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Der Teil eines grossen Ganzen

Die Appenzeller Zeitung stellt Älplerfamilien im Appenzellerland vor. Heute: Monika und Ernst Giger-Frehner aus Hundwil. Sie bewirtschaften eines von insgesamt 21 Alprechten auf der Schwägalp.
Rosalie Manser-Brülisauer

HUNDWIL. Die Schwägalp ist während des Sommers jeweils wie ein kleines Dorf mit Streusiedlungen. Anders gesagt: Zwanzig verschiedene Sennen (insgesamt 21 Alprechte mit einem Doppelrecht) bilden die Alpgenossenschaft «Grosse Schwägalp». Zu diesen Älplern gehören seit 1996 auch Ernst und Monika Giger-Frehner. Sie sind Hüttenpächter des «Wasserhöttli». Eigentümerin der dazu gehörenden Weideflächen ist aber die Gemeinde Hundwil. Während Ernst und Monika Giger auf eigene Rechnung die Alp bewirtschaften, waren Ernsts Eltern zuvor während sieben Jahren Hirtefamilie des «Wasserhöttli» im Auftrag der Besitzergemeinde Hundwil.

Es liegt in der Natur der Sache, dass bei zwanzig verschiedenen Bewirtschaftern nicht immer nur eitel Sonnenschein herrscht. «Momentan ist einiges im Umbruch», halten Monika und Ernst Giger fest. Das Alpreglement der Schwägalp ist bereits über hundertjährig, und Anpassungen an die aktuellen Gegebenheiten und an die moderne Landwirtschaft sind unumgänglich.

Auffahrt in zwei Etappen

Ein immer wiederkehrender Diskussionspunkt unter den Sennen ist der Zeitpunkt des Auftriebs. Da sich das Weidegebiet auf der Schwägalp zwischen 1200 und 1600 Meter über Meer erstreckt, war das Gras bei den tiefer gelegenen Alpen am Auftriebstag jeweils schon ziemlich alt und das Vieh zertrampelte es, nur um in den höheren Lagen das frische Gras zu äsen. Denn eigentlich gestattet das Alpreglement eine Weideunterteilung nicht, und somit dürfen die einzelnen Alpen nicht umzäunt werden. Seit sechs Jahren befinden sich die Genossenschafter nun in einer Testphase. Neu wird in zwei Gruppen die «Grosse Schwägalp» bestossen, mit dem Ziel, dass das Vieh die unteren Weiden bereits etwas «getzet» hat, bevor auf den oberen Flächen gegrast wird. Der Alpabtrieb findet momentan für alle Landwirte ohne Voralp am selben Tag statt. «Dies ist vor allem deshalb sehr praktisch, weil dann die Schwägalpstrasse für den Strassenverkehr gesperrt bleibt», betont Ernst Giger.

Kein Gemeindebetrieb mehr

Für den 45jährigen Ernst Giger hat sich mit der Pacht des «Wasserhöttli» ein Bubentraum erfüllt. Er und seine Familie, dazu gehören nebst Frau Monika die Zwillingsbuben Markus und Andreas, 14 Jahre, und das achtjährige Nesthäkchen Patrizia, geniessen die rund siebzig Sömmerungstage auf der Schwägalp jeweils in vollen Zügen. Zu seinem Leidwesen müsse er immer wieder ins Tal, um die anfallenden Arbeiten wie Heuen oder Gülle austragen zu erledigen, sagt Ernst Giger mit einem Augenzwinkern. Auf der Alp weiden jeweils 23 Stösse, sechs Ziegen und meistens auch ein Stier. Die Milch liefern Gigers, wie alle Genossenschafter, während der Alpzeit der Schwägalp-Käserei.

In Hundwil hat die Familie den an das Gemeinde-Altersheim Pfand angrenzenden landwirtschaftlichen Betrieb in Pacht. Bis 1996 arbeiteten Ernsts Eltern mehrere Jahrzehnte im Angestelltenverhältnis auf dem Hof und leiteten zusätzlich bis 2000 das Altersheim. «Die Anforderungen an Heimleiter und Pflegepersonen sind aber so gestiegen, dass die Führung eines Doppelbetriebes, wie es meine Schwiegereltern noch gemacht haben, für uns nicht mehr machbar wäre», sagt Monika Giger-Frehner, die zu einem kleinen Pensum auf ihrem angestammten Beruf als Bankkauffrau arbeitet. Vor 16 Jahren splittete die Gemeinde Hundwil den Hof vom Altersheim ab und verpachtete ihn der Familie Giger.

«Öberefahre» und «chlause»

Monika und Ernst Giger nehmen in ihrer Freizeit am örtlichen Vereinsleben teil. Während Ernst Präsident des Landwirtschaftlichen Vereins Sektion Hundwil und Mitglied im Männerchor ist, steht die 40jährige Monika den Landfrauen Hundwil vor. Und genauso wie für Ernst im Frühling und Herbst das «Öberefahre» zum Leben dazu gehört, so lässt er sich es seit seiner Kindheit nicht nehmen, an Silvester als Chlaus von Hof zu Hof zu gehen. Und zumindest in diesem Bereich ist die Nachfolge im Hause Giger bereits gesichert: Auch Markus und Andreas sind Silvesterchläuse.

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