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Urnäscherin leitet Innerrhoder Landwirtschaftsamt

Die Bauerntochter Rahel Mettler kennt die Landwirtschaft bestens. Sie ist Landwirtin, Agronomin und Älplerin. Mit diesen Voraussetzungen hat sie nun die Leitung des Landwirtschaftsamtes von Appenzell Innerrhoden übernommen.
Martin Brunner
Ab sofort leitet Rahel Mettler das Landwirtschaftsamt AI. (Bild: MBR)

Ab sofort leitet Rahel Mettler das Landwirtschaftsamt AI. (Bild: MBR)

Mit dem 1. November endete für Rahel Mettler eine lange Reise mit Aus- und Weiterbildungen sowie einer Anstellung in ihrem Ursprungsberuf. Der Grund dafür ist die Leitung des Landwirtschaftsamtes Appenzell Innerrhoden, welche sie mittlerweile ziemlich fordert. «Ich bin daran, mich in die Vielseitigkeit dieses Amtes einzuarbeiten», sagt sie. «Das wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Sicher ist, dass mir meine Arbeit grosse Freude bereitet.» Hilfreich dabei ist gewesen, dass das Team sie gut aufgenommen und tatkräftig unterstützt habe.

Rahel Mettler ist in Urnäsch auf einem Bauernhof aufgewachsen. Das ist ein Betrieb mit Mutterkühen, Bio Weide-Beef-Produktion und Agrotourismus in der Bergzone 2.

«Auf einem Bauernhof ist es selbstverständlich, dass man als Kind gewisse Arbeiten übernehmen muss. Deshalb wollte ich anfänglich beruflich nicht in der Landwirtschaft bleiben.»

Sie entschied sich für die medizinische Praxisassistentin und absolvierte anschliessend die Berufsmittelschule. Ihre erste Anstellung fand sie auf der Lenzerheide in einer Sportarztpraxis. Obwohl sie diese Arbeit als spannend und bereichernd erlebte, zog es sie langsam aber sicher zurück in die Landwirtschaft. «Ich wollte mit meinen 20 Jahren etwas erleben und gleichzeitig eine Sprache lernen, aber nicht in einer Schule. Ich stiess dabei auf die Möglichkeit, in Irland vier Monate auf einem Milchwirtschaftsbetrieb zu arbeiten. Das gefiel mir so gut, dass ich mich entschied, die Zweitausbildung als Landwirtin in Angriff zu nehmen.» Ein Lehrjahr verbrachte sie in Mörschwil auf der Straussenfarm von Cornel Eberle, das zweite in Oberriet auf einem vielseitigen Betrieb mit Ackerbau, Spezialkulturen, Milchwirtschaft und Schweinezucht.

Für Rahel Mettler war aber klar, dass sie mit der Lehre ihren Weg noch nicht abgeschlossen hatte. Agronomin war ihr Ziel, wofür sie in Zollikofen studierte. «Schnell stellte ich dort fest, dass es mit meinem Französisch nicht zum Besten stand, und dies in einer zweisprachigen Schule», sagt sie. «Deshalb suchte ich ein Zimmer auf einem Bauernhof in der Welschschweiz. 1,5 Jahre lebte ich in Siviriez im Kanton Freiburg, hatte guten Kontakt zur Familie und half gerne im Stall mit, wenn meine Zeit es zuliess.» An dieser Lösung schätzte sie vor allem den Ausgleich zum Studium und dass sie ganz nebenbei Französisch lernte.

Zwei Sommer auf der Alp verbracht

Mit ihrer Freude an der Landwirtschaft ging es aber noch weiter. Während des Studiums verbrachte sie zwei Sommer auf der Alp. «In Grimentz im Val d’Anniviers im Wallis fand ich eine Alp mit 600 Hektaren und 130 Milchkühen sowie rund 300 Aufzuchtrindern, betrieben von einer Luzerner Familie. Vor allem die Herstellung des Raclette-Käses begeisterte mich.» Daraus entwickelten sich Freundschaften und die Leidenschaft, für die sie auch in Zukunft gerne einen Teil ihrer Ferien einsetzen wird.

Ein Besuch in Moldawien

Damit waren ihre speziellen Ideen aber immer noch nicht erschöpft, denn diesen Frühling stand ihre Abschlussarbeit für den Bachelor an. «Ich erfuhr von einer Schweizer Familie, die in Moldawien lebt», erzählt die Urnäscherin. «Diese versucht, den dortigen Bauern zu zeigen, wie sie ihre Betriebe wirtschaftlich und nachhaltig aufbauen können. Dies ist deshalb wichtig, weil der Einfluss der ehemaligen Sowjetunion bis heute noch nicht ganz überwunden ist.» Sie erlebte in diesem äusserst armen Land eine eindrückliche Zeit. Damit aber endete für Rahel Mettler eine wertvolle Zeit mit Ausbildungen, Erlebnissen, Begegnungen mit anderen Kulturen und viel Abwechslung, genauso wie sie es mag. Ihr Rucksack ist reich gefüllt, so dass sie ihre neue Aufgabe im Landwirtschaftsamt Innerrhoden mit Elan in Angriff genommen hat. «Vorher schätzte ich, dass ich immer wieder weggehen konnte. Jetzt geniesse ich, dass ich nahe bei meiner Familie sowie meinem Freundeskreis bin und mich mit meiner Arbeit wohl fühle.»

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