Der Treff für Geissenfreunde

Zum achten Mal wurde am Samstag die Nationale Geissenshow in Wattwil abgehalten. Insgesamt 166 Züchter präsentierten hierbei über 700 Tiere vor wahren Besucherscharen.

Nadine Rydzyk
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WATTWIL. In der Markthalle in Wattwil standen am Samstag Ziegen und Zuchterfolge sowie die Präsentation des Buches «Geissen, Gitzi, Gaumenkitzel» im Mittelpunkt. Neben den Tieren, die als Hauptattraktion für Begeisterung sorgten, lockten auch der von Culinarium organisierte Produktemarkt und die Festbeiz viel Publikum an.

Neuer Teilnehmerrekord

Doch nicht zuletzt war die Geissenschau ein Anlass für die Züchter selbst. Wie der Mosnanger Präsident der Schaukommission Hanspeter Koch erklärte, ist der Anlass «die erste Adresse für alle, die etwas mit Geissen zu tun haben.» Da wunderte es nicht, dass Vertreter aus der gesamten Schweiz mit ihren Tieren kamen, um diese von den acht Experten begutachten zu lassen. Nirgendwo sonst bekommt man sämtliche in der Schweiz gezüchteten Geissenrassen zu sehen. Der Anlass ist ein Treffpunkt für alle, die professionell oder als Hobby Ziegen halten und züchten, erklärte der Präsident. Mit 166 Ziegenzüchtern und über 700 Tieren konnte dieses Mal zudem ein neuer Beteiligungsrekord aufgestellt werden.

Doch nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität entlockte den Experten bewundernde Kommentare, denn die Zuchtqualität konnte sich sehen lassen. Insbesondere erfreut war man darüber, dass auch gefährdete Rassen von den Züchtern berücksichtigt werden. Diese wurden dem Publikum unter anderem bei der Prämierung der besten Böcke näher gebracht. Aber auch der unstrittige Höhepunkt, der Mutter/Tochter-Wettbewerb, welcher die Zuchterfolge besonders verdeutlicht, rang den Experten Respekt ab.

Laurin wird Publikumsliebling

Am häufigsten an der Show vertreten war die robuste, wirtschaftliche und anpassungsfähige Toggenburger Ziege. Im Jahre 1892 wurden Zuchtböcke anerkannt und prämiert. 1906 verankerte der Kanton die Anerkennungspflicht für alle männlichen Tiere im Gesetz. Die erste Zuchtgenossenschaft wurde 1895 in Libingen gegründet. Schnell darauf bildeten sich im Toggenburg und im angrenzenden Rheintal weitere Genossenschaften und die Toggenburger Ziege trat einen Siegeszug in die ganze Welt an. Sogar in England, Amerika, Kanada, Deutschland, Österreich und Holland ist sie anerkannte Zuchtziege.

Nachschlagewerk für Gourmets

Im Gegensatz dazu gilt die Kupferhals-Ziege als seltene und gefährdete Rasse. Die markante Optik aber eroberte auch die Herzen der Zuschauer, denn der weisse Kupferhals-Bock Laurin von Alois Graf aus Kirchberg wurde prompt zum Publikumsliebling gewählt. Dass aber nicht nur die Tiere herzig sind, sondern auch die Ziegen-Produkte schmackhaft und bekömmlich, kann nun auch in dem zur Geissenschau präsentierten Buch «Geissen, Gitzi, Gaumenkitzel» des Toggenburger Verlags nachgeschlagen werden. Neben Informationen zu den einzelnen Rassen, zahlreichen Bildern und Reportagen, bietet das Buch viele Rezepte rund um das feinfaserige sowie fett- und cholesterinarme Fleisch der Tiere.

Der Unterhaltungsabend mit Chüeisgruess aus Wattwil und der Wahl der Geisskönigin, einer gemütlichen Bar und allgemein geselligem Beisammensein rundete den Tag ab. Als fünfte Schweizer Geisskönigin wird die am Abend gewählte Glarnerin Maya Hämmerli aus Ennenda ein Jahr lang als Botschafterin der Geissen amten.

Die Schlussrangliste wird auf www.geissenshow.ch aufgeschaltet

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