Der Trogner Rösslisaal soll gerettet werden

Eine Genossenschaft verfolgt das Ziel, den Jugendstilsaal zu erhalten. Sie sucht noch Mitglieder.

Karin Erni
Drucken
Teilen
Der stilvolle Rösslisaal wurde während des Trogner Adventsmarkts unter anderem für das Konzert der Band Rondom genutzt.

Der stilvolle Rösslisaal wurde während des Trogner Adventsmarkts unter anderem für das Konzert der Band Rondom genutzt.

Bild: PD

Der hundertjährige Rösslisaal in Trogen hat Eleganz und Stil. Hohe Fenster, Stuckaturen an Wänden und Decke sowie ein aufwendig gearbeiteter Parkettboden mit Intarsien zeugen von einer grossen Vergangenheit. «Es ist der alte Tanz- und Festsaal des Dorfs», sagt Moritz Flury-Rova. Er und seine Frau Simone haben die Liegenschaft in diesem Frühjahr gekauft, um sie vor dem Abbruch zu retten.

Aussenhülle ist marode

Der rund 100 Quadratmeter grosse Raum liegt etwas versteckt hinter dem ehemaligen Gasthaus Rössli im Trogner Hinterdorf, neben dem ehemaligen Maximarkt. «Der Saal befindet sich in einem guten Zustand und wird regelmässig für verschiedene Kurse und kulturelle Anlässe genutzt», sagt Flury. «An der Aussenhülle dagegen wurde lange kein Unterhalt mehr gemacht, daher ist sie in einem sehr schlechten Zustand.» Damit die Bausubstanz keinen Schaden erleide, sei eine grundlegende Sanierung der Schindelfassade, der Fenster und des Dachs dringend nötig, so der Hausbesitzer. Das historische Erscheinungsbild des Gebäudes soll dabei erhalten bleiben, die Wärmedämmung aber verbessert werden.

Erhaltung des Saales als Kulturraum

Um das Renovationsvorhaben realisieren zu können und damit den Saal zu retten, ist einiges an Kapital nötig. Dieses aufzutreiben, hat sich die im Mai dieses Jahres gegründete Genossenschaft Rössli Trogen zum Ziel gesetzt. Sie erhält den Rösslisaal im Baurecht. Zweck der Genossenschaft ist die Erhaltung des Saales als Kulturraum. Neben den Bewegungskursen sollen hier künftig noch vermehrt Konzerte, Lesungen, Aufführungen, Workshops und private Anlässe stattfinden können.

Moritz Flury-Rova

Moritz Flury-Rova

PD

Gute Verankerung im Dorf ist wichtig

Derzeit sucht die Genossenschaft Rössli Trogen noch weitere Mitglieder. Sie sollen nebst der Finanzierung dazu dienen, den Saal in der Bevölkerung zu verankern. «Eingeladen sind Menschen aus Trogen – oder auch von weit weg –, denen der Saal als Teil des Dorfes und Dorflebens am Herzen liegt.» «Am Trogner Adventsmarkt hat der Saal mit den Konzerten viel Publikum angezogen. Wir konnten verschiedene Leute ansprechen und auf unser Anliegen aufmerksam machen», sagt Moritz Flury. «Mindestens 50 Genossenschafter müssten wir gewinnen. Besser wären natürlich 100.» Als Gegenleistung winkt den Genossenschaftern ein kultureller Anlass anlässlich der Jahresversammlung.

Das rund 300-jährige, ehemalige Gasthaus Rössli, mit dem der Saal baulich verbunden ist, gehört ebenfalls Simone und Moritz Flury. Genutzt wird es von einer Wohn- und Arbeitsgemeinschaft.

Informationen unter: www.roesslitrogen.ch oder kontakt@roesslitrogen.ch