Der Trend zeigt nach oben

Eine aktuelle Publikation zeigt: Der Landwirtschaftssektor ist im Toggenburg weiterhin wichtig, Firmengründungen nahmen im Vergleich zum Schnitt der letzten Jahre zu, und die Bevölkerungszahl hat sich erholt.

Ruben Schönenberger
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REGION. Seit 2008 will der Bund mit der Neuen Regionalpolitik (NRP) unter anderem Berggebiete fördern. Über die Entwicklung der sogenannten NRP-Regionen erstattet eine aktuelle Publikation der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) Bericht. Die SAB versteht sich als Organisation, die in Bundesbern die Anliegen der Berggebiete – insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht – vertritt. In den insgesamt 77 NRP-Regionen wohnen rund 4,6 Millionen Einwohner. Die Fläche dieser Regionen bedeckt rund 87 Prozent der Schweiz. Nicht als NRP-Regionen gelten zum Beispiel die Stadt Zürich oder die Region Basel. In der Broschüre «Das Schweizer Berggebiet 2016 – Zahlen und Fakten» sind auch aussagekräftige Zahlen zum Toggenburg enthalten, das als eigene NRP-Region fungiert.

Starker erster Sektor

So führt die Publikation unter anderem Angaben zur Wirtschaftsstruktur an. In den NRP-Regionen sind rund zwei Drittel der arbeitenden Bevölkerung im dritten Sektor, dem Dienstleistungssektor, angestellt. Die wirtschaftlich positive Entwicklung hat sich auch in den Berggebieten hauptsächlich in diesem Sektor abgespielt. Bei der Betrachtung des Toggenburgs fällt aber auf, dass der Anteil der Arbeitstätigen im ersten und zweiten Sektor im Vergleich sehr hoch ist. Im Jahr 2013 – aktuellere Zahlen existieren nicht – entfielen rund zwölf Prozent der auf Vollzeitstellen umgerechneten Arbeitsplätze auf den ersten Sektor, in dem vor allem die Landwirtschaft enthalten ist. Der achthöchste Anteil aller NRP-Regionen. Nur gerade in zwölf anderen Regionen ist ebenfalls mehr als jede zehnte Vollzeitstelle in diesem Sektor zu finden. Beim Anteil der Beschäftigten im zweiten Sektor, zu dem vor allem die Industrie zählt, liegt das Toggenburg zwar nur im Mittelfeld. Rechnet man aber den ersten und zweiten Sektor zusammen, reicht es trotzdem immer noch für den achthöchsten Anteil. Mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer im Toggenburg arbeitet also im ersten oder zweiten Sektor. Der Dienstleistungssektor kommt weiterhin nicht über die 50-Prozent-Marke hinaus. Das ist sonst nur in 13 anderen Regionen ebenfalls so feststellbar.

Mehr Firmengründungen

Ein erfreuliches Bild zeigt sich für das Thur- und Neckertal bei den Neugründungen. Zwar liegt man bei der absoluten Anzahl im Jahr 2013 mit 46 Firmengründungen nur im Mittelfeld. Auch bei einer Betrachtung in Relation zu der damaligen Bevölkerungszahl ändert sich das nicht. Mit einer Neugründung auf knapp 1000 Einwohner belegt das Toggenburg gar nur Rang 47.

Dafür lässt sich die Entwicklung sehen. Im Vergleich mit dem Schnitt der Jahre 2001 bis 2012 wurden im Jahr 2013 rund 32 Prozent mehr neue Firmen gegründet. Damit klassiert sich das Toggenburg auf Rang 11 und verpasst nur ganz knapp die Top 10. Festgehalten werden muss aber, dass die Zahl der Neugründungen starken Schwankungen unterliegt.

Durch die Talsohle

Aktuelle Informationen liegen für die Bevölkerungszahlen vor. Hier liegt das Toggenburg im Vergleich mit den anderen 76 NRP-Regionen deutlich im Hintertreffen. Während die Spitzenregionen im Zeitraum von 2000 bis 2015 bis zu 38 Prozent mehr Einwohner verzeichnen, hat sich diese Zahl im Toggenburg nicht einmal um ein halbes Prozent vergrössert. Nur fünf andere Regionen weisen ein geringeres Wachstum auf.

Etwas besser sieht es aus, wenn man nur die Jahre von 2010 bis 2015 betrachtet. In diesem Zeitraum konnte die Einwohnerzahl um knapp 2,5 Prozent gesteigert werden. Es scheint, als ob das Toggenburg die Talsohle durchschritten hat.