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Der Skischuh, mein Feind

Brosmete
Steffi Sonderegger

Ich verstehe es nicht: Die Digitalisierung ist so weit fortgeschritten, dass wir uns mit unseren Handys überallhin navigieren, uns ständig Videos und Bilder schicken und uns informieren können. Kameras haben integriertes WLAN und im Auto können wir kabellos telefonieren. Facebook bringt jede Woche ein neues Feature raus, und in der Wetter-App kann ich fast minutengenau sehen, wann es bei mir regnet. Alles wird besser. Alles ausser Skischuhe. Die sind noch immer genauso unbequem wie vor zwanzig Jahren. Dieser Tatsache ergab ich mich missmutig, als ich vor einigen Wochen ein paar Ski mit Schuhen für mehrere Filmdrehs mieten musste. Ja, die Miete von Skischuhen ist vielleicht auch nicht ganz optimal. Gerade wenn man – wie ich – schwierige Füsse hat. Und ich war natürlich im Schuss. Dementsprechend hatte ich keine Zeit, mehrere Schuhe zu probieren. Ich schlüpfte in den hübschen Weissen rein und nahm ihn mit. Effizienz ist in der heutigen Zeit gefragt. Schliesslich machen es uns die technologischen Fortschritte vor.

Nur der Skischuh ist irgendwo in den vergangenen Jahrzehnten hängen geblieben. Mit Ächzen und Krächzen quetsche ich meine Füsse in die harte Schuhhülle und schliesse mühselig die sechs Schnallen. Bereits zwei Minuten später kribbeln meine Zehen am rechten Fuss. Gerade als ich mühsam die Treppe hochkrieche. Alle anderen haben derweil ihre Ski in die Halterung des Gondelis gepackt. Endlich dort angekommen: Schnallen lockern, Zehen befreien – zumindest für einige Minuten. Dann werden sie mitsamt Ferse und Waden wieder zusammengepfercht. Wie eine Sardine in der Dose. Klack. Der Ski hält. Und rechts zwickt es auch schon wieder. Egal. Handschuhe montieren. Stöcke packen. Und ab geht die Steffi. Zumindest, bis ich im nächsten Schneehaufen lande. Aufgrund der schlechten Sicht und meiner nicht so effizienten Skibrille aus den 80er-Jahren hatte ich ihn wohl nicht erkannt. Oder waren es doch die Skischuhe, bei denen mich nun eine offene Schnalle hämisch aus dem Schnee anguckt?

Steffi Sonderegger

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