Der Weg zur Profikarriere

28 junge Fussballer aus dem Appenzellerland werden zurzeit im Projekt Future Champs Ostschweiz ausgebildet. Auf dem Weg an die Spitze müssen sie zahlreiche Hürden meistern. Ab Herbst sind in der Region Änderungen geplant.

Jesko Calderara
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Im Projekt Future Champs Ostschweiz werden Nachwuchstalente aus der ganzen Ostschweiz ausgebildet. (Bild: Ralph Ribi)

Im Projekt Future Champs Ostschweiz werden Nachwuchstalente aus der ganzen Ostschweiz ausgebildet. (Bild: Ralph Ribi)

FUSSBALL. Sie träumen von einer grossen Karriere als Fussballprofi – die rund 800 Jugendlichen, welche im Rahmen des Konzepts Future Champs Ostschweiz (FCO) ausgebildet werden. Dem Netzwerk sind 140 Vereine aus der ganzen Ostschweiz und dem Fürstentum Lichtenstein angeschlossen, darunter Herisau, Speicher, Appenzell, Teufen, Bühler Urnäsch und Heiden.

Ziel des FCO-Projekts ist es, besonders begabten Nachwuchskickern aus der Region die Möglichkeit zu bieten, auf höchstem Niveau zu trainieren. Zudem werden sie in der Schule und der Berufsausbildung unterstützt. Das Ausbildungskonzept teilt sich in drei Stufen auf. Letztlich sollen jährlich junge Fussballer an die Super League und die Challenge League herangeführt werden. Die Leitung des FCO-Projekts liegt beim FC St. Gallen.

Gezielte Förderung

Zurzeit gehören 28 Spieler jeder Altersstufe aus dem Appenzellerland der Organisation Future Champs Ostschweiz an. Darunter sind beispielsweise der Herisauer Nicolas Eberle und Loris Pellegatta, der einst für den FC Teufen kickte. «Im Vergleich zum Breitenfussball profitieren sie von professionellen Strukturen sowie einer verbesserten und gezielteren Förderung», sagt Daniel Last, Mediensprecher des FC St. Gallen.

Der Weg vom regionalen Stammverein auf die grosse Fussballbühne beginnt für die Kinder, welche für das Förderprogramm in Frage kommen, relativ früh. Bereits im Alter von zehn Jahren werden die Talente durch die FCO-Ausbildner rekrutiert. Jeden Frühling gebe es für die 10jährigen Junioren E ein Sichtungsturnier für die Region St. Gallen/Appenzellerland, sagt Last. «Dort wählen wir jeweils ungefähr 50 Kinder aus und ordnen sie den FCO-Gefässen zu.» Selektioniert werde immer am Ende jeder Saison. In der Regel würden die Kinder aus dem Appenzellerland beim FC St. Gallen spielen. «Einzelne Spieler kicken beim FC Wil oder im Team Rheintal-Bodensee», sagt Last.

Rückkehr zum Stammverein

Erfahrungsgemäss schaffen nicht alle Junioren den Sprung in die nächst höhere FCO-Auswahl. Vorgesehen ist, dass diese Spieler zu ihren Stammvereinen zurück- kehren. «Jüngere Spieler können in einem FCO-Team spielen, ohne dass sie einen offiziellen Transfer machen müssen», sagt Last. Bei einem Ausstieg seien sie deshalb wieder automatisch für ihren ursprünglichen Club spielberechtigt. Anders sieht die Situation für die Jungkicker ab dem 15. Lebensjahr aus. Sie müssen gemäss dem Reglement des Schweizer Fussballverbands einen Vereinswechsel machen.

Keine Konkurrenz

Kürzlich sprachen sich die Vereine des Kantonalfussballverbandes für die Schaffung eines Footeco-Stützpunktes aus. Dort sollen E11-Junioren Fördertrainings erhalten. Als Konkurrenz zu Future Champs Ostschweiz sieht der FCSG-Mediensprecher das neue Angebot nicht. «Der FCO E11 Stützpunkt Appenzellerland» sei ein integrierter Bestandteil des bestehenden FCO-Netzwerks. Laut Last sind die Spieler bereits selektioniert. Am Ende der Saison 2016/17 entscheide sich, wer ins Team FE-12 des FC St. Gallen wechsle oder eventuell in einen anderen Stützpunkt aufgenommen werde.

Offen sind der Ort, wo Appenzeller Nachwuchsfussballer künftig trainiert werden, und der Wochentag. Als Standort ist das Mittelland im Gespräch. Der Trainingsbeginn mit voraussichtlich 16 Spielern ist für Oktober geplant.