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Der Herisauer in Russland - Roland Lei, bekannt aus SRF-DOK-Serie

Russland interessiert als aktueller Austragungsort der Fussball-WM. Einer der fast ein Vierteljahrhundert im Land verbracht hat, ist Bauunternehmer Roland Lei. Die Schweizer Vorrundenspiele verfolgt er vor Ort.
Karin Erni
Roland Lei freut sich auf seine Söhne Domenik und Claudio, die ihn während der Fussball-WM besuchen. (Bild: SRF)

Roland Lei freut sich auf seine Söhne Domenik und Claudio, die ihn während der Fussball-WM besuchen. (Bild: SRF)

Am Freitag wird die dritte Folge der SRF-DOK-Serie «Abenteuer Moskau – Schweizer unter goldenen Kuppeln» ausgestrahlt. Unter den Protagonisten ist ein ausgewanderter Herisauer. Roland Lei lebt seit 24 Jahren in Russland und hat in Moskau eine grosse Bauunternehmung aufgebaut. Doch immer wieder zieht es ihn in die alte Heimat, wo seine drei Kinder leben und wo er eine Ferienwohnung besitzt. Im Alter einen Teil des Jahres hier zu verbringen, könne er sich durchaus vorstellen, so Lei. «Mir und auch meiner Freundin Katja gefällt die Schweiz sehr gut. Doch in Russland habe ich zu viele Verbindungen, die würde ich nie mehr aufgeben.» In Russland behagt ihm auch das kontinentale Klima mit heissen Sommern und kalten Wintern. Vermissen tue er manchmal das Skifahren. «Leider gibt es in der Nähe von Moskau keine Berge.» Das Klima sei herausfordernd für das Bauwesen. «Von Oktober bis April herrschen praktisch immer Minustemperaturen.»

Wer «Roland Lei Herisau» bei Google eingibt, erhält als eines der ersten Resultate die Website des Kochclubs Picanta, wo Lei im Club-Outfit abgebildet ist. Vor 35 Jahren hätten sie den Club gegründet und er bestehe noch immer, sagt Lei. Er könne zwar nicht mehr an allen Anlässen teilnehmen, doch wenn er gerade in der Schweiz sei, versuche er es immer einzurichten. Tochter Armanda lebt in Degersheim. «Sie wurde im DOK-Bericht komplett unterschlagen», bedauert Lei. «Sie hatte vor einem Jahr während der Dreharbeiten mein erstes Grosskind zu betreuen und konnte daher nicht dabei sein.» Er sei öfter in Herisau, als dass seine Kinder nach Russland kommen. Lei freut sich auf die Fussball-WM. Seine beiden Söhne kommen mit Freunden aus Herisau und Zürich zu Besuch. Er unternehme mit der Gruppe eine Rundreise zu den drei Vorrundenspielen der Schweizer in Rostow, Kaliningrad und Nischni Nowgorod.

Geschäftsmann als Entwicklungshelfer

Im Film sagt Lei, «der Russe» sei nicht so, wie man meine. Doch wie ist der denn? «Die Menschen in Russland sind sehr fröhlich und herzlich.» Der Zusammenhalt in der Familie sei ausgeprägt. Es gebe keine Altersheime wie in der Schweiz und es sei selbstverständlich, dass man die Eltern im Alter zu sich nehme. Die Hilfsbereitschaft sei gross. «Wer einen Russen als Freund hat, kann sicher sein, dass er in jeder Situation bereit ist, einem zu helfen.» Man müsse generell zwischen der älteren Generation unterscheiden, die stark von den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs und der Zeit des Kommunismus geprägt sei, so Lei. Sie hätten zwar nicht viel gehabt, aber es sei für alle gesorgt gewesen. Die älteren Leute seien generell eher skeptisch gegenüber allem Ausländischem. Die Jungen dagegen wüssten, dass sie sich selber um ihre Zukunft kümmern müssen. «Sie sind aufgeschlossen gegenüber allem Neuen und lernen Sprachen, vor allem Englisch.»

Auf die Frage, was er heute anders machen würde, antwortet der 61-Jährige, er würde weniger in der Bauausführung, sondern vermehrt in der Bauplanung und Projekt-Management tätig sein. «Ich habe wohl zu spät realisiert, dass das ein grosses Bedürfnis in Russland ist.» Westliche Firmen, mit denen er zusammenarbeitet, seien nicht vertraut mit den russischen Normen und Gesetzen. So werde beispielsweise der Brandschutz viel strenger gehandhabt als in der Schweiz. Dadurch ergeben sich oft Probleme bei der Umsetzung von Bauvorhaben.

Lei sieht sich auch als eine Art Entwicklungshelfer. In Russland sei das System der Berufslehre unbekannt. «Wenn ich einen Maurer suche, meldet sich vielleicht ein Kellner oder einer, der bisher noch gar nichts gemacht hat im Leben. «Ich bilde hier Leute aus und sie lernen ein Handwerk, das ihnen nützt.»

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