, trainierte er jeden Tag Kraft und Kondition. «Während einer Saison darf man keine Pause machen.» Der Heimaturlaub tat ihm jedoch deshalb gut, weil er Zeit fand, den Kopf auszulüften, und auch, weil er zu Hause seine Wäsche waschen lassen konnte. Cédric Noger bezeichnet sich selber als Perfektionist. Das gilt auch für das Führen seiner Homepage. «Ich möchte meine Homepage stets aktuell auf dem neusten Stand halten. Nur so kann ich die Leute für mich und meine Tätigkeit interessieren.»

Universiade und B-Kader

Gesamthaft wird Cédric Noger bis Ende Saison gegen 40 Rennen bestreiten. «Dann wird abgerechnet», zeigt er sich kämpferisch. Um Aufnahme ins B-Kader zu finden, benötigt er im Verlauf des Winters regelmässige FIS-Podestplätze oder Top-30-Pla- zierungen an Europacup-Rennen. Er konzentriert sich dabei auf den Riesenslalom, weil er sich dort grössere Chancen ausrechnet und auch über bessere Startpositionen verfügt. Noch keine Spekulationen möchte er bezüglich einer Teilnahme an der Universiade machen, obwohl er bereits unter jenen Skifahrern aufgelistet ist, die überhaupt in Frage kommen. «Wenn ich in den nächsten Wochen meine Form abrufen kann, ist eine Teilnahme realistisch. Erfahrung an diesem Grossanlass hätte er schon, aber keine guten. «Ich war schon im letzten Jahr dabei, habe aber nur einen guten ersten Lauf absolviert. Doch das war vergangenes Jahr, diese Saison soll vieles besser werden.»