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«Der Schwingsport fasziniert mich»

Die 17jährige Jennifer Meier übt in ihrer Freizeit, nebst anderen Sportarten wie etwa Reiten, das Schwingen aus. Im Interview erzählt sie von ihrem Hobby und inwiefern dieses bei Frauen akzeptiert ist.
Miranda Diggelmann
Jennifer Meier (vorne im Bild) an einem Schwingfest in Kohlwald im Jahre 2014. (Bild: PD)

Jennifer Meier (vorne im Bild) an einem Schwingfest in Kohlwald im Jahre 2014. (Bild: PD)

Die Ganterschwilerin Jennifer Meier befindet sich zurzeit im zweiten Lehrjahr als Milchtechnologin. Ihre liebste Freizeitbeschäftigung ist das Schwingen, das sie seit 2010 regelmässig im Verein ausübt.

Frau Meier, wie kamen Sie zum Frauenschwingen? Hatten Sie schon früher eine Beziehung zum Schwingsport gepflegt?

Mein Vater hat früher auch geschwungen. Durch ihn habe ich den Sport kennengelernt. Ich bin dann oft mit ihm an Schwingfeste gegangen, was mir immer besonders gut gefallen hat. Aus diesem Grund besuchte ich beim nächsten Ferienplausch im Jahr 2010 das Schnupperschwingen. Danach durfte ich bei den Buben in Flawil anfangen, wo ich nach wie vor die einzige aktive Frau bin. Da bin ich auch heute noch dabei. Seit 2011 bin ich ausserdem Mitglied des Frauenschwingclubs Linth.

Was fasziniert Sie am Schwingsport?

Mich fasziniert der Fakt, dass man im Schwingen bei einem Wettkampf auf sich alleine gestellt ist, ein gutes Training jedoch nur funktionieren kann, wenn alle zusammenhalten.

Wie oft trainieren Sie im Verein?

Einmal pro Woche trainiere ich mit dem Frauenschwingclub Linth in Schänis und ein weiteres Mal pro Woche mit den Männern in Flawil. Momentan bin ich jedoch verletzt und werde erst im Dezember wieder mit dem Training anfangen können. Ich habe mir beim Reiten die Kniescheibe ausgerenkt und die Seitenbänder angerissen, so dass ich gezwungenermassen ein Jahr lang mit dem Training aussetzen musste.

Trainieren Sie zusätzlich noch privat?

Das Schwingen trainiere ich privat nicht, das geht alleine nicht sehr gut. Aber ich trainiere in meiner Freizeit noch Fahrsport, was ebenfalls sportliches Training ist und mir somit im Bauernbetrieb hilft.

An wie vielen Wettkämpfen haben Sie bereits teilgenommen und welche Plätze haben Sie dabei jeweils belegt?

Da wir mit dem Frauenschwingclub Linth fünf Wettkämpfe pro Jahr haben und ich seit fünf Jahren schwinge, komme ich mit den Wettkämpfen der Männer zusammen auf circa 25 bis 30 Wettkämpfe, an denen ich bislang teilgenommen habe. Als ich noch bei den Mädchen war, konnte ich zwei Schwingfeste gewinnen.

Im Internet ist nachzulesen, dass Frauenschwingen von den traditionellen Schwingerfreunden mit Argwohn betrachtet wird. Was denken Sie dazu?

Das ist sehr unterschiedlich. Heute ist das Frauenschwingen bestimmt schon viel akzeptierter als früher. An manchen Wettkämpfen wurde ich als Mädchen direkt abgewiesen, an anderen Orten war ich sehr willkommen. Meiner Meinung nach hat die Akzeptanz des Frauenschwingens noch viel Luft nach oben, auch wenn Schwingen traditionell ein Männersport ist. Letztlich ist es aber die Meinung jedes einzelnen.

Was könnte man tun, dass Frauenschwingen akzeptierter wird?

Mit mehr Werbung für den Frauenschwingsport könnten mehr Frauen darauf aufmerksam gemacht und somit Mitglieder gewonnen werden. Wenn es mehr Frauen gäbe, die schwingen würden, würde es mit der Zeit wohl akzeptierter werden. Mit der Schwingerkönigin Sonja Kälin wird jetzt aber erstmals viel für Frauenschwingen geworben, was meiner Meinung nach sehr gut funktioniert.

Gibt es einen Unterschied zwischen dem Männer- und dem Frauenschwingen?

Bei den Männern wird Schwingerkönig, wer das Eidgenössische gewinnt, Schwingerkönigin wird, wer die ganze Jahreswertung gewinnt. Ausserdem gibt es bei den Frauen jedes Jahr ein eidgenössisches Schwingfest, wo hingegen es bei den Männern nur alle drei Jahre ein Eidgenössisches gibt. Ein weiterer Unterschied ist, dass wir Frauen Ehrenmänner statt Ehrendamen haben, welche uns bei einem Sieg küren. Ansonsten gelten bei uns dieselben Regeln wie bei den Männern. Auch die Schwünge sind gleich.

Hatten Sie beim Schwingen ein besonders schönes Ereignis, das Ihnen für immer in Erinnerung bleiben wird?

Ich erinnere mich an ein speziell tolles Bergschwingfest in Schangnau. Da war die Umgebung wunderschön, und das hat dem ganzen Fest eine einmalige Atmosphäre verliehen.

Jennifer Meier Milchtechnologin in Ausbildung (Bild: Miranda Diggelmann)

Jennifer Meier Milchtechnologin in Ausbildung (Bild: Miranda Diggelmann)

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