Der Rolls-Royce unter den Karussells

HERISAU. Ab diesem Freitag, 1. Oktober, bis 4. Oktober ist in Herisau Jahrmarkt. Ein Aussteller ist schon zum 40. Mal dabei: Ernst Hauser (69). Sein nostalgisches Karussell mit Jahrgang 1956 trotzt alljährlich der neuen Konkurrenz.

Thomas Walliser Kehl
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Ernst Hausers nostalgisches Karussell: Generationen von Kindern drehten hier ihre Runden. (Bild: pd)

Ernst Hausers nostalgisches Karussell: Generationen von Kindern drehten hier ihre Runden. (Bild: pd)

Es dreht und dreht und dreht immer noch. Ernst Hausers Sportkarussell hat schon Generationen von Kindern im Kreis kutschiert. «Manchmal kommen sogar Grosseltern mit ihren Enkeln vorbei und erzählen, sie seien als Kind auch schon auf dem Karussell gesessen», sagt Ernst Hauser.

«Das Schönste von allen»

Ihm gehört das Nostalgie-Karussell mit dem klassischen Feuerwehrauto seit drei Jahrzehnten. «Wenn sie dann sagen, es sei das Schönste von allen, lupft das einen schon wieder etwas raus.

» Das Schaustellerdasein sei nicht einfach, aber erfüllend. Ernst Hauser kannte schon als Kind nichts anderes, als im warmen Halbjahr mit seinen Eltern von Jahrmarkt zu Jahrmarkt zu ziehen. «Früher, wenn die Vögel zu pfeifen begannen, spürte ich ein Kribbeln im Bauch und wurde unruhig.» Auf seiner Tour kam er 1971 zum ersten Mal nach Herisau, damals noch mit der Schifflischaukel.

Zum letzten Mal mit Karussell?

Seither gehört Ernst Hauser hier quasi zum Inventar. Das wird auch so bleiben, solange es gesundheitlich gutgeht. Allerdings wohl nicht mehr mit dem Karussell. Zu mühsam ist der Aufbau für den 69-Jährigen, und von den vier Kindern tritt keines in die Fussstapfen des Vaters. Hauser möchte es deshalb verkaufen, vielleicht nach Italien an einen Vergnügungspark.

Dann könnte es dort weiterdrehen, die Kleinen zum Jauchzen bringen und ihre Eltern an die eigene Kindheit erinnern.

*Der Autor ist Kommunikationsbeauftragter der Gemeinde Herisau.