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Der verdächtigte Wasserrohrbruch

Glosse
Patrik Kobler

Der Rohrbruch beim Obstmarkt Herisau liefert Stoff für Verschwörungstheorien. Es kann ja kein Zufall sein, dass das Wasser ausgerechnet im Keller des Regierungsgebäudes für Schaden sorgte. Wer weiss, was da unten alles für sensible Sachen lagern? Tagebücher von Regierungsmitgliedern, vermasselte Landammann-Ölschinken, geheime Gesprächsnotizen? Im Dorf ranken die wildesten ­Gerüchte.

Manche vermuten, dass da unten ständig ein Feuer lodert, in welchem Akten verbrannt werden. Kürzlich habe man es ein wenig beim Vernichten von Spitalstrategiepapieren übertrieben. Die Feuerwehr musste anrücken und das Feuer löschen. Um das Ganze zu vertuschen, sei danach von einem Wasserrohrbruch geredet worden.

Andere wollen beobachtet haben, dass während der Sommerferien alle Büropflanzen der Verwaltung im Keller gelagert wurden. Während der Abwesenheit der Mitarbeitenden übernahm ein Automat das Bewässern der Pflanzen. Der Gärtnerlehrling soll das System etwas gar grosszügig dosiert haben, was in der letzten Ferienwoche zu Überschwemmungen im Keller führte.

Es kursieren auch Gerüchte, wonach es sich um ein neues Kunstprojekt der Gebrüder Riklin handelt. Ende August schliesst bekanntlich ihr Null-Stern-Hotel auf der Göbsi – und das trotz grosser Nachfrage. Es liegt deshalb auf der Hand, schleunigst eine Nachfolgelösung zu realisieren. Fündig sei man im Keller des Regierungsgebäudes geworden, wo man einen wunderbaren Blick auf die Aktenberge geniesse, heisst es. Das Mobiliar stamme von der benachbarten Rathaus-Bar, und die Funktion des Butlers wechsle von einem Köbi zum anderen. Der neue soll kein Bauer sein, sondern sich im Gebäude auskennen, aus einer steuergünstigen Gemeinde im Mittelland stammen und sich seit der Pensionierung zu Hause etwas langweilen.

Und schliesslich gibt es Leute, die behaupten, dass die Gemeinde bei der Platzgestaltung des Obstmarkts nun endlich vorwärts machen will. Man sei zum Schluss gekommen, dass dem Dorf ein See fehle. Deshalb werde zwischen Platz, Obstmarkt und Treffpunkt ein Becken angelegt. Wie aus undichten Quellen durchgesickert ist, haben die Arbeiten just in den letzten Tagen begonnen. Folgen hat der See für den Durchgangsverkehr. Nach dem Fahrplanwechsel zirkuliert alle 15 Minuten eine Fähre zwischen «Gutenberg» und Drogerie Eiche. Im Winter wird der See zur Kunsteisbahn und dem SC Herisau als Spielstätte dienen.

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