Der weisse Fleck auf der Landkarte

Der Innerrhoder CVP-Nationalrat Daniel Fässler sähe Appenzell Innerrhoden gerne als Raum mit städtischem Charakter. Und damit im Rahmen des Neuen Finanzausgleichs als beitragsberechtigt. Der Bundesrat soll es nun richten.

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APPENZELL. Flächenmässig ist Appenzell Innerrhoden nach Basel-Stadt der zweitkleinste Kanton der Schweiz. Einwohnermässig mit Abstand der kleinste. Und normalerweise ist die Standeskommission (Regierung) auch stolz auf diese Kleinräumigkeit. CVP-Nationalrat Daniel Fässler macht da für einmal die Ausnahme. In einer Anfrage an den Bundesrat stellt er fest, dass die Landesregierung mit dem Neuen Finanzausgleich die Grundlage für Beiträge des Bundes an Verkehrsinfrastrukturen an Städte und Agglomerationen gebunden hatte. Beitragsberechtigt waren damit 23 Kantone – einzig Uri, Obwalden und Appenzell Innerrhoden seien nicht Teil einer Agglomeration.

Seit 2012 ist nun die Rede von «Raum mit städtischem Charakter». Die Liste der 49 Agglomerationen wurde ergänzt um die neue Kategorie «Kerngemeinden ausserhalb von Agglomerationen». Und wieder sitze Innerrhoden zwischen Stuhl und Bank. «Als einziger Kanton, der keinen Raum mit städtischem Charakter besitzt», wie Fässler am 5. März dem Bundesrat schreibt. «Dies ist staatspolitisch inakzeptabel und auch sachlich falsch.» Im Raumkonzept Schweiz sei Appenzell als ländliches Zentrum eingestuft worden, weil es wichtige zentralörtliche Funktionen erfülle. Ende 2014 habe das Dorf 6803 Einwohner gezählt. Im inneren Landesteil, funktional dem Hauptort zuzuordnen, wohnten 13 998 Einwohner. Zusammen mit Gais AR erreiche Appenzell mit seinem Umland eine Grösse von über 17 000 Einwohnern.

Fässler erkundigt sich nun, was der Bundesrat zu tun gedenke, um die Statistik zu korrigieren und die Kerngemeinde Appenzell finanziell nicht weiter zu benachteiligen. (cz)

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