Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Neuer Käsekeller auf der Altenalp

Der Alpsommer bekommt für Gerlinde und Bruno Neff auf der Altenalp eine neue Dimension. Seit diesem Jahr verfügen sie über einen Käsekeller, der diesen Namen auch verdient.
Martin Brunner

Die Altenalp liegt auf knapp 1600 Meter über Meer. Ein Blick vom Säntis über die Meglisalp bis hinunter zum Seealpsee ist garantiert. Gegen Norden erhebt sich ein steiles Bergmassiv bis hinauf zum Schäfler. Sowieso ist die Steilheit das Markenzeichen der Altenalp, herausfordernd und faszinierend zugleich. Auf den einzigen, einigermassen ebenen Flecken stehen die zwei Alphütten, die im Sommer seit Jahrzehnten das Zuhause von Gerlinde und Bruno Neff aus Steinegg sind. Dort versorgen sie 16 Kühe, 53 Rinder, 45 Ziegen und 13 Schweine. Diesen steht zwar eine Fläche von 217 Hektaren zur Verfügung. Davon werden heute noch 64 als fruchtbar eingestuft.

Einen Teil ihrer Arbeit macht, wie auf vielen Alpen, die Käseproduktion aus. Dabei erlebt die Familie Neff derzeit geradezu himmlische Verhältnisse. «Unser neuer Käsekeller ist genial», erzählen Gerlinde und Bruno Neff. «Mit seinen 36 Quadratmetern ist er viermal so gross wie der alte. Er ist übersichtlich und erleichtert unsere Arbeit enorm. Für die Pflege und Lagerung, aber zum Beispiel auch für die Vorbereitung von Käseplatten für unsere Gäste, steht uns heute genug Platz zur Verfügung.» Der neue Käsekeller lässt sogar zu, dass das Ehepaar ihre ganze Jahresproduktion von rund 1500 Kilo Käse problemlos lagern können. Pro Tag verarbeiten sie 250 Liter Kuh- und 70 Liter Ziegenmilch.

Eine grosse Hilfe bei der Umsetzung des Neubaus war das Projekt zur regionalen Entwicklung, welches das Landwirtschaftsamt Appenzell Innerrhoden ins Leben gerufen hat. «Als wir davon erfuhren, packten wir die Chance, um unsere unbefriedigenden Verhältnisse im Käsekeller anzupacken», sagen die Neffs. «Wir meldeten uns an und bekamen tatsächlich einen Beitrag zugesprochen.» Entscheidend war aber auch die Eigenleistung. Immer wieder stieg das Paar zusammen mit ihrem Sohn und ihren drei Töchtern auch bei misslichen Verhältnissen zur Alp hinauf, um am Käsekeller zu arbeiten. «Dabei gab’s im letzten November bei Regen oder sogar Schnee auch einmal kalte Finger. Doch der Einsatz hat sich gelohnt.» Auch Sohn Bruno freut sich über die neue Errungenschaft. Er wird dereinst zusammen mit seiner zukünftigen Frau den Tal- und Alpbetrieb übernehmen. Der alte Käsekeller ist heute indes ein willkommener Abstellraum.

Lawinenunglück vor 80 Jahren

Auf der Altenalp ging es nicht immer so friedlich zu. 1938 wurden drei Hütten von einer Lawine stark beschädigt oder sogar zerstört. Deshalb wollte der damalige Besitzer nichts mehr davon wissen. Bruno Neffs Grossvater wollte jedoch verhindern, dass die Alp in den Besitz des Kantons überging. Er kaufte den Boden sowie die Gebäude und liess zwei Hütten wieder aufbauen, diesmal aber mit dem Giebel nicht quer, sondern längs zum Hang. Nach seinem Tod verpachtete seine Frau die Alp an den damaligen Knecht, der sie 40 Jahre lang betrieb.

1979 übernahm Bruno Neffs Vater die Alp. Kurz darauf überschrieb er sie an seinen damals 20-jährigen Sohn Bruno. Dieser verbringt die Sommer seitdem auf der Altenalp. 1987 bekam er für zwei Wochen Hilfe von Gerlinde Neff. Die beiden fanden sich und heirateten, sodass die frühere Krankenschwester seit 1989 fest zur Altenalp gehört. Sie kümmert sich um den Direktverkauf der verschiedensten Milchprodukte und die Touristen. Wanderern serviert sie Getränke und Plättli.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.