Der Wahlkampf geht weiter

Im Ausserrhoder Regierungsgebäude warteten die Anhänger der Kandidaten auf das Wahlergebnis. So richtig jubeln mochte ­niemand – ausser Paul Signer. Er durfte den Siegerstrauss in Empfang nehmen. Für die anderen geht’s in die zweite Runde.

Bruno Eisenhut
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Blickt zuversichtlich auf den zweiten Wahlgang: Dölf Biasotto. (Bild: Urs Bucher)

Blickt zuversichtlich auf den zweiten Wahlgang: Dölf Biasotto. (Bild: Urs Bucher)

Bruno Eisenhut

bruno.eisenhut@appenzellerzeitung.ch

Man kennt sich in Appenzell Ausserrhoden. So auch gestern im Regierungsgebäude, als alle auf die Resultate aus den einzelnen Gemeinden warteten. Da waren FDP-Mann Dölf Biasotto, umgeben von seiner Familie und seinem Wahlstab, SVP-Frau Inge Schmid und ihre Entourage sowie der Parteiunabhängige Peter Gut mit seinesgleichen. Händeschütteln da, Small Talk dort, erste Wahlanalysen überall, fast schon familiär war die Stimmung gestern im Wahlstübli. Nur zu feiern gab es herzlich wenig. Zumindest bei den Regierungsratskandidaten nicht. Keiner erreichte das absolute Mehr, keiner durfte sich zur Wahl gratulieren lassen.

Dies stellten auch die Vertreter der Parteiunabhängigen fest. Die Kantonsräte Andreas Zuberbühler, Stephan Wüthrich oder Margrit Müller analysierten die Resultate laufend. Ihr Favorit Peter Gut reüssierte hauptsächlich im Vorderland.

Anspannung liess sich trotz all der familiären Stimmung im Wahlstübli bei den Vertretern der SVP erkennen. Wahlkampfleiter Ralf Menet blieb zwar zusammen mit SVP-Präsident Anick Volger und Kantonsrat Florian Hunziker bis zum Schluss optimistisch, das Ergebnis müsse jetzt aber analysiert werden, so Menet. Während Inge Schmid auf das Ergebnis wartete, konnte sie auf die Unterstützung einiger ihrer Grosskinder zählen.

Im Lager der FDP machte sich trotz des fehlenden Vollerfolgs von Dölf Biasotto zunehmend Entspannung breit. Parteipräsidentin Monika Bodenmann und Parteileitungsmitglied Katrin Alder konnten nach dem Ergebnis eine gewisse Erleichterung nicht verbergen. Auch Marie-Theres Biasotto gratulierte ihrem Mann sichtlich erfreut zu dessen Resultat. Anwesend war die gesamte Regierung. Noch in bester Erinnerung dürfte Regierungsrat Alfred Stricker die Stimmung im Wahlstübli haben. Als amtsjüngstes Mitglied der Exekutive war Stricker bei den letzten Regierungsratswahlen in ähnlicher Situation wie die jetzigen Kandidaten. Einziger Unterschied: Alfred Stricker machte damals im ersten Umgang alles klar.

Paul Signer neuer Landammann

Deutlich gewann gestern Paul Signer die Wahl um den Landammann. Signer, der anfangs gar nicht als Landammann kandidieren wollte, verhalf der FDP zu einem Sieg. Zu den ersten Gratulanten gehörte der unterlegene Regierungsrat Köbi Frei. Beide bestritten absichtlich keinen Wahlkampf und entsprechend schlicht vielen auch gestern die Gratulationen aus. Zusammen mit seiner Frau Imelda und einem bunten Blumenstrauss liess es sich Paul Signer dennoch nicht nehmen, für die Fotografen zu posieren.

Auch zu den Gratulanten zählten die beiden eidgenössischen Parlamentarier. Nationalrat David Zuberbühler und Ständerat Andrea Caroni weilten im Abstimmungsstübli und verfolgten nebst den kantonalen Wahlen mit besonderem Interesse auch die nationalen Vorlagen. Dass es für die Unternehmenssteuerreform III eng werden könnte, prognostizierte Andrea Caroni schon vor Bekanntwerden der Resultate. Er sollte recht bekommen.