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Der Umbau des Bahnhofs Teufen startet – trotz Petition, die einen Marschhalt fordert

Nächste Woche beginnt der Umbau des Bahnhofs Teufen. Eine Petition versuchte jüngst, dies zu verhindern. Eine Beantwortung steht noch aus. Trotzdem sehen die Verantwortlichen im jetzigen Baustart kein Problem.
Astrid Zysset
Die Bewilligung vom Bundesamt für Verkehr (BAV) ist eingetroffen – nächsten Montag starten die Bauarbeiten. (Bild: Benjamin Manser (16. Juli 2018))

Die Bewilligung vom Bundesamt für Verkehr (BAV) ist eingetroffen – nächsten Montag starten die Bauarbeiten. (Bild: Benjamin Manser (16. Juli 2018))

Die Überraschung ist ihm anzumerken. «Damit habe ich jetzt wirklich nicht gerechnet», sagt Felix Gmünder. Die Appenzeller Bahnen (AB) haben bekanntgegeben, dass sie kommende Woche mit dem Umbau des Bahnhofs Teufen beginnen. Gmünder hatte zusammen mit einem Komitee Anfang dieses Monats dem Gemeinderat eine Petition mit 2113 Unterschriften überreicht. Diese verlangt einen Marschhalt beim Projekt Ortsdurchfahrt. Auch der Baustart beim Bahnhof Teufen sollte gestoppt werden, um nicht die Realisierung der Doppelspur zu präjudizieren.

«Ich werde mich nun mit dem Komitee zusammensetzen und besprechen, wie weiter vorgegangen wird», so Gmünder. Denn eines sei für ihn sicher: Aufgeben wolle man nicht.

«Wir setzen uns weiter für einen bahnfreien Dorfkern ein und lassen uns vom Baustart nicht beeindrucken.»

Welche Massnahmen das Komitee ins Auge fassen wird, dazu wollte sich Gmünder noch nicht äussern. Zuerst möchte er sich vergewissern, dass die Baubewilligung keine präjudizierenden Massnahmen beinhaltet und Fachexperten beiziehen, die rechtliche Schritte aufzeigen.

Keine präjudizierenden Massnahmen

Bei der Gemeinde ist die Behandlung der Petition für die Sitzung vom 2. Juli vorgesehen. Der Gemeinderat spricht sich dafür aus, dass die Umbauarbeiten am Bahnhof nun mit dem Vorliegen der Bewilligung beginnen. «Der Einbau des dritten Geleises, mit welchem die Leerfahrten nach Steigbach mit den damit verbundenen zusätzlichen Schliesszeiten der Barrieren Landhausstrasse und Zeughausstrasse wegfallen, ist dringend notwendig», sagt Gemeindepräsident Reto Altherr.

Ebenso wichtig sei es, dass die Perrons überdacht werden und die Bahnreisenden vor Wind und Wetter geschützt sind und hindernisfrei einsteigen können. «Im Rahmen des zusätzlichen Platzbedarfs für das dritte Gleis wird auch der Verbindungsweg ins Landhausareal erstellt. All dies sind notwendige Massnahmen, die für einen Baubeginn sprechen.»

Hinsichtlich der noch nicht beantworteten Petition meint Altherr: «Anlässlich der Generalversammlung der Appenzeller Bahnen wurde bereits kommuniziert, dass der Einbau des dritten Gleises und die Perronanpassungen die Art der Streckenführung durch das Dorf nicht präjudizieren.»

Baustart könne nicht hinausgezögert werden

Die AB lässt auf Anfrage hin verlauten, dass sie die Petition zuhanden der Gemeinde zur Kenntnis genommen habe. Der Baustart am Bahnhof sei jedoch dringlich, sodass nicht zugewartet werden könne, sagt AB-Mediensprecherin Sabrina Huber.

Bei den anstehenden Bauarbeiten geht es in erster Linie um die Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes. Dessen Vorgaben gilt es, bis Ende 2023 umzusetzen. Schweizweit werden hunderte Bahnhöfe modernisiert und mit einem niveaugleichen Einstieg besser zugänglich gemacht. Eine Arbeit, die drängt. «Es ist ein nationales Gesetz, das den Komfort für die Fahrgäste deutlich verbessert», stellt Huber klar. Die jetzige Situation am Bahnhof Teufen mit den Hilfstritten umschreibt sie als «unbefriedigend».

Man wolle für die täglich 1500 Fahrgäste, die in der Mittelländer Gemeinde ein- und aussteigen, optimale Bedingungen schaffen, so Huber. Dazu gehört auch die Überdachung des Mittelperrons. Und bezüglich des Einbaus des dritten Gleises argumentiert die AB ähnlich wie die Gemeinde.

Die Bauarbeiten an den Gleis- und Perronanlagen dauern voraussichtlich bis im Frühsommer 2020 – drei Jahre vor Ablauf der Frist des Bundes, ebenerdige Einstiege in die Züge zu ermöglichen. Wäre da ein Marschhalt, wie ihn die Petition verlangt, nicht realisierbar gewesen? «Nein», sagt Huber.

«Der Zeitplan ist eng und die Kundenbedürfnisse an diesem wichtigen Bahnhof stehen jetzt im Zentrum.»

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