Der Transit gehört auf die Schiene

Leserbrief nimmt Bezug auf folgenden Artikel: «Echte Solidarität?» Ausgabe vom 5. Januar Leserbrief nimmt Bezug auf folgenden Artikel: «Tribüne: Aus meiner Sicht verwegen» Ausgabe vom 7. Januar

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Die Argumente von Max Büeler im Leserbrief vom 5. Januar sprechen nicht zugunsten der 2. Röhre, sondern dagegen. Er beklagt sich über den stark eingeschränkten Lebensraum in Uri. Er will keine Hochspannungsleitungen und er wünscht keine weitere Verbetonierung. Gleichzeitig fordert er den Bau einer zweiten Strassenröhre. Diese zweite Tunnelröhre wird genau das bringen, was er verhindern will. Als Verkehrsgeograph weiss ich, dass nach jeder Kapazitätsausweitung Mehrverkehr entsteht. Gemeint sind Fahrten, die ohne Erleichterung auf der Strasse nicht unternommen würden. Dazu kommt, dass der Lastwagen-Umverkehr, der heute über den Brenner fährt, mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Gotthardachse gelenkt wird. Aufgrund von Erfahrungen bei andern Transitstrecken muss damit gerechnet werden, dass doppelt so viele Lastwagen und Autos wie heute durch die zwei Röhren fahren werden. Und noch etwas sehr Ernstes: Durch den zusätzlichen Verkehr wird es nicht nur im Tunnel, sondern noch stärker auf den ganzen Zulaufstrecken zu vermehrten Unfällen kommen. Das betrifft auch – wenn auch schwächer – das Toggenburg, weil schon heute ein Teil der Lastwagen aus dem Bodenseeraum über den Ricken zum Gotthard fährt. Herr Büeler, wenn Sie wirklich wollen, dass die Lebensqualität in Uri nicht noch schlechter wird, dann stimmen Sie Nein zur 2. Röhre. Denn die Lösung kann nur heissen: Der Transit gehört auf die Schiene!

Remy Holenstein, Grabengasse 11 9620 Lichtensteig

Debatte ist Wahlkampfgeplänkel

Schade, dass die negativen Auswirkungen der Beschränkung des Pendlerabzugs erst jetzt behandelt werden. Man hätte im Vorfeld der Volksabstimmung vom 15. November 2015 diskutieren können, was diese Steuererhöhung für die Standortattraktivität der Toggenburger Gemeinden bedeutet. In der Zwischenzeit ist es zu spät. Die neuerliche Debatte kann als Wahlkampfgeplänkel abgetan werden.

Ivan Lous, Kirchweg 672

9650 Nesslau

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