Der «Rekordhalter» tritt zurück

Während der Rüütiger Gemeindepräsident Arthur Sturzenegger Ende Mai zurücktritt, wird der neue Gemeindeschreiber Alexander Birrer Anfang Juni seine Stelle offiziell antreten. Die Anstellung Birrers war quasi Sturzeneggers letzter Streich.

Johannes Wey
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Noch-Gemeindepräsident Arthur Sturzenegger leitete am Mittwoch seine letzte Versammlung. (Bild: jw)

Noch-Gemeindepräsident Arthur Sturzenegger leitete am Mittwoch seine letzte Versammlung. (Bild: jw)

reute. Nach 15 Jahren als Gemeindepräsident leitete Arthur Sturzenegger am Mittwoch zum letzten Mal eine Versammlung. Zum Abschied durfte er, wie schon in den letzten Jahren, einen positiven Rechnungsabschluss präsentieren. Ausserdem konnte er die Einstellung eines neuen Gemeindeschreibers verkünden, der gestern Donnerstag in einer Medienmitteilung vorgestellt wurde (siehe Kasten).

Noch einmal die Kollegen loben

Anstatt mit einem Minus von rund 35 000 Franken schliesst die Gemeinde gut 47 000 Franken im Plus ab, also rund 82 000 Franken besser als budgetiert. Damit steigt das Eigenkapital auf 830 000 Franken an. «Zu verdanken ist dieses Resultat auch der Budgetdisziplin in den Ressorts und den konsequenten Sparanstrengungen des Gemeinderates», nutzte Sturzenegger die letzte Gelegenheit, seine Gemeinderatskollegen öffentlich zu loben.

Revision hat Folgen

Die Revision des Steuergesetzes machte sich auch in Reute bemerkbar. Die Steuereingänge fielen zwar rund 17 000 Franken höher als budgetiert aus, lagen aber rund 230 000 Franken tiefer als noch 2009. Bei den Sondersteuern hingegen betrug der Ertrag mit über 240 000 Franken mehr als doppelt so viel als geplant. Der Gesamtertrag liegt bei 3,7 Millionen Franken. Die Investitionsrechnung schliesst mit einem Ausgabenüberschuss von gut 790 000 Franken. Das Alters- und Pflegeheim Watt konnte laut Gemeinderätin Marlen Oggier 2010 voll ausgelastet werden. Dabei resultierte ein Aufwandüberschuss von gut 14 000 Franken – im Vorjahr hatte dieser noch über 80 000 Franken betragen. Im Anschluss verabschiedete Noch-Gemeindepräsident Arthur Sturzenegger Gemeinderat Hansjörg Niederer, der dem Gremium zehn Jahre lang angehört hatte. Niederer stellt sich bei den Gesamterneuerungswahlen wie Sturzenegger nicht mehr zur Verfügung. Ausserdem wurde Rainer Stöckli verdankt, der während 23 Jahren als Vermittler tätig war. Nachdem Sturzenegger zwei Verabschiedungen vorgenommen hatte, war er selbst an der Reihe. Gemeinderatskollege und Kantonsrat Ernst Pletscher bezeichnete sowohl die 23 Jahre im Gemeinderat als auch die 15 Jahre als Präsident als Rekord. Pletscher fasste auch weitere Etappen aus Sturzeneggers politischer Karriere zusammen, wie die Jahre im Kantonsrat, den Sturzenegger im Jahr vor seinem Rücktritt 2008 präsidierte. Der Gemeindepräsident selbst blickte seinem Rücktritt gelassen entgegen – er sei überzeugt, dass sein Nachfolger nach bestem Wissen und Gewissen handeln werde.