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Der treuste SC-Herisau-Fan

Er ist der treuste Fan des SC Herisau. Seit 1997 hat er kein Spiel im Sportzentrum verpasst. Seinen Stammplatz mit der exzellenten Sicht auf das ganze Eisfeld teilt er mit niemandem.
Bild: Martina Basista

Bild: Martina Basista

Er ist der treuste Fan des SC Herisau. Seit 1997 hat er kein Spiel im Sportzentrum verpasst. Seinen Stammplatz mit der exzellenten Sicht auf das ganze Eisfeld teilt er mit niemandem.

Es ist sein Platz, während den Spielen, tagsüber und auch nachts, wenn die Scheinwerfer erloschen sind. Er lebt in der Eishalle, seit diese Nationalliga-B-tauglich umgebaut wurde. Spieler, Trainer, Vorstandsmitglieder und Zuschauer kamen und gingen. Er blieb. Nicht wie andere, die dem Verein in schweren Zeiten den Rücken kehrten. Er steht hinter seinem SCH. Den Abstieg aus der Nationalliga A Ende der Saison 1997/1998 nahm er still zur Kenntnis, auch wenn dieser ihn innerlich schmerzte. Ebenso die Namensänderung seines SC Herisau in SCH Säntis. Schon damals wusste er: Die Presse wird die Namensänderung nicht mögen und die neue Vereinsbezeichnung in allen möglichen Varianten schreiben. Nach vier Monaten war dieser Spuk aber wieder vorbei.

Als der Verein 1999 Konkurs anmeldete, wollte er helfen, war aber dazu nicht fähig. Wie zu Eis erstarrt, blieb er auf seinem angestammten Platz stehen. Auch den Zwangsabstieg in die 1. Liga im selben Jahr akzeptierte er und durfte gleich zu Saisonende mit der Mannschaft den Ost-Meistertitel und den Aufstieg feiern. Er wusste aber schon damals, dass die kommenden Jahre in der Nationalliga B finanzielle Auswirkungen haben werden. Er wollte sich zu Wort melden, blieb aber stumm. Nach dem erneuten Absturz in die 2. Liga dachte er, da lebt es sich auch ganz gut. Dafür hat er heute wieder Grund, stolz auf seine Mannschaft zu sein. Auch wenn es mit der Qualifikation für den Playoff-Final nicht ganz gereicht hat.

Nun folgt die spielfreie Zeit. Aber er wird weiterhin auf seinem angestammten Platz stehen bleiben. Wie lange noch, weiss er nicht. Seine Zeit wird kommen, irgendwann. Dann tritt er seine letzte Reise an und wird irgendwo verbrannt.

Er, der Zigarettenstummel, der schon jahrelang am Fuss der Verbindungstreppe zur Pressetribüne liegt.

Markus Fässler

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