Der Sommer ist toll – mit Vorbehalt

Speerspitz

Martin Knoepfel
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Ich liebe den Sommer. Er ist eine schöne Jahreszeit, nicht nur wegen der langen und lauen Sommerabende, die ich am liebsten in einer lauschigen Gartenbeiz verbringe, deren Namen ich nicht verrate. Über Mittag kann man sich in der Badi erfrischen, wenn sie wie in Wattwil nahe beim Büro liegt. Ich liebe den «Schwumm» bei 25 Grad Wassertemperatur – ohne Beckenheizung und ohne Kohl. Doch das ist noch nicht alles. In den Lebenmittelläden hat man die Qual der Wahl bei Obst und Früchten, ohne auf nicht zur Jahreszeit passende Treibhäuser-Produkte zurückzugreifen.

Am tollsten sind aber die Sommerferien. Die spürt man auf dem Parkplatz in Degersheim, wo ich meist das Auto abstelle, bevor ich mit der Bahn nach Wattwil fahre. In den Sommerferien findet man dort noch kurz nach acht Uhr morgens einen Gratis-Parkplatz. Ausserhalb der Sommer­ferien muss man schon um halb acht da sein, wenn man sein Auto abstellen will. Und das will ich, denn auf dem Bahnhofareal würde das Parkieren kosten. Wahrscheinlich hat man auf dem Bahnhofareal aus genau diesem Grund immer die Qual der Wahl zwischen freien Parkplätzen. Und so kann ich im Sommer eine halbe Stunde länger schlafen, als Ausgleich dafür, dass ich später zu Bett gehe. Das ist eigentlich das Beste am Sommer für Nachtmenschen wie mich.

Wobei, wenn ich es recht bedenke, liebe ich eigentlich gleichermassen den Frühling, denn dann kann man sich auf den Sommer freuen. Und den Winter, denn ihm folgt der Frühling, nach dem der Sommer kommt. Und last but not least den Herbst, denn auf den folgt der Winter, auf den der Frühling folgt, der in den Sommer übergeht. Nur der Sommer ist doch nicht so toll, denn im Sommer geht es am längsten bis zum nächsten Sommer.

Martin Knoepfel

martin.knoepfel@toggenburgmedien.ch